Helene Schneiderman verabschiedet sich als Ensemblemitglied der Staatsoper Stuttgart

Helene Schneiderman (© Matthias Baus) Foto: Matthias Baus

Kammersängerin Helene Schneiderman geht nach 38 Jahren als festes Ensemblemitglied der Staatsoper Stuttgart in den Ruhestand. Ihre letzte Rolle in dieser Saison: Die legendäre Marzellina in Le nozze di Figaro

Die Staatsoper Stuttgart und Kammersängerin Helene Schneiderman nehmen Abschied voneinander: Nach 38 Jahren im Ensemble der Staatsoper geht die Mezzosopranistin offiziell in den Ruhestand und wird fortan frei tätig sein. Dem Ensemble der Staatsoper Stuttgart trat Schneiderman 1984 bei, 1998 erfolgte die Ernennung zur Kammersängerin. Neben ihren großen Erfolgen im Opernfach hat sie sich einen Namen als Interpretin jüdischer Lieder gemacht und gastiert damit in ganz Deutschland. Im Jahr 2010 wurde sie mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Noch ein Mal als Ensemblemitglied ist sie am 4. Juli in Le nozze die Figaro in der Rolle der Marcellina zu erleben.

„Helene Schneiderman ist eine Legende: Als Ensemblemitglied der Staatsoper Stuttgart seit 38 Jahren, als Humanistin und Brückenbauerin zwischen ihrer jüdischen Familie und dem heutigen Deutschland, als Gastsängerin in den großen internationalen Häusern in New York, Paris, Salzburg, Berlin. Diese Prominenz ist doppelt einzigartig, denn Helene Schneiderman hat sie erreicht in einem Stimmfach, das von Hause aus traditionell eher für die Rollen der zweiten Reihe verantwortlich zeichnet: Als Mezzosopranistin! Ich bin sehr stolz, am 4. Juli gemeinsam mit meinen Vorgängern Albrecht Puhlmann und Jossi Wieler Helene Schneiderman in den Unruhestand verabschieden zu dürfen. Und natürlich wird sie als ‚Gast‘ auch in den kommenden Jahren auf der Bühne der Staatsoper Stuttgart zu erleben sein.“ so Intendant Viktor Schoner.

Helene Schneiderman, geboren in New Jersey, USA, studierte in Princeton und Cincinnati. Seit 1984 ist sie Ensemblemitglied der Staatsoper Stuttgart, 1998 erfolgte die Ernennung zur Kammersängerin. Zu ihrem Repertoire zählten u. a. die Titelpartien von La Cenerentola, Carmen, Giulio Cesare in Egitto und L’italiana in Algeri sowie Smeton (Anna Bolena), Flosshilde (Das Rheingold), Hänsel (Hänsel und Gretel), Sesto (La clemenza di Tito), Penelope (Il ritorno d’Ulisse in patria) und Medea (Teseo). Zahlreiche Gastengagements führten sie u. a. an die Opernhäuser von München, Rom, San Francisco, Seattle, Dresden, Toronto und Tel Aviv,  an die Metropolitan Opera New York, das Teatro Real Madrid, ans Teatro all Scala in Mailand, an die Opéra national de Paris, die Wiener Staatsoper, ans Royal Opera House Covent Garden sowie zu den Festspielen in Salzburg und Pesaro. Sie gastierte in den vergangenen Jahren u.a. mit Rollen wie Mirabella (Der Zigeunerbaron), Susie (A Quiet Place), Old Lady (Candide), Baroness (Vanessa), Annina (Der Rosenkavalier), Larina (Eugen Onegin), Pelageja Podtotschina (Nos), Frau des Bürgermeisters (Jenůfa), oder Marcellina (Le nozze di Figaro). An der Staatsoper Stuttgart war sie zuletzt als Gräfin (Pique Dame), als Neris (Medea), als Marcellina (Le nozze di Figaro), als Kurfürstin (Der Prinz von Homburg) sowie als Prinzessin Clarice (Die Liebe zu drei Orangen) zu erleben.


Wolfgang Amadeus Mozart: Le nozze di Figaro

Vorstellung am Sonntag, 4. Juli 2022, 19 Uhr
Musikalische Leitung: Christopher Moulds
Regie: Christiane Pohle
Bühne: Natascha von Steiger
Kostüme: Sara Kittelmann
Chor: Bernhard Moncado
Dramaturgie: Ingo Gerlach

Besetzung:

Graf Almaviva:
Björn Bürger
Gräfin Almaviva: Serena Farnocchia
Susanna: Claudia Muschio
Figaro: Andreas Wolf
Cherubino: Diana Haller
Marcellina: Helene Schneiderman
Bartolo: Shigeo Ishino
Basilio: Heinz Göhrig
Don Curzio: Alberto Robert
Barbarina: Laia Vallés
Antonio: Gerard Farreras

Staatsopernchor Stuttgart
Staatsorchester Stuttgart

staatsoper-stuttgart.de