Helena Waldmanns »Der Eindringling – eine Autopsie« auf Tour in Deutschland

v.l.: Matthias Saracino/ Tänzer und Ichiro Sugae, Tänzer im Rahmen der Premiere und Uraufführung der Tanztheaterinszenierung "Der Eindringling - eine Autopsie" von Helena Waldmann auf der kleinen Bühne des Theaters im Pfalzbau in Ludwigshafen am Rhein am Samstag, 08.06.2019 ~ Foto: Wonge Bergmann

Theaterhaus Stuttgart am 9. November 2019 / Tanzfestival Theater in Bewegung im Theaterhaus Jena am 12. & 13. November 2019 / Theater im Pumpenhaus Münster am 27. November 2019 / Forum Freies Theater Düsseldorf am 29. & 30. November 2019 / Tollhaus Karlsruhe am 3. Dezember 2019 / Stadttheater Aschaffenburg am 5. Dezember 2019 / Tafelhalle Nürnberg am 7. Dezember 2019

Mit Der Eindringling – eine Autopsie inszeniert Helena Waldmann auf der quasi mikroskopischen Ebene des Körpers eine Makroskopie der Politik. Sie legitimiert sich immer zuerst durch das Konstrukt eines geschlossenen Körpers, eines Volkes, einer Nation, eines Inlands und seiner Produkte. Gegenüber Eindringlingen, Angreifern oder Konkurrenten erzeugt sie eine „solidarische“ Geschlossenheit des eigenen Körpers.
Der Eindringling zeigt, dass Körper ebenso wie politische Konstrukte nur durch Öffnungen (Mund, Nase, Augen, Ohren, Poren etc.) zum Leben und Überleben fähig sind – und dass es weit mehr Erfolg verspricht, am Gegner zu wachsen, statt ihn zu vernichten. Tanz ist der physische Beweis dafür, dass Offenheit, Freiheit und Freizügigkeit der perfiden Logik der Geschlossenheit überlegen sind. Zumal unsere irrational angsterfüllte Gesellschaft auf fast tragikomische Weise demonstriert, dass unser übersteigertes Bedürfnis nach Schutz in Wirklichkeit nur eine Konsequenz hat: Wir werden schutzlos gemacht.
Wie immer vermittelt Helena Waldmann diese Botschaft durch die Choreographie – und wie immer nutzt sie dafür die sehr speziellen Fähigkeiten ihrer Performer. Nach Kathak-Tanz (Made in Bangladesh) und Akrobatik (Gute Pässe Schlechte Pässe) lässt sie sich diesmal von der chinesischen Kampfkunst Kung Fu inspirieren. Hier sind Angriff und Abwehr eins. Die Kraft des jeweiligen Gegners wird durch wendige Schritt- und Schlagtechniken neutralisiert und gegen den Angreifer gewendet.

Performer: Tillmann Becker, Telmo Branco, Mattia Saracino, Ichiro Sugae
Konzept & Tanzregie: Helena Waldmann
Licht: Herbert Cybulska
Musikalische Leitung: jayrope
Musik: Jerry Goldsmith, Jean-Philippe Rameau, Astor Piazzolla, Rashad Becker, jayrope & Niklas Kraft jayrope & Lippstueck, Arne Deforce / Mika Vainio
Video: Anna Saup
Holographische Projektion: Michael Saup
Kostüm: Judith Adam
Mitarbeit Kostüm: Nora Scheve
Training & Beratung Kampfkunst: Aljoscha Tursan
Technische Leitung: Carsten Wank
Tontechnik: Stephan Wöhrmann
Produktionsleitung: Claudia Bauer

Eine Produktion von:
Helena Waldmann und ecotopia dance productions
in Koproduktion mit Pfalzbau Bühnen Ludwigshafen, Forum Freies Theater Düsseldorf, Tafelhalle Nürnberg, Tollhaus Karlsruhe
Mit freundlicher Unterstützung von Pumpenhaus Münster
Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Koproduktionsförderung Tanz
Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

Mehr Informationen zur Arbeit von Helena Waldmann findet sich unter helenawaldmann.com und auf der Webseite von ecotopia dance productions (ecotopiadance.com).