Heiner Müllers »Quartett« ab 24. Januar am Schauspiel Frankfurt

Schauspiel Frankfurt: Außenansicht der Kammerspiele (© Alexander Paul Englert)

»Les liaisons dangereuses« (»Gefährliche Liebschaften«) nannte Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos seinen Briefroman über das ausgehende Ancien Régime und schuf damit ein Hauptwerk der französischen Literatur und einen Klassiker der Weltliteratur gleichermaßen. Knapp 200 Jahre nach der Veröffentlichung 1782 nimmt sich Heiner Müller des Stoffes an und schafft eine zeitgenössische Adaption. In der Form einer radikalen Verknappung wird aus den mehr als 150 Briefen des Originals lediglich der Hauptkonflikt zwischen der Marquise de Merteuil und ihrem Ex-Geliebten, dem Vicomte de Valmont, herausgearbeitet und die schicksalhafte Begegnung mit den beiden Frauen Volanges und Tourvel. Unter Heiner Müllers starkem Zugriff wird aus den komplexen Liebesränken ein brutaler und rücksichtsloser, schließlich tödlicher Zweikampf zwischen Mann und Frau, gefochten mit Sprache und Rhetorik, getrieben von Begierde, Sex und Verachtung, erzählt mit einer dem Autor eigenen Endzeitsehnsucht und überraschend viel Humor.


Quartett

Von: Heiner Müller
Uraufführung:
7. April 1982 (Bochum, Schauspielhaus)

Premiere am Schauspiel Frankfurt:
24. Januar 20 (Kammerspiele)

Regie: Miloš Lolić
Bühne: Hyun Chu
Kostüme: Jelena Miletić
Dramaturgie: Katja Herlemann

Mit: Stefan Graf, Sarah Grunert, Anna Kubin, Sebastian Reiß

Die nächsten Vorstellungen: 2./3./23. Februar 2020

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