Hania Rani und Dobrawa Czocher unterzeichnen bei Deutsche Grammophon

© Deutsche Grammophon

Berlin, 26. Mai 2021. Deutsche Grammophon gibt die Unterzeichnung eines Exklusivvertrags mit der Pianistin, Komponistin und Sängerin Hania Rani und der Cellistin Dobrawa Czocher bekannt. Das junge polnische Duo, das seit seiner Studienzeit an der Musikakademie Feliks Nowowiejski in Danzig befreundet ist, hat sich einen Namen gemacht mit seiner emotional leisen, doch zugleich ungemein authentischen Musik.

Ihre künstlerische Partnerschaft begann mit einem Album. Dobrawa war eingeladen worden, Musik von Grzegorz Ciechowski einzuspielen, dem Gründer und Frontmann der Band Republika, einem früh verstorbenen Rockmusiker und Komponisten. Sie bat Hania, gemeinsam mit ihr an dem Album zu arbeiten. Biała flaga (»Weiße Flagge«) wurde ein umgehender Erfolg. Gleich nach Veröffentlichung im September 2015 fand es sich in den Top 30 der polnischen Albumcharts. Die beiden Künstlerinnen hatten einen unverwechselbaren Sound geschaffen, der die Fans begeisterte und ein sicheres Fundament für ihre kreative Arbeit schuf. Nun erscheint ein neues Werk der Musikerinnen: das Debüt bei Deutsche Grammophon, ein Album mit ausschließlich eigenen Kompositionen.

»Natürlich ist es etwas ganz Besonderes für uns, einen Vertrag bei diesem Label zu unterschreiben«, sagen Hania und Dobrawa. »Unsere Freundschaft und die Liebe zur Musik haben uns an viele bemerkenswerte Orte geführt, aber niemals hätten wir uns träumen lassen, dass wir uns einmal bei Deutsche Grammophon wiederfinden. Es versteht sich von selbst, dass wir während unseres Studiums viele Künstler:innen bewundert haben, die bei diesem legendären Label sind und waren; sie inspirierten uns und sie schüchterten uns auch ein durch ihre unverkennbare Größe. Es ist Ehre und Motivation, Teil der DG-Familie zu werden. Und wir sind sehr dankbar. Jetzt aber können wir es kaum abwarten, das jüngste Ergebnis unserer Zusammenarbeit vorzustellen.«

Ihr Können haben die Künstlerinnen bei DG bereits bewiesen. Hania mit einer exquisiten Neubearbeitung von Debussys La Damoiselle élue für Víkingur Ólafssons Reflections-Projekt, Dobrawa als Künstlerin von »Project XII«. Und Ende März waren sie in einem Gespräch über Klavierkomposition und ihre unendlichen Spielarten bei einem DG Clubhouse Chat zu erleben mit ihren DG-Kollegen Joep Beving und Dustin O’Halloran.

»Es ist eine Freude, diese beiden herausragenden kreativen Partnerinnen in unserer Künstlerfamilie willkommen zu heißen«, sagt Dr. Clemens Trautmann, President Deutsche Grammophon. »Hania und Dobrawa gehören zu den vielseitigsten und fantasievollsten Künstlerinnen der Gegenwart – sie haben ihre Wurzeln im klassischen Genre und sind zugleich offen für unterschiedlichste andere musikalische und visuelle Kunstformen. In mehr als einem Jahrzehnt haben sie als Duo eine unverwechselbare und berührende Stimme gefunden, in der sich im Zusammenspiel von Klavier und Cello sowohl perfekte Harmonie als auch dynamische Spannung zeigt. Wir freuen uns sehr auf ihre Arbeit mit Deutsche Grammophon, auf die Veröffentlichung ihres Debüts und die Wiederveröffentlichung von Biała flaga.«

Christian Badzura, Vice President A&R New Repertoire Deutsche Grammophon, sagt: »Sowohl Hania als auch Dobrawa sind außergewöhnliche Künstlerinnen, Komponistinnen und Instrumentalistinnen. Sie zählen zu einer Generation von klassisch ausgebildeten Spitzenmusikerinnen, die sich jedoch nie vor anderen musikalischen und kulturellen Einflüssen verschließen. Ich bin sehr glücklich, dass sie zu unserem Label kommen.«

Vielfalt spiegelt sich in der Kunst von Hania und Dobrawa, die Leidenschaft für Klassik, Jazz, Electronica und zeitgenössische Musik. Sie weigern sich, scharf gezogene Genregrenzen hinzunehmen. Aber auch ihre Umgebung findet Eingang in ihre Musik, die natürlichen Rhythmen des Meeres ebenso wie die Landschaften Nordpolens. Sie interessiert der Freiraum – in der Improvisation und im Empfinden.


Hania Rani wurde 1990 in Danzig geboren. Im Alter von sieben Jahren begann sie mit dem klassischen Klavierspiel. Vier Jahre später experimentierte sie mit neuen Musikstilen, nachdem sie Dobrawa Czocher in der Musikakademie kennengelernt hatte. Ihre Ausbildung setzte sie in Warschau an der renommierten Fryderyk-Chopin-Universität für Musik fort. Im weiterführenden Studium in Berlin vertiefte sie sich in die Arbeit des Komponisten, Interpreten und Produzenten Nils Frahm und anderer wegweisender Kreativer. Für ihr erstes Album Esja, benannt nach einem Gebirgszug nördlich von Reykjavík, zog sie sich 2017 nach Island zurück. Das Album erhielt begeisterte Kritiken, führte zu einer Reihe von Konzerten in Europa und Japan und veranlasste den Rundfunkmoderator Mark Coles, Hania in einer seiner Profile-Sendungen auf BBC Radio 4 vorzustellen. Ihr neuestes Soloalbum Home wurde im Mai 2020 veröffentlicht.

Dobrawa Czocher kam 1991 unweit von Danzig in der historischen Stadt Dirschau zur Welt. Sie erhielt im Alter von sieben Jahren ihren ersten Cellounterricht. Nach ihrem Studium an der Musikakademie Feliks Nowowiejski, der Fryderyk-Chopin-Universität für Musik und in Deutschland wurde sie Mitglied des Stettiner Philharmonischen Orchesters. Neben ihrer Musik im Orchester und kammermusikalischen Auftritten arbeitet sie in Warschau in kreativen Partnerschaften, nicht zuletzt mit Hania Rani.