Halbzeit des Festivals AN DEN UFERN DER POESIE

Der Rabbi von Bacharach-Heines Matratzengruft ~ Theater Willy Praml/Festivals AN DEN UFERN DER POESIE ~ Ensemble ~ © peter grün 2019

Grandioser Abschluss des Heine-Rabbi-Projektes in Bacharach – das Publikum feiert das Ensemble – Bacharach hofft auf eine dauerhafte Finanzierung des Festivals und Willy Praml startet die szenischen Proben für Schuberts Schöne Müllerin in Lorch und Kaub.

Nach drei ausverkauften Vorstellungen feierte ein begeistertes Publikum am Sonntagabend die über dreißig Darsteller, Musiker, Sänger, Techniker und den Regisseur.

Karl Heinz Schleis, eben aus dem Amt geschiedener Bürgermeister von Bacharach:
„Wir haben bewiesen, dass unser Festival keine Eintagsfliege und im Welterbetal willkommen ist. „Der Kostenantrag für das erste Festival 2015 war eine meiner ersten Amtshandlungen als neugewählter Bürgermeister – und mein schönster Erfolg wäre es, wenn jetzt zum Ende meiner Amtszeit die Weichen für die Fortsetzung gestellt wären. Ich setze darauf, dass die Schirmherrin Malu Dreyer sich persönlich für eine zuverlässige Finanzierung einsetzt.“


Fritz Stüber, Vorsitzender des Bacharacher Verschönerungsvereins:
Der „Rabbi“ bedeutet für Bacharach mehr darstellt als ein Gastspiel. Willy Pramls Heine-Inszenierung bringt unsere Werner-Kapelle als Denkmal und Erinnerungsort zum Sprechen. Sie setzt in Bacharach das fort, was Peter Keber, der Bauverein Werner-Kapelle und wir Bacharacher vor über dreißig Jahren mit der Erhaltung der Werner-Kapelle begonnen, dann mit der Installation „Das rote Fenster“ des Künstlers Matthias Hartmann und mit der Veranstaltungsreihe „Toleranz vor Augen“ fortgesetzt haben. Diese Inszenierung muss in Bacharach alle zwei Jahre wiederaufgeführt werden. Wir haben ja bereits 2015 und 2017 und ganz besonders in diesem Jahr gesehen, welche Ausstrahlung die Aufführungen weit über unsere Stadt hinaus entwickelt haben“.


Sprung in die zweite Halbzeit:

Oberwesel – Lorch – Kaub – Niederheimbach und wieder zurück nach Bacharach in die VIA-Halle und Oberstraßen-Bacchanale


Unterdes steckt Willy Praml bereits wieder in den szenischen Proben für die Franz Schuberts „Schöne Müllerin“, die am 23.8. in Lorch und am 25.8. und 29.8. in Kaub nicht mit Frack und Fliege im Konzertsaal gegeben wird, sondern ihr Publikum outdoor mitnimmt auf einen musikalischen Parcours „für lebensmüde Musikliebhaber“ durch die rechtsrheinische Stadt- und Fluss-Landschaft. Besonders stolz ist das Theater auf das hochkarätige musikalische Ensemble, das zu diesem ganz besonderen Wagnis an den Rhein angereist ist: Graham F. Valentine, prominenter Darsteller und Sänger auf deutschen und europäischen Bühnen wird musikalisch begleitet von dem Pianisten Leonhard Dering und dem Akkordeonisten Matthias Matzke.


Und Niederheimbach präsentiert am 25.8. ab 14:00 Uhr den in den Rabbi-Vorstellungen gefeierte Heinrich Heine Chor als eigenen Festival-Beitrag mit einem die Romantik und Gegenwart verbindenden ungewöhnlichen Konzert-Ereignis. Honeypain (Heinrich Heine charakterisierte seine Liebesgedichte als „in Honig getauchten Schmerz“) präsentiert im ersten Teil auf der Heimburg Lieder und Texte von/nach Heine und Zeitgenossen, und im zweiten Teil trifft der Heine Chor mit Song-Arrangements von Bob Dylan über Pete Seeger bis Bert Brecht und Hanns Eisler auf den Kontrabass und die LoopMachine von. Gregor Praml.

Vorher gastiert das Freie Schauspiel Ensemble Frankfurt am 24.8. noch ein zweites Mal mit seiner Dramatisierung von Christa Wolfs Kein Ort. Nirgends im Jugendheim Oberwesel. Das Stück, das von einer in Wirklichkeit nie stattgefundenen Begegnung von zwei aus ihrer Zeit gefallenen Seelen, Karoline von Günderrode mit Heinrich von Kleist handelt, wurde als Referenz an Edgar Reitz in den Weinbergen oberhalb von Oberwesel aufgebautes „Günderode-Filmhaus“ gewählt.

Am letzten August-Wochenende und 1. September kehrt das Festival dann wieder zurück nach Bacharach: Mit Georg Büchners LENZ in die soeben mit dem Baukulturpreis des Landes Hessen ausgezeichnete VIA-Halle der ehemaligen Sektkellerei Geiling….

und schließlich am Sonntag, 1.9. ab 14 Uhr zur Bacchanale. Einem trunkenen Abschlussfest zum Nüchtern-Werden in der Bacharacher Oberstraße.

Informationen zum Festival:

mittelrheinfestival-poesie.com
theater-willypraml.de


Die nächsten Festival-Termine:

23.8. Lorch und 25.8 + 29.8. Kaub, jeweils 19:00 Uhr bis 20:45 Uhr
Franz Schuberts Schöne Müllerin als musikalischer Parcours. Mit Graham F. Valentine (Sänger), Leonhard Dering (Orgel/Flügel), Matthias Matzke (Akkordeon), Muawia Harb und Ibrahim Mahmoud (Darsteller). Neu-Inszenierung für das Festival: Willy Praml

24.8. Oberwesel 19:30 Uhr – 21:00 Uhr
Christa Wolf: Kein Ort. Nirgends.

25.8. Niederheimbach 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr Teil I Heimburg / Teil II Pfarrkirche
Honeypain. Heinrich Heine Chor Frankfurt, Marcus Plath (Rezitation) und Gregor Praml (Bass/LoopMachine)

30./31.8. Bacharach VIA Halle 19:30 Uhr – 21:00 Uhr
Georg Büchner: Lenz

1.9. Bacharach Oberstraße ab 16:00 Uhr
Bacchanale. Trunkenes Fest zum nüchtern werden

Information über Graham F. Valentine: staatstheater-mainz.com