Gundula Janowitz ist die Trägerin der Hugo-Wolf-Medaille 2019 – Liedmatinee mit Preisverleihung am Sonntag, 6. Oktober 2019 im Opernhaus Stuttgart

© Internationale Hugo-Wolf-Akademie für Gesang, Dichtung und Liedkunst

Die achte Preisträgerin der Hugo-Wolf-Medaille steht fest! Es ist die österreichische Ausnahmesopranistin Gundula Janowitz. Eine Künstlerin, die ihre mehr als 30 Jahre dauernde, glanzvolle Opernkarriere unter die Leitsterne W. A. Mozart, Richard Wagner und Richard Strauss stellte – sich aber parallel und mit mindestens gleicher Leidenschaft für die Gattung Lied stark machte.
Den traditionellen festlichen Rahmen für die Preisverleihung setzt einmal mehr eine Konzertmatinee in der Stuttgarter Oper. Drei weitere unermüdliche Botschafter für das Lied erweisen der Preisträgerin ihre musikalische Reverenz: Juliane Banse (Sopran) und Benjamin Appl (Bariton) sowie der Träger der Hugo-Wolf-Medaille 2017, Wolfram Rieger, am Klavier. Die Laudatio hält der Musikpublizist Wilhelm Sinkovicz.

Sonntag, 6. Oktober 2019 um 11:00 Uhr
Liedmatinee zur Verleihung der Hugo-Wolf-Medaille an Gundula Janowitz
mit Juliane Banse (Sopran), Benjamin Appl (Bariton), Wolfram Rieger (Piano)

Laudatio: Wilhelm Sinkovicz
Opernhaus, Staatstheater Stuttgart


Gundula Janowitz
(Bild: Internationale Hugo-Wolf-Akademie für Gesang, Dichtung und Liedkunst)

Gundula Janowitz (* 2. August 1937 in Berlin) erhielt ihre Ausbildung als lyrisch-dramatischer Sopran am Konservatorium in Graz. Schon mit 23 Jahren wurde sie von Herbert von Karajan an die Wiener Staatsoper engagiert und blieb dort bis zu ihrem Abschied 1987 im Ensemble. Daneben glänzte sie mehr als 30 Jahre lang auf den bedeutendsten Bühnen der Welt, unter anderem an der Met, der Scala, der Pariser Oper, der Deutschen Oper Berlin und in Bayreuth.
Ob in der Oper, im Konzert oder im Lied: Janowitz‘ lupenreines, vibratoloses Timbre und einmalige Fähigkeit zum lyrischen Ausdruck gelten auch heute noch vielen als Maß aller Dinge, besonders in dem von ihr so geliebten deutschen Repertoire von Bach bis Richard Strauss. Ihre vielleicht größten Erfolge feierte sie in Werken dieses Komponisten, vor allem als legendäre, nie übertroffene Ariadne auf Naxos. Entsprechend rissen sich Dirigenten vom Range eines Herbert von Karajan, Otto Klemperer, Karl Böhm, Eugen Jochum, Rafael Kubelík, Georg Solti oder Carlos Kleiber um „die Janowitz“ – als Live-Darstellerin ebenso wie als makellose Interpretin in zahlreichen Einspielungen, die mittlerweile Referenzstatus genießen. Alles zum Glück nachzuhören in einer Diskographie, die an Umfang und Qualität ihresgleichen sucht.
Gundula Janowitz ist Österreichische und Berliner Kammersängerin, Trägerin der Richard Wagner-Medaille und Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper, um nur die wichtigsten Würdigungen zu nennen. Mit der Hugo-Wolf-Medaille kommt nun eine weitere hochkarätige Auszeichnung hinzu, die ihren Einsatz für das Lied in den Mittelpunkt stellt. Dazu die Künstlerin selbst: „Der Operngesang ist wahrscheinlich doch immer eine Effektsache. Das Lied hingegen ist viel verinnerlichter. Wer mir zuhören will, sei mir besonders in diesem Genre herzlich willkommen.“


Juliane Banse
Foto: Susie Knoll

Wenige Künstler ihrer Generation sind auf so vielen Gebieten mit verschiedenstem Repertoire so erfolgreich wie Juliane Banse. Ihre Opernrollen reichen von der Marschallin aus dem Rosenkavalier, Figaro-Gräfin, Fiordiligi, Donna Elvira, Leonore, Tatjana, Arabella bis hin zu Grete aus Franz Schrekers Der ferne Klang. Auf dem Konzertpodium arbeitete sie mit namhaften Dirigenten zusammen, darunter Lorin Maazel, Riccardo Chailly, Bernard Haitink, Franz Welser-Möst, Mariss Jansons, Zubin Mehta und Manfred Honeck. Juliane Banses große Passion gilt seit jeher dem Lied. In letzter Zeit war sie zu Gast bei der Schubertiade Vilabertran, in Oxford, bei der Liedwoche auf Schloss Elmau mit Wagners Wesendonck-Zyklus, im neuen Boulez-Saal in Berlin und aktuell vor allem mit Hindemiths Marienleben in Speyer und Berlin. Seit dem Wintersemester 2016/2017 gibt Juliane Banse ihr Wissen auch an den Nachwuchs weiter, als Gesangsprofessorin an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf.


Benjamin Appl
Foto: Lars Borges / Sony Classical

Geboren 1982, mit reichlich Erfahrung und Erfolgen als Opernsänger, geht dieser Künstler konsequent einen für seine Generation ungewöhnlichen Weg: Benjamin Appl brennt für das Lied. Der letzte Schüler von Dietrich Fischer-Dieskau hat seine Karriere auf dieses anspruchsvolle Genre ausgerichtet, holte und holt sich wichtige Impulse bei Liedlegenden wie Graham Johnson, Gerald Finley, Brigitte Fassbaender, Christian Gerhaher und Thomas Hampson. Liederabende führten ihn in die Carnegie Hall, die Wigmore Hall, zur Schubertiade in Schwarzenberg und Hohenems sowie zum Rheingau Musik Festival, dem Heidelberger Frühling, dem Klavierfestival Ruhr und dem Oxford Lieder Festival. An internationaler Anerkennung mangelt es dem Hoffnungsträger für das Lied nicht – in letzter Zeit zeugten davon der Orphée d´Or Dietrich Fischer-Dieskau 2018 als bester Liedinterpret und eine umjubelte Lied-Tournee durch die USA im Winter 2019, bei der Appl mit allen drei Schubert-Zyklen, unter anderem in New York, brillierte.


Wolfram Rieger (Foto: Daniel Pasche)

Wolfram Rieger konzertiert mittlerweile fast auf der ganzen Welt, unter anderem im Wiener Musikverein, beim Concertgebouw Amsterdam, in der Alten Oper Frankfurt, der New Yorker Carnegie Hall sowie bei den Salzburger Festspielen. Er war und ist Klavierpartner von Brigitte Fassbaender, Juliane Banse, Barbara Bonney, Michelle Breedt, Anja Harteros, Christiane Karg, Olaf Bär, Dietrich Fischer-Dieskau, Matthias Goerne, Thomas Quasthoff sowie Kammermusikpartner des Cherubini-Quartetts, des Petersen-Quartetts und des Vogler-Quartetts. Eine besonders enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit Thomas Hampson. Mit den beiden wurde 2017 zum ersten Mal ein Duo mit der Hugo-Wolf-Medaille ausgezeichnet. Seit 1998 unterrichtet Rieger als Professor für Liedgestaltung an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin.


Die Internationale Hugo-Wolf-Akademie für Gesang, Dichtung und Liedkunst (IHWA) ist weltweit eine der ältesten und traditionsreichsten Institutionen zur Förderung und Erhaltung einer einzigartigen Kunstform – des Kunstlieds. Ihre Anfänge reichen bis zu den Lebzeiten ihres Namenspatrons im ausgehenden 19. Jahrhundert zurück. An diese Tradition der Pflege des Wolf’schen Œuvres knüpft die IHWA bis heute an und ist stets auf der Suche nach zeitgemäßen Formen der Liedpräsentation. Neben dem biennal stattfindenden Internationalen Wettbewerb für Liedkunst Stuttgart gehört seit 2008 die Verleihung der Hugo-Wolf-Medaille zu den Höhepunkten in der Arbeit der IHWA. Bisherige Medaillenträger sind: Dietrich Fischer-Dieskau (2008), Christa Ludwig (2010), Peter Schreier (2011), Brigitte Fasbaender (2013), Graham Johnson (2014), Elly Ameling (2015), Thomas Hampson & Wolfram Rieger (2017) und nun Gundula Janowitz.

Ticket-Informationen

Karten über die IHWA: Tel. 0711-72233699, karten@ihwa.de, ihwa.de
Weitere Infos: ihwa.de