Globe Berlin spielt wieder!

18. Juni bis 12. September 2020 auf der Open O Bühne in Charlottenburg ~ Premiere von Shakespeares „Der Sturm“ am 23. Juli 2020 ~ Die Wartezeit verkürzen Theatersport Berlin und The Swingin‘ Hermlins

© Globe Berlin Theater gGmbH

Das Globe Berlin eröffnet am 18. Juni 2020 eine zweite Prolog-Saison mit dem Spielzeitmotto „Hoffnung & Heimat“ auf der temporären „Open O Bühne“ in Charlottenburg. Sie startet mit Gastspielen von The Swingin‘ Hermlins und der Improtheatergruppe Theatersport Berlin. Am 23. Juli 2020 folgt das Globe Ensemble Berlin mit der Premiere von Shakespeares „Der Sturm“ in der Regie von Jens Schmidl. Bis September soll das Programm aus Schauspiel, Wortkunst und Weltmusik gut 50 Freilicht-Aufführungen umfassen. Tickets ab 15 Euro sind ab Montag erhältlich unter globe.berlin.

Globe Berlin „inside out“

Bis auch die letzten Voraussetzungen für den Aufbau des Globe Theaters am Standort Sömmeringstraße erfüllt sind, dient eine ringförmige Freilichtbühne aus Bauteilen des zukünftigen Globe Theaters als Corona-gerechte Interimsbühne. Der Innenraum des „Open O“ hat gemäß den aktuellen Hygienevorschriften Platz für ca. 100 Zuschauer. Das Bühnengeschehen findet rundum statt – das Prinzip des Globe Theaters ist gewissermaßen auf links gezogen.

Der Sturm: Wie Naturgewalt menschlicher Hybris begegnet

Shakespeares Spätwerk erzählt von Prospero, dem rechtmäßigen Herzog von Mailand, der durch seinen Bruder gestürzt und mit seiner Tochter auf offener See ausgesetzt wird, sich jedoch auf eine abgelegene Insel retten kann. Mithilfe eines Sturms versammelt er Jahre später seine Widersacher auf dieser Insel und ein Kampf um Hoheitsanspruch und Vergeltung entbrennt. „Der Sturm“ vereint frappierend aktuell die drängenden Themen dieser Tage: Machtgier, Manipulation und Regierungsverantwortung. Die Coronakrise zeigt, wie verwundbar die Menschheit und wie untrennbar sie mit der Natur verbunden ist. Die Epoche, die ihren Sieg über die Natur propagierte und Gewinnmaximierung zum Gott erhob, muss ihren Bankrott erklären. Moralische Werte, Solidarität und Gemeinschaft haben Konjunktur. Durch die spezielle Bühnensituation ist der Zuschauer von Spiel, Musik und Tanz umgeben und damit aktiver Teil der Theatergemeinschaft.

Gastspiele: Spontantheater und Weltmusik

In der proben- bzw. spielfreien Zeit überlässt das Globe Berlin die Bühne zwei Gastgruppen, die einen hohen qualitativen Anspruch mit einfachen Mitteln und Publikumsnähe verbinden und schon lange fester Bestandteil der Berliner Kulturszene sind. Ab Freitag, 19. Juni spielt das Impro-Ensemble Theatersport Berlin, das vor genau 25 Jahren (!) die wohl ursprünglichste Form des Theaters nach Berlin brachte und hier erfolgreich etablierte. Es kultiviert seitdem immer montags die Wettbewerbsform des Stegreiftheaters, bei der zwei Teams gegeneinander antreten und auf Publikumszuruf agieren. Ihr interaktives, unmittelbares Spiel produziert ein erstaunliches Erlebnis jenseits von Comedy und Klamauk mit geringsten Mitteln, phantasiefördernd und mitreißend.

Der Swing war die Musik der Großen Depression in den 30er Jahren. Verzweifelte Menschen hörten sie, weil sie Hoffnung gab. Und so beschlossen Andrej Hermlin und seine Musikerkollegen, während des Corona-Shutdowns jeden Abend um 19 Uhr für eine halbe Stunde ein Live-Konzert aus seinem Haus zu streamen. In wechselnden kleinen Besetzungen, mit Freunden, mit Musikern, die Benny Goodman lieben, oder Basie, oder Miller, oder Lunceford. Jetzt endlich dürfen The Swingin‘ Hermlins wieder live vor und für Publikum musizieren und setzen die Konzerte Open Air im Globe Berlin fort. Die erste halbe Stunde wird weiterhin gestreamt.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Das Globe Berlin entsteht an der Spree, hat in Charlottenburg seinen Standort gefunden und setzt den lange gehegten Plan des Theatervisionärs Christian Leonard in die Tat um, der sich als Gründer, Leiter, Regisseur und Übersetzer der Shakespeare Company Berlin einen Namen gemacht hat. Für den neuen Kulturschauplatz ist eigens das Globe Ensemble Berlin gegründet worden. Rund 25 Mitwirkende werden das Grundstück an der Sömmeringstraße mit dem von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin geförderten Bau und ihrem Programm aus Schauspiel, Wortkunst und Weltmusik für ein breit gefächertes Publikum kulturell beleben.

Aus gutem Holz geschnitzt und nachhaltig genutzt

Damit kann das ehemalige Schwäbisch Haller Globe, ein hölzerner Rundbau in Modulbauweise, mit einigen Modifizierungen weiter genutzt werden. Der Großteil der Bauteile ist bereits vor Ort, die tragenden Säulen sind in einer Halle gelagert und werden bei Baubeginn angeliefert. Im Mai 2020 stimmte der Senat von Berlin der Umwidmung des Grundstücks für kulturelle Zwecke zu. Sobald dieser Beschluss vom Abgeordnetenhaus bestätigt ist, kann der Bauantrag gestellt werden und mit Erbbauvertrag und Baugenehmigung der Aufbau beginnen. Erst dann werden die zugesagten Lotto-Mittel freigegeben, die den Bau und das erste Betriebsjahr finanzieren.

“Wir sind von solchem Stoff, aus dem die Träume sind…”

Auf eigenes Risiko traten Christian Leonard, das Produktionsteam und das Globe Ensemble 2019 an, mit der PROLOG-Saison „Utopie & Illusion“ auf einer provisorischen Open-Air-Bühne am zukünftigen Standort mit drei Theater-Premieren, Weltmusik-Konzerten und Gastspielen einen Vorgeschmack auf das Globe-Programm zu geben. 2020 geht die Gruppe erneut ein Wagnis ein, diesmal unter Corona-Präventions-Bedingungen den Spielbetrieb aufzunehmen.

Open O Bühne (Open Air), Sömmeringstr. 15, 10589 Berlin-Charlottenburg, globe.berlin

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The Swingin’ Hermlins
Immer 19 Uhr
Donnerstags, 18.6.- 16.7.2020
Mittwochs, 29.7.- 12.8. sowie am 9.9.2020
Donnerstags, 20.8.- 3.9.2020

Theatersport Berlin
Immer 19:30 Uhr
Freitag/Samstag, 19./20.6., 26./27.6., 3./4.7., 10./11.7., 17./18.7.2020
Montags, 27.7.- 7.9.2020
Samstags, 22.8.- 5.9.2020

Der Sturm von William Shakespeare
Immer Donnerstag-Samstag um 19:30 Uhr
Premiere: 23. Juli 2020 sowie am 24./25.7./ 30.7.-1.8./ 6.- 8.8./ 13.- 15.8./ 10.9. und 11.9.2020
Mit: Anselm Lipgens, Benjamin Krüger, Nadja Schimonsky, Saskia von Winterfeld, Uwe Neumann, Wiebke Acton
Regie: Jens Schmidl / Musik: Bernd Medek / Bühne: Thomas Lorenz-Herting / Kostüme: Katharina Piriwe / Dramaturgie: Josephine Tietze / Grafik + Fotos: Elitza Nanova / Übersetzung + Produktion: Christian Leonard
Dauer: 1,5 Std., keine Pause

Saison-Finale mit Theatersport Berlin, dem Globe Ensemble Berlin und The Swingin‘ Hermlins
Samstag, 12.9.2020 um 19:30 Uhr

Ticketpreis: 18 € / ermäßigt 15 € (Arbeitslose/Rentner/Studierende/Schüler), Gruppe (ab 4) 15 € / ermäßigt 12 €

Spielplan
und Online-Tickets unter globe.berlin
(Corona- und witterungsbedingt sind Änderungen möglich, aktuelle Infos auf globe.berlin sind zu beachten)