Frankfurter Premiere von Claus Guths Händel-Inszenierung » Rodelinda, Regina de’ Longobardi« am 12. Mai 2019

Rodelinda ~ Oper Frankfurt ~ Rodelinda (Lucy Crowe), Maskenfigur Bertarido (Tänzer) und Flavio (Fabián Augusto Gómez Bohórquez; kniend) ~ © Monika Rittershaus

Im King’s Theatre am Londoner Haymarket wurde am 13. Februar 1725 Rodelinda, Regina de’ Longobardi von Georg Friedrich Händel (1685-1759) uraufgeführt. Das für die Royal Academy of Music bestimmte Meisterwerk des schon zu Lebzeiten äußerst erfolgreichen Opern- und Oratorienkomponisten entstand auf dem Höhepunkt seiner Londoner Karriere. Das Libretto stammt aus der Feder des im Umarbeiten vorhandener Operntexte versierten und theatererfahrenen Dichters Nicola Francesco Haym. Es geht auf die Tragödie Pertharite, roi des Lombards (1652) von Pierre Corneille zurück. Nach Stationen in Lyon und Barcelona kommt die 2017 in Madrid entstandene, gefeierte Inszenierung von Claus Guth nun in weitgehend neuer Besetzung nach Frankfurt.

Zum Inhalt: Bertarido, König der Langobarden, tötet seinen Bruder im Streit um die Thronfolge. Daraufhin ergreift er die Flucht und lässt das Gerücht vom eigenen Tod verbreiten. Der mit Bertaridos Schwester Eduige verlobte Grimoaldo plant die Übernahme der Herrschaft durch eine Hochzeit mit Bertaridos Frau Rodelinda. Diese lehnt jedoch zunächst ab. Grimoaldos Freund Garibaldo droht ihr mit der Tötung ihres Sohnes Flavio, sollte sie sich weiterhin einer Heirat mit Grimoaldo verweigern. Der totgeglaubte Bertarido kehrt zurück und wird gefangen genommen. Als die Befreiung gelingt, kann er einen heimtückischen Angriff Garibaldos auf Grimoaldo verhindern. Grimoaldo überlässt ihm aus Dankbarkeit den Thron, heiratet Eduige und begnügt sich mit der Herrschaft über Pavia.

Die musikalische Leitung hat der aus Venetien stammende Spezialist für Alte Musik Andrea Marcon. 2005 stellte sich der Gründer des Venice Baroque Orchestra mit Händels Ariodante am Main vor. Der vielfache Preisträger dirigierte unlängst Vivaldis Oratorium Juditha Triumphans an De Nationale Opera Amsterdam. Weitere Engagements führen ihn an die bedeutendsten Bühnen der Welt.
Der gebürtige Frankfurter Claus Guth inszeniert Händels Meistwerk Rodelinda als „ergreifendes Stück Musiktheater“ (Frankfurter Rundschau). Zu den aktuellen Aufgaben des international gefragten Regisseurs zählt Händels Orlando am Theater an der Wien.
In der Titelpartie gibt die englische Sopranistin Lucy Crowe, die als Einzige mit der Produktion vertraut ist, ihr Frankfurt-Debüt. Zu den jüngsten Engagements der seit 2009 dem Royal Opera House Covent Garden in London verbundenen Sängerin gehört u.a. Gilda in Verdis Rigoletto.
Der in Eltville geborene Countertenor Andreas Scholl (Bertarido) zählt zu den renommiertesten Vertretern seines Fachs und verkörperte in Frankfurt u.a. 2016 die Titelpartie von Händels Giulio Cesare in Egitto.
Ebenso gibt es ein Wiedersehen mit seinem polnischen Fachkollegen Jakub Józef Orliński (Unulfo), der kürzlich als Händels Rinaldo im Bockenheimer Depot für ausverkaufte Vorstellungen sorgte.
Als ehemaliges Ensemblemitglied war der aus Tirol stammende Tenor Martin Mitterrutzner (Grimoaldo) hier erneut als Camille de Rosillon in Lehárs Die lustige Witwe zu erleben.
Dem festen Sängerstamm der Oper Frankfurt zugehörig sind Mezzosopran Katharina Magiera (Eduige) und Bassbariton Božidar Smiljanić (Garibaldo). Claus Guth erzählt die Geschichte aus der Perspektive des Kindes Flavio. Diese stumme Rolle wird auch in Frankfurt übernommen von dem kleinwüchsigen Schauspieler Fabián Augusto Gómez Bohórquez.


Rodelinda, Regina de’ Longobardi
Dramma per musica in drei Akten
Von: Georg Friedrich Händel

Premiere an der Oper Frankfurt: 12. Mai 19
Koproduktion mit dem Teatro Real, Madrid, der Opéra de Lyon und dem Gran Teatre del Liceu, Barcelona

Musikalische Leitung: Andrea Marcon
Regie: Claus Guth
Szenische Einstudierung: Axel Weidauer
Bühnenbild und Kostüme: Christian Schmidt
Video: Andi A. Müller
Licht: Joachim Klein
Choreografie: Ramses Sigl
Dramaturgie: Konrad Kuhn

Besetzung:

Rodelinda: Lucy Crowe
Bertarido: Andreas Scholl
Grimoaldo: Martin Mitterrutzner
Eduige: Katharina Magiera
Unulfo: Jakub Józef Orliński
Garibaldo: Božidar Smiljanić
Flavio: Fabián Augusto Gómez Bohórquez (Schauspieler)
Maskenfiguren: Gal Fefferman, Evie Poaros, Manuel Gaubatz, Volodymyr Mykhatskyi: Michael Schmieder

Frankfurter Opern- und Museumsorchester

www.oper-frankfurt.de