Frankfurter Erstaufführung von Karol Szymanowskis »Król Roger« am 2. Juni 19

Lukasz Goliński (© Ewa Krasucka)

Der polnische Komponist Karol Szymanowski (1882-1937) legte mit Król Roger (König Roger) seine zweite Oper vor, die am 19. Juni 1926 im Teatr Wielki in Warschau uraufgeführt wurde. Trotz seiner höchst individuellen Klangsprache verbreitete sich das Werk auch im Ausland relativ zügig. Das Libretto entstand in Zusammenarbeit des Komponisten mit seinem Vetter, dem Dichter Jarosław Iwaszkiewicz, und machte den aus einem normannischen Adelsgeschlecht hervorgegangenen König Roger II., der im 12. Jahrhundert auf Sizilien herrschte, zu seinem Protagonisten. Das Werk, das u.a. Euripides‘ Bakchen zu seinen literarischen Vorlagen zählt, zeigt einen Helden im Zwiespalt zwischen der strengen christlichen Kirche und einer den Genüssen des Lebens zugewandten Lebensart. Letztere entspricht der Sicht auf die mediterrane Welt, der Szymanowskis stete Aufmerksamkeit galt. Das Interesse an dem Werk ist niemals völlig versiegt, und gleichwohl handelt es sich bei dieser Neuproduktion um eine Frankfurter Erstaufführung.

Ein junger Hirte, Anhänger des Gottes Dionysos, sorgt für Verwirrung am Hofe König Rogers. Schon bald sieht sich der Herrscher in einen Konflikt zwischen dem Festhalten am christlichen Glauben und der Hingabe an die Lebenslust hineingezogen. Der Widerstand des Erzbischofs wird überwunden, und schon bald beginnt das Volk mitsamt seiner Königin Roxana, Rogers Ehefrau, dem Kult um den verführerischen Jüngling anzuhängen. Die Gefühle brechen sich in einem wilden Tanz Bahn. Schließlich will auch Roger selbst, bestätigt von seinem arabischen Berater Edrisi, dem Hirten folgen. Während von der Ferne die Stimmen der Königin und des Volkes dem neuen Kult huldigen, begrüßt Roger mit einer Hymne die aufgehende Sonne.

Als musikalischer Leiter dieser Neuproduktion kehrt Sylvain Cambreling zurück an die Oper Frankfurt, der er von 1993 bis 1997 als Generalmusikdirektor und Künstlerischer Intendant vorstand. Davor wirkte der Franzose von 1981 bis 1991 als Generalmusikdirektor des Théâtre Royal de La Monnaie in Brüssel und war nach seiner Zeit in Frankfurt von 1999 bis 2011 Chefdirigent des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg. Ab 2012 bekleidete er den Posten des Generalmusikdirektors der Staatsoper Stuttgart und wechselte zur Spielzeit 2018/19 in Nachfolge des verstorbenen Jeffrey Tate als Chefdirigent zu den Symphonikern Hamburg.
Regisseur Johannes Erath gastiert regelmäßig an der Oper Frankfurt, so zuletzt 2017/18 für die Uraufführung von Arnulf Herrmanns Der Mieter. Zu seinen jüngsten Arbeiten gehören u.a. Goldschmidts Beatrice Cenci bei den Bregenzer Festspielen 2018 und die Uraufführung von Micha Hamels Caruso in Cuba an De Nationale Opera Amsterdam.
Der polnische Bassbariton Lukasz Goliński sang die Titelpartie von Szymanowskis Oper bereits am Teatr Wielki in Warschau und an der Königlichen Oper Stockholm sowie kürzlich an der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom unter Antonio Pappano. Zuvor coverte er die Partie auch am Royal Opera House Covent Garden in London. Angeführt von Gerard Schneider (Der Hirte) und Sydney Mancasola (Roxana) sind alle übrigen Partien mit Mitgliedern des Ensembles besetzt.


Król Roger (König Roger)
Oper in drei Akten
Von: Karol Szymanowski

Premiere an der Oper Frankfurt: 2. Juni 19

Musikalische Leitung: Sylvain Cambreling
Regie: Johannes Erath
Bühnenbild: Johannes Leiacker
Kostüme: Jorge Jara
Licht: Joachim Klein
Video: Bibi Abel
Chor: Tilman Michael
Kinderchor: Markus Ehmann
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy

Besetzung:

König Roger: Lukasz Goliński
Roxana: Sydney Mancasola
Der Hirte: Gerard Schneider
Edrisi: AJ Glueckert
Der Erzbischof: Alfred Reiter
Die Diakonissin: Judita Nagyová

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester


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