Eva Baumann – »Personne oder Fräulein Irgendwer. Eine cineastische Tanzinstallation«

Uraufführung am 22. September 2021 im Theaterhaus Stuttgart

Eva Baumann - „Personne oder Fräulein Irgendwer. Eine cineastische Tanzinstallation“ (Foto: Daniela Wolf)

Kommunikation und Identität heute: Von dieser uns alle existenziell definierenden Frage handelt das neue Stück von Eva Baumann. Der „Tänzerchoreographin“, wie sie sich nennt, kommt dabei erkennbar ihre langjährige künstlerische Beschäftigung mit dem Verhältnis von Individuum und Gesellschaft zugute. Mit Personne oder Fräulein Irgendwer legt sie einmal mehr den Finger in die Wunde und zeigt gnadenlos den zentralen Widerspruch unser Social Media-Kultur auf: Der Wunsch, unser Inneres, das Eigentliche, das Echte und Wahre zum Ausdruck zu bringen, steht in fundamentalem Gegensatz zu dem gewählten Mittel – der Selbstinszenierung. Dieses Dilemma steckt bereits in ihrem vieldeutigen Titel. Denn auf Französisch bedeutet „personne“ ebenso Person wie auch Niemand – oder Irgendwer.

Für ihre Auseinandersetzung mit den Spiegelungen des Ich hat die Grenzgängerin zwischen den darstellenden und bildenden Künsten einmal mehr eine frappierende Visualisierung gefunden.
Als Medium von Baumanns, im doppelten Wortsinn, Reflexion fungieren vorab gedrehte Videosequenzen, die auf einen doppelseitigen Bildschirm in der Raummitte projiziert werden und mit denen sie live interagiert. Es treffen sich der gefilmte Blick in die Kamera und der Blick auf den Film. Ein vielfach gebrochener Dialog zwischen Ich und Wunschbild entsteht. Zusätzlich platzierte echte Spiegel fügen multiple Perspektiven für das sich frei im Raum bewegende Publikum hinzu. Auf raffinierte Weise changieren so Illusion und Reales, Privates und Öffentliches, Ego und Image.

Personne oder Fräulein Irgendwer ist eine Produktion von eva baumann tanz/produktionen, gefördert vom Kulturamt der Stadt Stuttgart und dem LaFT Baden-Württemberg aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.
Die Vorstellungen werden gefördert durch das Kulturamt der Stadt Stuttgart und aus Mitteln von TANZPAKT Stuttgart. TANZPAKT Stuttgart ist ein Bündnis von Akademie Schloss Solitude, Freie Tanz- und Theaterszene Stuttgart, Musik der Jahrhunderte, Produktionszentrum Tanz und Performance, Theater Rampe und dem Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart. Gefördert von TANZPAKT Stadt-Land-Bund aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Mit freundlicher Unterstützung vom Musik der Jahrhunderte und dem Produktionszentrum Tanz und Performance Stuttgart.


Eva Baumann, Personne oder Fräulein Irgendwer

Premiere/Uraufführung im Theaterhaus Stuttgart: 22. September 2021
Weitere Vorstellungen: Donnerstag, 23. September 2021 / Freitag, 24. September 2021 & Samstag, 25. September 2021 – jeweils von 18:00 Uhr bis 22:00 Uhr
P1 / Musik der Jahrhunderte im Theaterhaus Stuttgart

Konzept, Choreographie, Tanz, Video, Schnitt: Eva Baumann
Szenographie, Mitarbeit Video, Kameraassistenz, Kostüm: Katrin Wittig
Musik: Roderik Vanderstraeten
Lichtdesign: Ingo Jooß
Choreographische Assistenz: Margherita Bergamo Meneghini / Barbara Conde
Graphik: Melanie Werner
Fotografie: Daniela Wolf

Mehr unter: evabaumann.art sowie ftts-stuttgart.de
Der Vorverkauf über das Theaterhaus Stuttgart beginnt Mitte August 2021. theaterhaus.com

Über Eva Baumann

Seit 2012 initiiert und produziert die „Tänzerchoreographin“ (Baumann über Baumann) Projekte in ihrer künstlerischen Heimat Stuttgart. Die Grenzgängerin zwischen Tanztheater, Performance, Installation und Screen Dance kollaboriert mit Künstler*innen und Expert*innen verschiedener Disziplinen und Fachgebiete. Ihr besonderes Interesse gilt den gesellschaftlichen „Nischenthemen“. Der Körper und seine Ausdrucksformen sowie der Umgang mit Räumen – realen wie gedanklichen – ziehen sich als roter Faden durch ihre Arbeit.
Eva Baumann inszeniert für Theaterräume, museale Räume und site-specific. Häufig stellen ihre Arbeiten den Einzelnen und die Gesellschaft, Vergangenheit und Gegenwart einander gegenüber. Ihre Trilogie herstory von 2017 bis 2019 griff feministische Diskurse auf und holte Leben und Werk vergessener Künstlerinnen ins Rampenlicht. Ihre Produktionen wurden und werden international auf zahlreichen Festivals, in Theatern und in Galerien gezeigt.
Eva Baumann war unter anderem Stipendiatin der Kunststiftung Baden-Württemberg, Residenzkünstlerin am Bauhaus in Dessau und 2021 Open Future Artist beim Light Moves Festival / Dance Limerick in Irland.