Europäische Kulturstiftung Pro Europa gibt Preisträgerinnen und Preisträger für Europäischen Kulturpreis bekannt

Nominierung des Europäischen Kulturpreises in der Lindauer Inselhalle. von lnks: Azza Karam (Generalsekretärin Reilgions for Peace) auf dem Monitor, Hans-Peter Metzler (Präsident Bregenzer Festspiele), Tilo Braune (Europäische Kulturstiftung), Elisabeth Sobotka (Intendantin Bregenzer Festspiele), Claudia Alfons (Oberbürgermeisterin Lindau), Judith Reichart (Kulturamt Bregenz), Michael Rauth (Stadtrat Kultur Bregenz), Andreas Fleck (Künstlerhaus Boswil) auf dem Monitor und Alexander Warmbrunn (Kulturamt Lindau) ~ © Christian Flemming

Die Stadt Lindau, die Bregenzer Festspiele, der Boswiler Sommer und die weltweite Organisation „Religions for Peace“ werden mit dem Europäischen Kulturpreis ausgezeichnet, das gab die Kulturstiftung Pro Europa mit Sitz in Basel am Freitag, 30. Juli in Lindau bekannt. Die feierliche Verleihung des Europäischen Kulturpreises findet im Oktober statt.

Wie Tilo Braune, der Präsident der Europäischen Kulturstiftung Pro Europa verkündet hat, erhält die Stadt Lindau (Deutschland) den Europäischen Kulturpreis für herausragende kulturelle Leistungen. Die Bregenzer Festspiele (Österreich) werden für ihre herausragende künstlerische Nachwuchsarbeit ausgezeichnet und der Boswiler Sommer bzw. das Künstlerhaus Boswil (Schweiz) bekommt den Europäischen Kultur-Projekt-Preis. Außerdem wird die weltweit größte multireligiöse Nichtregierungsorganisation „Religions for Peace“ (Sitz in New York) mit dem Europäischen Kulturpreis „Pro Humanitate“ ausgezeichnet.

Ziel der Europäischen Kulturstiftung Pro Europa ist es, dem lebendigen Dialog zwischen den europäischen Staaten und Religionen Impulse zu geben und zu einem politikbegleitenden, vertrauensbildenden und kommunikationsfördernden Kulturaustausch in Europa beizutragen. Die Bedeutung der kulturellen Vielfalt und der schöpferischen Eigenständigkeit der europäischen Staaten und Regionen sollen auf diese Weise verdeutlicht werden.

In der Vergangenheit haben bereits Künstlerinnen und Künstler wie die Berliner Philharmoniker, Jonas Kaufmann, Kurt Masur, Armin Müller-Stahl, Iris Berben und Anne-Sophie Mutter den Preis erhalten, aber auch Persönlichkeiten, wie Michail Gorbatschow, Hans-Dietrich Genscher und Königin Silvia von Schweden.

„Die Europäische Kulturstiftung Pro Europa würdigt mit drei ihrer Preisverleihungen die bemerkenswerten Aktivitäten im Bodenseeraum, die gerade in den letzten Jahren einen besonderen Aktivitätenschub bekommen haben“, so Tilo Braune, der Präsident der Europäischen Kulturstiftung bei der Bekanntgabe der Preisträger in Lindau. „Sowohl die Stadt Lindau mit ihrem hochaktiven Kulturamt, die Bregenzer Festspiele, die sich besonders kulturell-musische Vermittlungsprogramme für junge Menschen auf die Fahnen geschrieben haben, als auch der Boswiler Sommer, der in der 20 Jahren seines Bestehens junge Talente und Weltstars musikalisch zusammen brachte, haben eine herausragende Würdigung verdient. „Religions for Peace“ engagiert sich seit Jahrzehnten für eine universelle Friedensverantwortung und stellt auf ganz spezifische Weise die Verwobenheit des globalen Wohls und die multilaterale Völkerverständigung in den Mittelpunkt ihrer Arbeit“, so der Stiftungspräsident.

Große Freude herrschte bei den Preisträgerinnen und Preisträgern: „Die Auszeichnung ist für uns Ehrung und Ansporn zugleich. Ich freue mich, dass das Engagement des Lindauer Kulturamtes unter der Leitung von Alexander Warmbrunn mit dem Europäischen Kulturpreis gewürdigt wird“, so die Lindauer Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons. „Gleichzeitig motiviert uns der Preis, das kulturelle Leben für unsere Bürgerinnen und Bürger, aber auch für unsere Gäste noch vielfältiger zu gestalten und vor allem auch die Vernetzung mit unseren Nachbarn zu vertiefen, so dass der Bodenseeraum immer mehr zu einem Standort für Kunst und Kultur wird und an Strahlkraft gewinnt.“ Und auch Kulturamtsleiter Alexander Warmbrunn zeigt sich begeistert: „Wir arbeiten seit Jahren mit Leidenschaft daran, mit einem lebendigen Kulturprogramm Grenzen zu überwinden, Ländergrenzen ebenso, wie die Grenzen in den Köpfen der Menschen. Unsere Vision ist es, auch die Menschen mit Kunst in Berührung zu bringen, die der Kunst bisher noch fern waren, denn unsere tiefe Überzeugung ist es, dass Kunst beflügelt, belebt und bereichert. Dass dieses Engagement jetzt mit diesem großartigen Preis ausgezeichnet wird, freut und berührt mich und das ganze Team des Lindauer Kulturamtes sehr.“

Elisabeth Sobotka, die Intendantin des Bregenzer Festspiele, bedankte sich für die besondere Wertschätzung: „Junge Sängerinnen und Sänger liegen mir sehr am Herzen. Ich beschäftige mich schon lange mit der Frage: Wie kann man für junge Sängerinnen und Sänger, die am Anfang einer Karriere stehen, eine Atmosphäre schaffen, in der sie sich einerseits entwickeln können und andererseits angespornt werden, all das, was sie gelernt haben anzuwenden und von einem künstlerischen Umfeld zu profitieren? Die Auszeichnung der Europäischen Kulturstiftung Pro Europa für unser Opernstudio freut mich deshalb besonders und wertschätzt unsere Arbeit. Für die Bregenzer Festspiele ist die Erarbeitung einer qualitätsvollen und hochprofessionellen Aufführung mit einem jungen Sängerensemble unter kompetenter Anleitung ein wichtiger Baustein. Besonders schätzen wir hier die Zusammenarbeit mit Kammersängerin Brigitte Fassbaender, die uns von Anfang an begleitet.“

Auch Andreas Fleck, künstlerischer Leiter des Boswiler Sommer freut sich über die Ehrung: „Der Europäische Kulturpreis passt zum Künstlerhaus Boswil. Ich verstehe ihn nicht in erster Linie als Preis für messbare Erfolge, sondern für die Werte, welche das Künstlerhaus vertritt: Eine für Akteure wie das Publikum gewinnbringende, schöpferische und tiefschürfende kulturelle Leistung.“ Und auch die Generalsekretärin von Religions for Peace, Prof. Azza Karam schickte eine Grußbotschaft aus New York: „Religions for Peace ist dankbar für dieses großzügige und prestigeträchtige Geschenk der Anerkennung. Dies Auszeichnung würdigt eine Mission von über einem halben Jahrhundert, die heute noch wichtiger denn je ist: Wenn Glaubensrichtungen (Institutionen, Führer, Gemeinschaften, Einzelpersonen) für das Gemeinwohl zusammenarbeiten, wird unser Universum in Frieden sein.“

Der Europäische Kulturpreis wird im Rahmen einer festlichen Gala Anfang Oktober verliehen.