Europäische Erstaufführung der Kammeroper »ZER-RIS-SEN. Wenji: Auf der Suche nach Heimat« in Heidelberg

Peyee Chen (© Michael Salander)

»ZER-RIS-SEN. WENJI: AUF DER SUCHE NACH HEIMAT«
EUROPÄISCHE ERSTAUFFÜHRUNG


Grenzüberschreitungen, Heimat, Zerrissenheit. In Ludwigsburg und Heidelberg kommt in Kooperation des KlangForum Heidelberg e. V. und der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg (ADK) in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden, dem CATS – Centrum für Asienwissenschaften und Transkulturelle Studien (Universität Heidelberg) und dem Konfuzius-Institut Heidelberg vom 17. bis 21. Juli 2019 die Kammeroper »ZER-RIS-SEN. Wenji: Auf der Suche nach Heimat« (Regie: Johann Diel, Musikalische Leitung: Walther Nussbaum) der in Macau und Hong Kong aufgewachsenen Komponistin Bun-Ching Lam (New York / Paris) anlässlich der Eröffnung des Heidelberger CATS zur Europäischen Erstaufführung.

Die Kammeroper, ein Musiktheater, erzählt die Geschichte der jungen Dichterin Cai Wenji, die in der Han-Zeit (2. Jhdt.) in der kosmopolitischen Kaiserstadt Chang’an (heute Xi’an) aufwächst, bevor sie von ›barbarischen Nomaden‹ in die Mongolei verschleppt wird. Als sie nach 12 Jahren in der Fremde von einem chinesischen Gesandten zurück in die ihr fremd gewordene Heimat geholt werden soll, erlaubt ihr Mann, der Hunnenführer Zuoxian, die Rückkehr – wenn auch ohne die gemeinsamen Söhne. Kehrt Wenji in die Heimat zurück? Wo ist ihre Heimat? Cai Wenji (177-250) ist eine historische Figur, Dichterin und Komponistin. Ihre »Eighteen Songs of a Nomad Flute« (»18 Gedichte zur Nomadenflöte«) sind Ausdruck von Isolation und Heimweh. Das chinesische Libretto steht im Dialog mit Texten Ingeborg Bachmanns (1926-1973), gesprochen von Schauspiel-Absolventin Zoë Valks.

Renommierte Musiker aus China und Taiwan treten gemeinsam mit Sängern und Instrumentalisten des KlangForum Heidelberg auf. Kontrastreiche Instrumente treffen in Bun-Ching Lams zeitgenössischer Komposition aufeinander: vier europäische (Cello, Oboe, Klarinette und Schlagzeug) und vier chinesische Instrumente (u.a. Guquin, Pipa und Erhu, das zweisaitge »Barbaren«-Instrument).

Die Neu-Inszenierung spannt den Bogen über 18 Jahrhunderte, vom China der Han-Zeit hin zur Gegenwart, und über 8000 Kilometer, von der Mongolei nach Europa: Fragen nach Verwurzelung und Zerrissenheit stehen in einem Echoraum, der musikalisch wie szenisch erfahrbar wird.

Mit dieser Europäischen Erstaufführung begeben sich die Musiker des KlangForum Heidelberg, der SCHOLA Heidelberg und des ensemble aisthesis, unter der Leitung von Walter Nußbaum abermals ins transkulturelle Neuland: Mit eigenen Veranstaltungsformaten (zuletzt »Der Fall Babel«, Schwetzinger SWR Festspiele) setzt das international konzertierende Ensemble auf weitreichende Impulse zum Verhältnis von Musik und Gesellschaft. Regisseur Johann Diel legt mit dieser Arbeit seinen Bachelor an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg ab.


»ZER-RIS-SEN. WENJI: AUF DER SUCHE NACH HEIMAT«
Kammeroper

Von: Bun-Ching Lam
Libretto: Xu Ying | SCHOLA HEIDELBERG | ensemble aisthesis
Regie: Johann Diel, Bachelorarbeit
Musikalische Leitung: Walter Nußbaum
Ausstattung: Romy Rexheuser

Mittwoch, 17. Juli 2019 (Premiere) ADK Ludwigsburg | Donnerstag, 18. Juli 2019, jeweils 19.30 Uhr | ADK
Samstag, 20. Juli (20 Uhr) und Sonntag, 21. Juli (18 Uhr) | HebelHalle Heidelberg

Eine Koproduktion des KlangForum Heidelberg e. V. und der ADK in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden, dem CATS – Centrum für Asienwissenschaften und Transkulturelle Studien (Universität Heidelberg) und dem Konfuzius-Institut Heidelberg.

Tickets und Infos über die Aufführungen in Ludwigsburg unter adk-bw.de sowie für Heidelberg unter klangforum-heidelberg.de