Erste Musiktheaterpremiere der Spielzeit 2020/21 am Staatstheater Augsburg

Glucks »Orfeo ed Euridice« mit Virtual Reality

Unterwelt (Bild: Staatstheater Augsburg)

Von der Bühne in die virtuelle Unterwelt – per VR-Brille: Das verspricht die erste Musiktheater-Inszenierung der neuen Spielzeit: Christoph Willibald Glucks »Orfeo ed Euridice«, in der Regie von Staatsintendant André Bücker und in Zusammenarbeit mit der Heimspiel GmbH, die die VR-Sequenzen beisteuert.

VR-Technik wurde im künstlerischen Bereich bisher nicht in diesem Umfang eingesetzt: Für jede/n Zuschauer*in steht eine VR-Brille bereit, mittels der das Publikum – neben dem klassische Bühnengeschehen – auch an drei Stellen der Inszenierung für jeweils ca. zehn Minuten die Unterwelt aus der Perspektive des Orfeo erlebt – in drei ganz unterschiedlichen, digitalen Szenerien.

Nachdem André Bücker sich auch in bisherigen Inszenierungen bereits intensiv mit Video und VR auseinandergesetzt hat, sah er in der Oper »Orfeo ed Euridice« einen künstlerischen Ansatzpunkt, um VR in einer noch viel weiterreichenden Dimension zum Einsatz zu bringen. VR erfüllt dabei eine dramaturgisch-inhaltliche Funktion: »Das konventionelle kollektive Theatererlebnis, bei dem das Publikum gemeinsam in einem Raum reale Darsteller*innen erlebt, wird aufgebrochen, sobald Orpheus in die Unterwelt reist. Jeder im Publikum kann nun per VR-Brille die Perspektive von Orpheus einnehmen, in die Unterwelt hinabtauchen und somit eine individuelle Perspektive in einer 360-Grad-Umgebung einnehmen.« Virtual Reality und klassisches Musiktheater verbinden sich zum immersiven Gesamtkunstwerk.

Die Heimspiel GmbH, die als Koproduzent an dieser Inszenierung mitarbeitet, war bereits an den Inszenierungen des Schauspiels »Die nötige Folter« und Jules Massenets »Werther« (beides 2019) am Staatstheater Augsburg beteiligt. Ebenso beteiligt sich das Stadttheater Ingolstadt, wo die Inszenierung zu einem späteren Zeitpunkt aufgeführt werden soll, an dieser umfangreichen Koproduktion.

Originalklang-Spezialist Wolfgang Katschner und Mitglieder der lautten compagney Berlin gestalten mit den Augsburger Philharmonikern den Orchesterpart der Oper.

Orfeo ed Euridice

Premiere am Staatstheater Augsburg: 10. Oktober 20 (martini-Park)

Musikalische Leitung: Wolfgang Katschner / Ivan Demidov
Inszenierung: André Bücker
Bühne: Jan Steigert
Kostüme: Lili Wanner
VR-Regie und Dramaturgie: Christian Felder
Senior Art Direktor VR-Welten: Christian Schläffer
Video: Heimspiel
Licht: Andreas Rehfeld
Dramaturgie: Sophie Walz / Judith Werner

Besetzung:

Orfeo: Kate Allen / Natalya Boeva
Euridice: Jihyun Cecilia Lee
Amor: Olena Sloia
VR-Guide: Marie Ulbricht

Augsburger Philharmoniker
Opernchor des Staatstheater Augsburg


Die Inszenierung erfolgt in Koproduktion mit der Agentur Heimspiel und dem Stadttheater Ingolstadt.

staatstheater-augsburg.de