Erik Petersen inszeniert »My Fair Lady« in Magdeburg

Premiere am 13. 11. 2021, Opernhaus Magdeburg

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Es ist eines der bekanntesten Musicals weltweit, durchzogen von etlichen Ohrwürmern und Sentenzen, die mittlerweile längst zu geflügelten Worten geworden sind: Das Musical »My Fair Lady«, 1956 in New York uraufgeführt, wurde bereits 1961 ins Deutsche übersetzt und erlangte nicht zuletzt durch die Verfilmung mit Audrey Hepburn und Rex Harrison aus dem Jahr 1964 Weltruhm. In Magdeburg feiert es am 13. November 2021 im Opernhaus Magdeburg Premiere.

Die Magdeburger Neuproduktion des Musical-Klassikers setzt auf hierzulande bekannte Namen: Anna Preckeler ist vielen Zuschauer*innen noch als Sally Bowles in »Cabaret« ein Begriff. Die Rolle der Eliza Doolittle sang sie bereits 2019 an der Staatsoperette Dresden. Zuletzt war sie als Mercédès in »Der Graf von Monte Christo« im Stadttheater Bremerhaven zu erleben. Der Magdeburger Schauspieldirektor Tim Kramer spielt den Phonetik-Professor Henry Higgins. Ihm sind durch seine Regiearbeiten und Lehraufträge am Max-Reinhardt-Seminar und am Konservatorium Wien die Tücken der Aussprache wohlvertraut.

Der »Pygmalion«-Mythos inspirierte George Bernard Shaw zu seiner gleichnamigen Komödie, in der aus dem Bildhauer des Mythos ein englischer Phonetik-Professor wurde. Alan J. Lerner und Fredrick Loewe bearbeiteten diese Vorlage für das Musical »My Fair Lady«: Der ausgeprägte, geradezu vulgäre Dialekt des Blumenmädchens Eliza Doolittle fällt dem exzentrischen Phonetik-Professor Henry Higgins sofort auf. Überzeugt davon, dass man durch die Sprache einen Menschen zum Besseren verändern kann, schließt Higgins mit seinem Freund Oberst Pickering eine Wette ab: In kurzer Zeit will er aus der Straßengöre Eliza eine echte Lady machen, die sich in der Londoner High Society behaupten kann. Eliza lässt sich auf das Experiment ein, und schon bald zeigt das harte Sprachtraining Erfolge. Während die junge Frau sich aber immer mehr von Higgins emanzipiert, scheint dieser nicht mehr von ihr loszukommen …

Für Regisseur Erik Petersen ist »My Fair Lady« ein fantasievolles Märchen mit heiteren und komischen, aber auch melancholischen und nachdenklichen Momenten. Die Distinktion durch Sprache und das sich daraus ergebende soziale Gefüge sind darin aber für ihn durch ein Thema, erkennbar bereits an den Kostümen. Die gehobene Gesellschaft präsentiert sich beim Pferderennen in Ascot sehr exklusiv: Ohne einen extravaganten Hut darf man sich bis heute dort als Frau nicht zeigen. Kostümbildner Kristopher Kempf ließ sich dazu von den Blumen der Eliza Doolittle inspirieren und so darf man sich auf florale Hutkreationen freuen. Entsprechend bodenständiger sind die Marktleute und Figuren der Arbeiterklasse gekleidet. Mit Versatzstücken des Rundbogens der Markthalle von Covent Garden stellt Bühnenbildnerin Anja Lichtenegger das Londoner Ambiente zwischen Blumenmarkt und Opernhaus her.

Fasziniert von Frederick Loewes Musik zeigt sich Justus Tennie, seit der Spielzeit 2019/2020 Solorepetitor mit Dirigierverpflichtung am Theater Magdeburg und in dieser Saison der Musikalische Leiter der Produktion. Denn die Musik sei unglaublich facetten- und kontrastreich, die Doppelbödigkeit des Werkes ergebe sich musikalisch vielfach aus dem Kontrast von Text und Musik. Die musikalische Charakterisierung der Protagonisten mit ihren wechselnden Emotionen sei äußerst präzis und nachvollziehbar komponiert, wobei die Übergänge zwischen Dialog und Musik ineinander fließen. Dazu hat der in die USA emigrierte Deutsch-Österreicher Frederick Loewe eine sehr gute Instrumentation für dieses Musical geschrieben, das Elemente der europäischen Operette und des amerikanischen Musicals vereint. Für Justus Tennie sind dies Merkmale eines echten Klassikers – umso mehr freut er sich, »My Fair Lady« mit dem Ensemble und der Magdeburgischen Philharmonie zu erarbeiten.


My Fair Lady

Musical in zwei Akten

Von: Frederick Loewe
Nach: Bernard Shaws Schauspiel »Pygmalion« und dem Film von Gabriel Pascal
Buch und Liedtexte: Alan Jay Lerner
Musik: Frederick Loewe
Deutsche Fassung: Robert Gilbert

Premiere am Theater Magdeburg: 13. November 21 (Opernhaus)

Musikalische Leitung: J
ustus Tennie
Regie: Erik Petersen
Bühne: Anja Lichtenegger
Kostüme: Kristopher Kempf
Choreografie: Sabine Arthold
Dramaturgie: Hannes Föst
Choreinstudierung: Martin Wagner

Besetzung:

Eliza Doolittle: Anna Preckeler
Professor Henry Higgins: Tim Kramer
Oberst Pickering: Marcus Kaloff
Alfred P. Doolittle: Johannes Wollrab
Freddy Eynsford-Hill: Peter Diebschlag
Mrs. Pearce: Gabriele Stoppel-Bachmann
Mrs. Eynsford-Hill: Ulrika Bäume
Mrs. Higgins: Ks. Undine Dreißig
Harry: Andrew Chadwick
Jamie: Nils Klitsch

Opernchor des Theaters Magdeburg
Magdeburgische Philharmonie

theater-magdeburg.de