Erfolgreicher Abschluss der Intendanz von Barrie Kosky

Komische Oper Berlin - Außenansicht (© Jan Windszus Photography)

Mit einer restlos ausverkauften Doppelvorstellung von Barrie Kosky’s All-Singing, All-Dancing Yiddish Revue endet am 10. Juli die Spielzeit 2021/22 an der Komischen Oper Berlin. Sie bildet gleichzeitig den Abschluss der zehn Jahre währenden erfolgreichen Intendanz von Barrie Kosky.

Schon in der nächsten Spielzeit kehrt Barrie Kosky als Regisseur für zwei Produktionen zurück und wird in den nächsten fünf Jahren zwei Neuproduktionen pro Saison inszenieren. Unter der Intendanz von Susanne Moser und Philip Bröking startet die Komische Oper Berlin ab 2. September in die Saison 2022/23.

Bilanz

Als fulminanten Abschluss seiner zehnjährigen Intendanz präsentierte Barrie Kosky gemeinsam mit Dirigent Adam Benzwi und Choreograf Otto Pichler eine rauschende Revue, die das Publikum in Berlin für ein vollkommen neues Kapitel jiddischer Kultur begeisterte. Alle Vorstellungen von Barrie Kosky’s All-Singing, All-Dancing Yiddish Revue waren restlos ausverkauft. Am 10. Juli verabschiedet sich Barrie Kosky mit einer Doppelvorstellung dieser Produktion in All-Star-Besetzung mit prägenden Künstler:innen seiner Intendanz, darunter Dagmar Manzel, Max Hopp und Katharine Mehrling, als Intendant und Chefregisseur.

Den Spielplan 2021/22 prägte Barrie Kosky darüber hinaus unter anderem mit den Neuproduktionen Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, Orpheus in der Unterwelt und Falstaff sowie den erfolgreichen Wiederaufnahmen von Die Zauberflöte, Anatevka, Die schöne Helena, Die Nase, Jewgeni Onegin, Orpheus und Die Perlen der Cleopatra. Daneben waren Inszenierungen von Damiano Michieletto, Herbert Fritsch, Evgeny Titov, Jetske Mijnssen und Tobis Kratzer zu erleben.

In der Saison 2021/22, in der erstmals seit 2019 wieder durchgängig – wenngleich mit pandemiebedingt teilweise reduzierten Platzkapazitäten – gespielt wurde, verkaufte die Komische Oper Berlin für 223 Vorstellungen 158.678 Tickets (gegenüber 225.393 für 239 Vorstellungen in 2018/19). Die Auslastung lag – bei variierenden Platzkapazitäten – bei 79,8% (gegenüber 90,6% in 2018/19). In den Monaten Dezember und Januar sowie ab April wurde der Saal zu 100% belegt, in den übrigen Monaten variierte die Belegung zwischen 50 und 75%. Die Erfolgsproduktion Orpheus in der Unterwelt, die im Dezember als Berlin-Premiere gespielt wurde, war bei voller Saalbelegung ausverkauft. Ebenfalls weitestgehend ausverkauft, wenngleich bei z. T. reduzierter Platzkapazität waren beispielsweise auch Anatevka. Die Pandemie beeinflusste nicht nur Saalbelegungen und Publikumszahlen: Insgesamt elf Opernvorstellungen, ein Sinfoniekonzert, zwei Kinderkonzerte und ein Foyerkonzert mussten im direkten oder indirekten Zusammenhang damit abgesagt werden.

Ausblick 2022/23

Eröffnung mit Intolleranza 1960

Auftakt zur Intendanz Moser | Bröking

Die Auftaktpremiere für die Intendanz Moser | Bröking Intolleranza 1960 von Luigi Nono wird den gesamten Bühnen- und Zuschauerraum in eine Eiswüste verwandeln! Mit dieser Eröffnungsproduktion wird die Linie großer Werke des 20. Jahrhunderts in der Tradition von The Bassarids, Moses und Aron und Die Soldaten fortgeführt. Marco Štorman gibt mit dieser Inszenierung sein Berlin-Debüt. Die aufwendige, umfassende Raumkonzeption von Bühnenbildner Márton Ágh, durch die sich für unser Publikum ungewohnte Blickwinkel eröffnen, gibt einen Ausblick auf den Themenkomplex »Neue Spielräume«, der uns in den nächsten Jahren begleiten wird.

Einen neuen Schwerpunkt setzt die neue Intendanz im Bereich der Kinderoper. Mit Kurt Weills Tom Sawyer und Franz Wittenbrinks Pippi Langstrumpf gleich zwei Uraufführungen in diesem Genre an. Mit Pippi Langstrumpf gibt Sänger-Schauspielerin Dagmar Manzel zudem ihr Debüt als Regisseurin.

Mit Barrie Kosky, der dem Haus auch in Zukunft eng verbunden bleibt, sind gleich zwei neue Produktionen geplant: … und mit morgen könnt ihr mich!, ein neuer Songabend mit Katharine Mehrling und Liedern von Kurt Weill aus seiner Berliner Zeit, sowie La Cage aux Folles von Jerry Herman.

Und in der ersten Spielzeit der Doppelspitze wird zugleich der 75. Geburtstag der Komischen Oper Berlin gefeiert!

Abschied wird in dieser Spielzeit vom Haus genommen und von vielen prägenden Inszenierungen, die leider nicht in die Kisten passen: Die Liebe zu drei Orangen, eine der erfolgreichsten Produktionen der Komischen Oper Berlin, nach 138 Aufführungen. Ebenso kommt Xerxes noch einmal mit all seiner barocken Theatermagie zurück, genauso sowie Barrie Koskys anrührende Rusalka.

Weitere Informationen: https://spielzeit.komische-oper-berlin.de/

Highlights im September und im Oktober 2022

Zum Saisonauftakt 2022/23 präsentiert die Komische Oper Berlin ihrem Publikum unter anderem folgende Vorstellungen und Veranstaltungen:

ab 2. Sept 2022 Spielzeitbeginn

… mit Führungen und mehr! Weitere Informationen: komische-oper-berlin.de

23. Sept 2022, 19:00: Intolleranza 1960 | Premiere

Der Glaube des Komponisten Luigi Nono an die Macht der Kunst war groß und ist es wert, nicht zuletzt in Zeiten wie diesen, überprüft zu werden. Regisseur Marco Štorman findet seinen Weg jenseits illustrativer Bilder: Die wahren Kämpfe toben im Inneren. Bühnenbildner Márton Ágh lässt keinen Stein auf dem anderen und verwandelt das Opernhaus für dieses Musiktheater-Ereignis zum Auftakt der Saison in eine Eiswüste. Nonos einzigartiges Meisterwerk wird unter der Leitung von Gabriel Feltz bis zum 3. Oktober sechsmal zu erleben sein.

Weitere Informationen: komische-oper-berlin.de

9. Okt 2022, 18:00: Falstaff | Wieder da!

Als erste Wiederaufnahme der Saison 2022/23 steht Barrie Koskys Inszenierung von Giuseppe Verdis Commedia lirica nach Shakespeare auf dem Spielplan. Weitere Informationen: komische-oper-berlin.de

14. Okt 2022, 20:00 : Zu neuen Ufern | Sinfoniekonzert

Mit Holly Hyun Choe und Marianna Bednarska sind zum Auftakt der neuen Konzertsaison zwei aufstrebende Künstlerinnen zu erleben – mit drei ganz unterschiedlichen Werken, von denen jedes für sich ein »neues Ufer« verheißt. Weitere Informationen: komische-oper-berlin.de

16. Okt 2022, 10:00-15:00: Kinderfest | Wieder da!

Nach pandemiebedingter Pause lädt die Komische Oper Berlin zu diesem Saison-Auftakt wieder Klein und Groß zum traditionellen Kinderfest. Weitere Informationen: komische-oper-berlin.de

22. Okt 2022, 19:30: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny | Wieder da!

Menschen auf der Flucht, eine leere Wüste, gefüllt mit Träumen und Sehnsüchten, apokalyptische Naturkatastrophen, strenge Regeln und wollüstige Exzesse: Oper und Anti-Oper zugleich, thematisiert Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny die Fallstricke der menschlichen Existenz – getragen und vorangetrieben von der Musik Kurt Weills, die in ihrer Verarbeitung zahlreicher ganz unterschiedlicher Einflüsse und Stilrichtungen ebenso unvergleichlich wie unnachahmlich ist. Die Barrie-Kosky-Inszenierung ist die zweite Wiederaufnahme der Saison. Weitere Informationen: komische-oper-berlin.de