Endlich 200: Köln feiert seinen Offenbach

PIFF PAFF PUFF Abschlusskonzert (© Stafenaie Loos)

IM FESTIVAL PIFF PAFF PUFF WURDE KÖLN DREI WOCHEN LANG ZUR BÜHNE FÜR EINE RAUSCHENDE OFFENBACH-HOMMAGE

KÖLNER OFFENBACH-GESELLSCHAFT ZIEHT POSITIVE ZWISCHENBILANZ

REPERTOIRE-AUGENÖFFNER, OLYMPISCHE SOLISTEN UND NEUE FANS JENSEITS DES KLASSISCHEN KONZERTPUBLIKUMS

Köln, 01.07.2019 – Nun wäre er also 200 Jahre alt geworden: Den Jubiläumsgeburtstag des gebürtigen Kölners Jacques Offenbach am 20. Juni hat die „feierfreudige“ (WELT) Kölner Offenbach-Gesellschaft mit einer Geburtstagsparty zelebriert, die die selbstgesteckten Ziele des Festivals PIFF PAFF PUFF locker übererfüllt hat. Rund 10.000 Zuhörer (die Produktionen der Oper nicht mit eingerechnet) erlebten über 30 Veranstaltungen mit zwölf Partnern an 17 großen und kleinen Spielstätten in 25 Tagen mit Klangkörpern und Solisten aus dem In- und Ausland. Offenbach-Schaffensproben im Festival, teils in modernen Erstaufführungen und in Genres von Oper und Orchesterkonzerten über Kammermusik, Lieder und Straßentheater bis hin zu Vorträgen, Führungen und wissenschaftlichen Symposien setzten sein Werk über den Tag hinaus auf die Agenda. Claudia Hessel, Koordinatorin des Offenbach-Jahres und Vorständin der Kölner Offenbach-Gesellschaft: „Diesem Kraftakt der Vielen ist es gelungen, dass Jacques Offenbach mitten in der Kölner Stadtgesellschaft angekommen ist, dass die bemerkenswerte Vielfarbigkeit seiner genialen Komponistenpersönlichkeit sichtbar werden konnte und nicht zuletzt neue Impulse für sein zu großen Teilen noch unveröffentlichtes Gesamtwerk in der Musikwelt gesetzt werden konnten“. Oder, in den Worten der WELT: „Der Mann ist eine Welt“. Am 27. Juni schließlich ging „PIFF PAFF PUFF, das Festival im Offenbach-Jahr“ mit einem deutsch-französischen Konzert in der Berliner Philharmonie zu Ende.

Repertoire-Augenöffner und eine deutsch-französische „Entente Musicale“
Wie eine „explodierende Konfettikanone“ (DW) war dieses Festival auf Entdeckungsreise gegangen. Glanzpunkte waren Repertoire-Augenöffner wie Offenbachs hochromantische „Ouverture à grand orchestre“ (1843) im Abschlusskonzert des Gürzenich-Orchesters in einer Kooperationspremiere mit den französischen Originalklang-Kollegen von Les Siècles (mit einer aberwitzig singenden und spielenden Jenny Daviet); die im Feuilleton kontrovers diskutierte Neuinszenierung der „Grande-Duchesse de Gérolstein“ an der Oper Köln, der Vortrag von Kardinal Woelki („Ich darf ein kleiner Mosaikstein dieses Offenbach-Jahres sein“) über den Humor in der Religion, ein lyrisch-empfindsamer „Fantasio“ mit teils spätklassischen Anklängen, präsentiert von einem „rundum tollen Ensemble“ (Rundschau) als Gastproduktion aus Antwerpen in der Kölner Philharmonie, ein geradezu olympisches „Grand Concerto pour Violoncelle et Orchestre“ in der als unspielbar geltenden 45-minütigen Version mit einem entfesselt spielenden, blutjungen Bruno Philippe, oder eine ganze Reihe hochklassiger WDR-Produktionen mit Cellistin Rafaela Gromes mit „überreichem Esprit“ (VAN-Magazin) und „herzergreifend schön und traurig“ (Rundschau), über den hausproduzierten Operetten-Zauber bis hin zur Geburtstags-Gala des WDR, letzterer mit einem Barcarole-swingenden und Cancan-rockenden Dominique Horwitz. Der Kölner Stadtanzeiger zitiert Horwitz mit dem Offenbach-Satz: „Ich bin eine Revolution“ und fügt hinzu: „Der frenetisch beklatsche Abend war es musikalisch auch.“ Die Rundschau stellt zu „Jules und Jacques“ mit Tina Teubner, Ben Süverkrüp und Davit Melkonyan fest: „Viel zu schade für nur einen Abend!“. Volle Säle und viele Begeisterte aller Altersgruppen auch jenseits des klassischen Konzertpublikums brachten die Produktionen der Kölner Offenbach-Gesellschaft, „Zuhause bei Familie Offenbach“, „Happy Birthday, Mr. Offenbach“. „Ein stimmiges Konzept, das begeistert aufgenommen wurde“, so die Kölnische Rundschau, eine „abwechslungsreiche Revue“ hat der Stadtanzeiger erlebt. Oder die poetische Straßentheater-Produktion „Arrived“ mit Adrian Schvarzstein, die Neugierige auf der Schildergasse zum Cancan-Tanzen animierte. Produktionen wie die Offenbach-Einakter in der Volksbühne am Rudolfplatz von Pamy Productions aus der Schweiz oder die rappelvollen nächtlichen Wandelkonzerte im Schokoladenmuseum begeisterten Menschen, die zuvor Offenbach möglicherweise noch nie als Kölner wahrgenommen hatten.

„Der Appetit kommt beim Essen“ (WELT): Es geht weiter!
Das Ende des Festivals in Berlin markiert zunächst einmal den Abschluss einer ersten Etappe im Offenbach-Jahr – ein wichtiger Teil des Jahresprogramms steht allerdings noch bevor. Es geht weiter: Bis zum Spielzeitende stehen sowohl noch die „Großherzogin“ als auch „Je suis Jacques“ bei der Oper Köln auf dem Spielplan, ab 7. Juli werden den ganzen Sommer über Offenbach-Klänge in Musikpicknicks in Burgen und Schlössern rings um Köln gespielt (www.yeswecancan.koeln/musikpicknick). Am 28. und 29. August steht eine zeitgenössische Bearbeitung von Offenbachs „Reise zum Mond“ in einer Auftragsarbeit mit der Emanuele Soavi incompany als Tanzproduktion im Orangerie-Theater bevor. Ab September bis Dezember präsentieren die Macher dann den „anderen“ Offenbach – von unbekannter Seite, wenn jüngst wiederentdeckte Werke von Jacques und Isaac Offenbach in modernen Erstaufführungen in verschiedensten Formaten und Produktionen zu erleben sein werden.

DAS OFFENBACH-JAHR IN KÖLN UND REGION

2019 jährt sich der Geburtstag Jacques Offenbachs, einem der berühmtesten Söhne Kölns, zum 200. Mal. Unter dem Motto: „Yes We CanCan“ widmet die Kölner Offenbachgesellschaft dem Erfinder der Operette ein ganzes Jahr voller Veranstaltungen in Musik, Theater, Tanz und Literatur. Höhepunkt ist das Offenbach-Festival PIFF PAFF PUFF im Geburtstagsmonat Juni mit weiteren zahlreichen Veranstaltungen rund um die Musik von Jacques Offenbach. Das Offenbach-Jahr 2019 wird gefördert von der Stadt Köln, dem Land NRW, dem LVR, der RheinEnergie-Stiftung, sowie den beiden Hauptsponsoren, der RheinEnergie und der Sparkasse KölnBonn.

DIE KÖLNER OFFENBACH-GESELLSCHAFT

Die Kölner Offenbach-Gesellschaft ist ein gemeinnütziger Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, das Leben und Wirken von Jacques Offenbach stärker ins Bewusstsein der Stadt Köln und der Region zu rücken. Seit Dezember 2015 wächst die Gesellschaft, zu denen viele Kölner Persönlichkeiten wie die beiden Kölner Alt- Oberbürgermeister Jürgen Roters und Fritz Schramma zählen, stetig. Zurzeit organisiert und koordiniert die Kölner Offenbach-Gesellschaft das von ihr initiierte Offenbach-Jahr 2019.

KOMMENDE VERANSTALTUNGEN
7./21. Juli, 04. /11./25./30.08.: Musik-Picknick in Schlössern und Parks, yeswecancan.koeln/musikpicknick
02./06. (18 Uhr / 20:15 Uhr) /09. Juli: Oper Köln, „Je suis Jacques“, oper.koeln
04./07. Juli: Oper Köln, „La Grand Duchesse de Gérolstein“, oper.koeln
28. / 29. August: INVASION; Auftrags-Tanzproduktion mit der Emauele Soavi incompany, Orangerie-Theater, orangerie-theater.de/invasion/

yeswecancan.koeln / koelner-offenbach-gesellschaft.org