»Eine posthumane Geschichte« anstatt »ich bin ein mensch jetzt« bei den Frankfurter Positionen

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Ab Ende Januar finden voraussichtlich die 10. Frankfurter Positionen, das Festival für neue Werke, statt. Das Stück »ich bin ein mensch jetzt« von Miroslava Svolikova wird nicht wie angekündigt im Rahmen der Frankfurter Positionen zur Uraufführung kommen. Aufgrund ihrer hohen Arbeitsbelastung konnte die Autorin das Stück nicht zum verabredeten Zeitpunkt fertigstellen.

Stattdessen wird Jessica Glause »Eine posthumane Geschichte« des Hongkonger Dramatikers Pat To Yan zur Uraufführung bringen.
Jessica Glause stellte sich im Januar letzten Jahres mit David Grossmans Eine Frau flieht vor einer Nachricht am Schauspiel Frankfurt vor.

Pat To Yan, der 1975 in Hongkong geboren wurde, arbeitet als Dramatiker, Regisseur und Lehrer. Er studierte Englische Literatur und Soziologie in Hongkong und Szenisches Schreiben in London. Sein Stück »Eine kurze Chronik des künftigen Chinas« war 2016 in der englischen Originalfassung als bislang erster Theatertext aus China zum Berliner Stückemarkt eingeladen. Es ist der erste Teil der Serie »Posthuman Journey«.

Im zweiten Teil, »Eine posthumane Geschichte«, erforscht der Autor, was ´Menschsein´ in unserer Zukunft bedeuten könnte. Yans fantastische Fabel erzählt von Frank, der sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält, bis er als Soldat vom Militär rekrutiert wird: Vom Bildschirm aus bombardiert er via Drohne andere Länder. Damit ist der Lebensunterhalt für ihn, seine Frau Jane und seinen zukünftigen Sohn Anders gesichert. Doch ein kantonesischer Fluch liegt über der Geburt von Anders: Er kommt ohne Gesäß zur Welt. Die medizinische Errungenschaft eines Cyberpopos bringt die erhoffte Rettung. Dieses hochentwickelte künstliche Gesäß hat nur zur Folge, dass Anders` IQ in Hochgeschwindigkeit wächst wie Anders im gleichen Tempo altert. Sei’s drum – sein Po ist intelligenter, effizienter und schneller als sein Hirn.

Pat To Yans Theaterstücken ist ein magischer Realismus eingeschrieben, der die Grenzen zwischen Realität und Phantasie, zwischen Mythologie, Geschichte und Geographie verwischt und zu einer auf der Handlungsebene als natürlich empfundenen Wirklichkeit verschmelzen.

Uraufführung am 6. Februar 2021 im Rahmen der Frankfurter Positionen am Schauspiel Frankfurt – sofern die Theater bis dahin wieder geöffnet sind.

schauspielfrankfurt.de / frankfurterpositionen.de