Druckfrisch – Neue Bücher mit Denis Scheck über Weihnachten für Liebende, Atheisten und Genießer

Am Sonntag, 15. Dezember 2019, um 0:05 Uhr im Ersten

Druckfrisch ~ Neue Bücher mit Denis Scheck ~ Literaturkritiker Denis Scheck (l.) mit Regisseur Andreas Ammer (© WDR/Bernd-Michael Maurer)

In der nächsten Ausgabe von „Druckfrisch“ am Sonntagabend, 15. Dezember 2019, um 0:05 Uhr im Ersten spricht Denis Scheck mit Peter Stamm über Weihnachten für Liebende, mit Richard Dawkins über Weihnachten für Atheisten und mit Nigel Slater über Weihnachten für Genießer.

Peter Stamm: Marcia aus Vermont. Eine Weihnachtsgeschichte

Dies ist keine typische Weihnachtsgeschichte. Peter Stamm erzählt in seinem neuen Buch von einem Schweizer Künstler, der im weihnachtlichen New York einen wundervollen One-Night-Stand erlebt – und dann Marcia, so heißt die Frau jenes „Fests der Freiheit und der unbegrenzten Möglichkeiten“, nie mehr wiedersieht. Bis er, 30 Jahre später, zur gleichen Zeit am selben Ort ist – und rätselhafte Hinweise auf die frühere Geliebte findet. Lakonisch und doch mit einem starken Sog, wie Peter Stamm immer erzählt, führt diese Geschichte in eine Zwischenwelt aus Vergangenheit und Gegenwart – ein Weihnachtswunder allerdings bleibt aus.

Richard Dawkins: Atheismus für Anfänger

Wie hältst du es mit der Religion? Richard Dawkins ist der prominenteste Wissenschaftler unserer Tage, der sich an der alten Gretchenfrage abarbeitet. Sein neues Buch wendet sich vor allem an jüngere Leserinnen und Leser und behandelt alle Fragen, auf die Religionen bisher eine Antwort gegeben haben – mit dem Ziel, diese Antworten auch ohne Religion zu geben. Der Rückschluss von der Existenz der Welt auf einen Schöpfer ist für Dawkins ein Kurzschluss. Religion hatte im Lauf der Evolution ihren Sinn – als Überlebenshilfe in einer angstbesetzten Wirklichkeitserfahrung. Inzwischen, so Dawkins, ist die Menschheit weiter und kann die metaphysischen Stützen ablegen. Die Wissenschaft, glaubt er, sagt uns inzwischen mehr über die Zusammenhänge des Kosmos als jeder Gottesglaube. Einen Weihnachtsbaum, so Dawkins in „Druckfrisch“, werde er aber trotzdem aufstellen.

Nigel Slater: Greenfeast

Ein Kurzbesuch bei Englands bestem Food-Autor, der sich in seinem neuen Buch erstmals ganz der vegetarischen Küche widmet. Im „Fest des Grünzeugs“ oder besser: im „Grünen Gelage“ schildert Nigel Slater, der Tag für Tag notiert, was er kocht und isst, wie er sein Essverhalten eher unbewusst verändert hat. Wenn das einem Autor passiert, der ansonsten für Fleisch und deftigen Geschmack stand, dann muss das unweigerlich mit originellen Rezepten zu tun haben – und davon gibt es im Nachfolgeband zu Slaters Bestseller „Eat“ wieder jede Menge. Erdnusssoße, Kekskruste, Dicke Bohnen, Spätsommerfrüchte und und und: ein Fest der kulinarischen Ideen.

Denis Scheck empfiehlt zudem den Klassiker „Hundert Jahre Einsamkeit“ von Gabriel Garcia Marquez, neu übersetzt von Dagmar Ploetz.

Und, wie immer, Denis Schecks kritische Revue der „Spiegel“-Bestsellerliste (diesmal: Belletristik).

Moderation: Denis Scheck; Regie: Andreas Ammer. Redaktion: Christoph Bungartz (NDR), Armin Kratzert (BR), Susanne Schettler (WDR) und Katrin Schumacher (MDR).

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