Druckfrisch – Neue Bücher mit Denis Scheck am Sonntag

Druckfrisch ~ Neue Bücher mit Denis Scheck ~ Literaturkritiker Denis Scheck (l.) mit Regisseur Andreas Ammer (© WDR/Bernd-Michael Maurer)


Am Sonntag, 17. Februar 2019, um 23:35 Uhr über Korruption auf Kuba und japanische Denk- und Verhaltensweisen

In der nächsten Ausgabe von „Druckfrisch“ am Sonntag, 17. Februar 2019, um 23:35 Uhr im Ersten spricht Denis Scheck mit Leonardo Padura über Korruption und Verbrechen auf Kuba und mit Yoko Tawada über Japan nach einer mysteriösen Katastrophe. Schecks Tipp diesmal: Anselm Oelzes Roman über Darwins Konkurrenten Alfred R. Wallace.

Yoko Tawada: Sendbo-o-te
Sie hat gerade den renommierten amerikanischen National Book Award erhalten, auch deutsche und asiatische Literaturpreise hat sie schon – dennoch ist die in Berlin lebende Japanerin Yoko Tawada für viele noch eine Entdeckung. In ihrem neuen Roman „Sendbo-o-te“ entwirft sie das Bild von Japan nach einer mysteriösen Katastrophe. Es ist eine Folie für viele Fragen über spezifisch japanische Denk- und Verhaltensweisen, über eine alternde Gesellschaft und die Zukunft der Kinder. Einfach und klar erzählt, aber, wie der Titel andeutet, auch voller Doppeldeutigkeiten und Assoziationen. Peter Pörtner hat gerade diese Qualität des Romans kongenial aus dem Japanischen ins Deutsche übertragen.

Leonardo Padura: Die Durchlässigkeit der Zeit
Wer an Kuba und Krimis denkt, denkt auch an Leonardo Padura. Er ist einer der bedeutendsten lateinamerikanischen Schriftsteller – und weit mehr als das, was man landläufig unter einem Krimiautor versteht. Das bloße Verbrechen interessiert ihn nicht. Er erkundet die Abgründe der kubanischen Gesellschaft – und war der Erste, der Kriminalität und Korruption auch in den oberen Schichten schilderte, früher undenkbar im sozialistischen Musterstaat. Damit ist Padura auch ein Chronist des Wandels in seinem Heimatland. Sein Roman holt weit aus, erzählt vom Kunstraub mit alten Madonnenfiguren, von Glaube und Aberglaube, vom modernen Kuba und den unauslöschlichen Spuren der Vergangenheit.

Denis Scheck empfiehlt zudem „Wallace“ von Anselm Oelze.
Charles Darwin ist weltberühmt. Aber wer kennt schon Alfred R. Wallace? Er war ein Zeitgenosse Darwins und mindestens so bedeutend für die Evolutionstheorie. Hat Darwin Wallaces Ideen als seine eigenen publiziert? Oder war Wallace für Darwin nur eine „Inspiration“? Darüber streiten Historiker bis heute. Der junge Autor Anselm Oelze hat einen spannenden Roman darüber geschrieben, dass und warum es auch in der Geschichte der Wissenschaft Sieger und Verlierer gibt.

Und schließlich kommentiert Denis Scheck einmal mehr pointiert die aktuelle „Spiegel“-Bestsellerliste (diesmal: Sachbuch).

Moderation: Denis Scheck; Regie: Andreas Ammer. Redaktion: Christoph Bungartz (NDR), Armin Kratzert (BR), Susanne Schettler (WDR) und Katrin Schumacher (MDR).

DasErste.de/druckfrisch