Dokumentarfilm „Emilie Schindler – Die vergessene Heldin“ am 20. Mai auf arte

Emilie Schindler - Die vergessene Heldin © Gertrud Ferrari, Foto: BR

Oskar Schindler – seit Steven Spielbergs Film „Schindlers Liste“ kennt man diesen Namen. Er wurde zum Synonym für Menschlichkeit im Nationalsozialismus. Doch welche Rolle spielte seine Frau?

Emilie Schindler, die als betrogene Ehefrau von vielen belächelt wurde, ist eine von der Geschichte vergessene Heldin, die furchtlos und mutig Juden rettete.

Die Dokumentation „Emilie Schindler – Die vergessene Heldin“ holt sie aus dem Schatten ihres Mannes und porträtiert eine Frau, die ohne großes Aufsehen Menschen beschützte. Nach dem Krieg wurde sie von ihrem Mann verlassen und von der Welt vergessen.

Emilie Pelzl wurde 1907 im Sudetenland geboren. Von klein auf arbeitet sie auf dem elterlichen Bauernhof und pflegt Angehörige. Mit 20 verliebt sie sich in den charmanten Oskar Schindler.

Obwohl dieser als Herzensbrecher gilt, heiratet sie ihn. Oskar hat Affären und verjubelt die Mitgift, aber Emilie bleibt. Gemeinsam werden sie durch die Nazis mit ihrer Fabrik erst reich und retten dann viele Juden vor dem sicheren Tod.

Die Regisseurin Annette Baumester rekonstruiert das Leben von Emilie Schindler. Nachgesprochene Zitate vermitteln das Bild einer Frau, die sich aus der Rolle der passiven Ehefrau löst und aktiv Menschen hilft. Für „ihre Juden“ besorgt sie Lebensmittel, Medikamente und rettet Todgeweihte unter den Augen der SS.

In der Dokumentation beschreiben Historikerinnen und Historiker sowie Emilie Schindlers argentinischer Pfleger Leandro Coseforti und ihre Nichte Traude Ferrari eine vergessene Heldin.

Emilie Schindler starb am 5. Oktober 2001. Sie wurde im bayrischen Waldkraiburg beigesetzt.


Regisseurin Annette Baumeister

Annette Baumeister, studierte nach ihrem Abitur 1992 Zeitgeschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Deutsche Literaturwissenschaften in Augsburg, Grenoble und München. Während ihres Studiums arbeitete sie in französischen, amerikanischen und deutschen Archiven. Nach ihrer Arbeit als Rechercheurin für den ZDF-Jahrhundertrückblick „Hundert Jahre“ absolvierte sie zwischen 2000 – 2002 ein Fernsehvolontariat. Seit 2003 ist sie freie Autorin und Regisseurin nationaler und internationaler Produktionen.

Für ihre Filme wurde sie u.a. mit dem Preis der Deutschen Fernsehakademie und dem Robert-Geißendörfer-Preis ausgezeichnet und u.a. für den Japan Prize und Grimme-Preise nominiert. Sie liebt Menschen und ihre Geschichten, sucht den ungewöhnlichen und frischen Blick auf vermeintlich Erzähltes und begeistert sich für Fußball, Berge und Geschichte. Sie lebt in München und Los Angeles.


Emilie Schindler – Die vergessene Heldin

BUCH & REGIE: ANNETTE BAUMEISTER
KAMERA:JOHANNES STRAUB
MONTAGE: ULRICH STEIN
GRAFIK: PETER HEYNEN
MUSIK: MATTHIAS PETSCHE
MISCHUNG: TOMAS BASTIAN
SPRECHER: CHRISTIAN BAUMANN

PRODUKTION: SABRINA PLATH / FREDERIKE MERKEL
LINE PRODUCER: JAN BULLERDIECK
PRODUCER: GREGOR EICHFELD (BR) / VERONIKA MENDLER (TANGRAM)
PRODUZENTIN: DAGMAR BILLER
REDAKTION: ANDREAS BÖNTE (BR) / HELGE FREUND (BR) / SONJA SCHEIDER (ARTE/BR) / ANNE-LAURE GOUGEON (ARTE G.E.I.E.)

TV-Ausstrahlung: Montag, 20. Mai 2024, um 23 Uhr
Auf arte.tv bis 17. August 2024

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