Dirigent und früherer Chemnitzer GMD Niksa Bareza verstorben

Niksa Bareza dirigiert die Robert Schumann Philharmonie im März 2009 in der Chemnitzer Stadthalle (© Schmidtfoto Chemnitz)

Die Theater Chemnitz trauern um ihren ehemaligen Generalmusikdirektor Niksa Bareza, der am 17. Januar 2022 im Alter von 85 Jahren in Zagreb verstorben ist.

Niksa Bareza wurde am 31. März 1936 in Split geboren und absolvierte seine Studien u. a. bei Milan Sachs und Hermann Scherchen an der Musikakademie in Zagreb und am Mozarteum in Salzburg. Er war von 1965 bis 1974 Chefdirigent am Kroatischen Nationaltheater Zagreb, anschließend Gastdirigent am Mariinski-Theater St. Petersburg (1972 bis 1975), Dirigent am Opernhaus Zürich (1978 bis 1981) und Chefdirigent der Grazer Philharmoniker und der Grazer Oper (1981 bis 1990). Außerdem war er Gast an vielen bedeutenden Opernhäusern wie der Wiener Staatsoper, der Deutschen Oper Berlin, der Oper Leipzig, der Bayerischen Staatsoper München, dem Teatro alla Scala Milano, der Den Norske Opera Oslo sowie an der Opéra de Marseille und dirigierte Konzerte renommierter europäischer Orchester.

Von 2001 bis 2007 war Niksa Bareza als Generalmusikdirektor der Robert-Schumann-Philharmonie und der Oper Chemnitz tätig. Hier dirigierte er vor allem Werke von Richard Wagner („Der fliegende Holländer“ 2002, „Tristan und Isolde“ 2004, „Lohengrin“ 2006) und Richard Strauss („Elektra“ 2002, „Der Rosenkavalier“ 2003, „Arabella“ 2005, „Ariadne auf Naxos“ 2006), darüber hinaus weitere Klassiker der Opernliteratur wie Webers „Der Freischütz“, Tschaikowskys „Eugen Onegin“ und Mozarts „Idomeneo“ sowie auch seltener aufgeführte Opern wie „Das Mädchen aus dem goldenen Westen“ von Puccini und „Iris“ von Pietro Mascagni. Bei der Gestaltung des Konzertrepertoires lagen ihm neben Werken der Klassik und Romantik von Mozart, Beethoven, Schumann und Mendelssohn bis zu Brahms und Bruckner besonders die Kompositionen des 20. Jahrhunderts am Herzen. So erklangen in seiner Chemnitzer Zeit u. a. Paul Dessaus Symphonische Adaptionen des Quintetts Es-Dur KV 614 von Mozart, Sofia Gubaidulinas „Stunde der Seele“ für Soloschlagzeug, Mezzosopran und Orchester, Gija Kantschelis „Trauerfarbenes Land“ für großes Orchester, Peter Eötvös‘ Klangtheater „As I Crossed A Bridge Of Dreams“, das Trompetenkonzert op. 23 von Siegfried Kurz sowie weitere Werke von Wolfgang Rihm und Aribert Reimann.

Seine internationalen Verpflichtungen führten ihn anschließend erneut an die Wiener Staatsoper, nach Italien (u. a. Teatro Bellini in Catania, Teatro alla Scala in Mailand, Teatro Massimo in Palermo, Teatro Verdi in Triest), Deutschland (u. a. Bayerische Staatsoper München, Hamburgische Staatsoper, Deutsche Staatsoper Unter den Linden), nach Oslo, Mexiko und zuletzt mit „Nikola Subić-Zrinjski“ von Ivan Zajc ans Kroatische Nationaltheater Zagreb.

Die Theater Chemnitz werden ihrem früheren Generalmusikdirektor ein ehrendes Andenken bewahren.

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