Digitalprogramm „Lasst uns spielen!“ erreichte über 120.000 Menschen

Konzertstreams sind über das Jubiläumsjahr des „Heidelberger Frühling“ weiterhin on-demand verfügbar

Heidelberger Frühling (© Heidelberger Frühling)

Mit einem Duo-Abend der Geigerin Alina Pogostkina und des Cellisten Maximilian Hornung ist das Digitalprogramm des „Heidelberger Frühling“ unter dem Motto „Lasst uns spielen!“ am Sonntagabend zu Ende gegangen. Es war aufgelegt worden, nachdem der 25. Jubiläumsjahrgang des Festivals aufgrund unklarer Öffnungsperspektiven und fehlender Planungssicherheit Anfang März komplett abgesagt werden musste. Die 16 Ausstrahlungstermine haben bis zum Finaltag am 18. April mehr als 120.000 Menschen über die Ausspielungskanäle Facebook, Twitter und Youtube des Festivals sowie die eigens errichtete Webplattform fruehling25.de erreicht.
Die Konzertstreams sind über das gesamte Jubiläumsjahr, also bis 12 Monate nach Erstausstrahlung, auf der Website und dem Youtube-Kanal des Heidelberger Frühling als Videos-on-demand verfügbar.

„Mit ‚Lasst uns spielen!‘ ist uns nach der großen Enttäuschung der Absage des Festivals 2021 ein künstlerischer Start in unser 25. Geburtstagsjahr gelungen. Wir wollten unter allen Umständen Musikerlebnisse ermöglichen – für unser Publikum und für die Künstlerinnen und Künstler, die am meisten unter der Krise zu leiden haben. Dass wir damit so viele Menschen erreichen und vor allem erfreuen konnten – die zahlreichen dankbaren Kommentare auf Social Media und Zuschriften spiegeln es – macht uns sehr glücklich,“ resümiert der Intendant des „Heidelberger Frühling“ Thorsten Schmidt.

Zu Gast auf der digitalen Bühne waren langjährige künstlerische PartnerInnen, aber auch Neulinge beim „Heidelberger Frühling“: Für „Lasst uns spielen!“ kamen Komponist und Klarinettist Jörg Widmann, Pianist Pierre-Laurent Aimard, Sängerin Anna Lucia Richter, das Schumann Quartett, Akkordeonist Martynas Levickis, Cellist Maximilian Hornung, die Geigerinnen Sarah Christian und Alina Pogostkina, Fellows der Lied Akademie, StipendiatInnen der Kammermusik Akademie und natürlich Pianist Igor Levit nach Heidelberg. Zum ersten Mal beim Heidelberger Frühling war der kanadische Pianist Jan Lisiecki, der für ein Gespräch mit dem Direktor der Frankfurter Buchmesse Juergen Boos aus Lissabon zugeschaltet wurde.

Neben reinen Konzertstreams lag die inhaltliche Konzentration vor allem auf Formaten, die eine Begegnung mit den KünstlerInnen über die musikalische Darbietung hinaus möglich machen. So etwa im Werkstattcharakter der öffentlichen Proben mit jungen Quartetten und Jörg Widmann, in denen drei seiner Streichquartette gemeinsam erarbeitet wurden. Oder das Gesprächskonzert mit dem Akkordeonisten Martynas Levickis, das tiefe Einblicke in die Künstlerpersönlichkeit gab, sowie der Austausch mit Mitgliedern der Kammermusik und Lied Akademie über ihre künstlerischen Ideen – moderiert von Marie König, die ebenfalls Stipendiatin beim Heidelberger Frühling war. Mit Donghoon Shins „My Shadow“ war eine Welt-Uraufführung im Programm, die vom Heidelberger Frühling und der City of London Sinfonia in Auftrag gegeben worden war.

Zwei Produktionen des Digitalprogramms werden im Rahmen des ARD Radiofestivals im Sommer 2021 vom Medienpartner SWR2 als Audiomitschnitt ausgestrahlt: Der Liederabend mit Anna Lucia Richter und dem Schumann Quartett und das kammermusikalische Programm „All’Ongarese“ mit dem Streichtrio Sarah Christian, Jano Lisboa und Maximilian Hornung.

Spielorte des Digitalprogramms waren die Alte Aula der Universität Heidelberg und das Frauenbad des Alten Hallenbads Heidelberg. Die Produktion wurde unter Einhaltung eines strengen Hygienekonzepts mit regelmäßigen Testungen aller KünstlerInnen und des gesamten Technik- und Festivalteams durchgeführt. 

Mit dem Digitalprogramm hatte man außerdem zu Spenden in den unmittelbar nach der Absage gegründeten „Fonds Zukunftsmusik“ aufgerufen. Initiiert wurde der Fonds von den vier Hauptförderern des Festivals – Baustoffhersteller HeidelbergCement AG (Gründungspartner), Finanzdienstleister MLP SE, dem pharmazeutischen Unternehmen Octapharma AG und Softwarekonzern SAP SE – gemeinsam mit der Stiftung Heidelberger Frühling. Künstlerischer Botschafter ist der Pianist und Festivalfreund Igor Levit. Die Spendenaktion wird ebenfalls über das Jubiläumsjahr fortgesetzt.