Digital Lectures zu »Öffentliche Räume in Kulturbauten der Zukunft«

© Greg Plominski auf Pixabay

Expert:innen diskutieren ab 16. November 2021 in einer digitalen Veranstaltungsreihe über öffentliche Räume in Kulturbauten der Zukunft. Die Digital Lectures KULTURBAUTEN DER ZUKUNFT werden von der Bayerischen Staatsoper, der Deutschen Oper am Rhein, der Komischen Oper Berlin, dem Opernhaus Zürich und den Staatstheatern Stuttgart veranstaltet.

Die Digital Lectures Öffentliche Räume in Kulturbauten der Zukunft bringen Expert:innen und Visionär:innen zu einer digitalen Veranstaltungsreihe zusammen, um über Ideen und Visionen für Kulturbauten der Zukunft sowie über die mit ihnen verbundenen An- und Herausforderungen zu diskutieren. Weil zahlreiche Theater- und Konzerthäuser im deutschsprachigen Raum mittelfristig umfassend saniert oder neu gebaut werden müssen, sollen in sieben digitalen Veranstaltungen wichtige Impulse und Antworten auf zentrale Zukunftsfragen erarbeitet werden, darunter:

  • Was müssen Kulturbauten zwischen künstlerischer Tradition und zukunftsgewandten Ansprüchen leisten?
  • Wie können Kulturbauten für die Gesellschaft geöffnet werden?
  • Welche Anforderungen hat das Kulturpublikum der Zukunft an Kulturbauten?
  • Welche Voraussetzungen für eine vielfältige und relevante Nutzung der öffentlich zugänglichen Räume in Kulturbauten müssen erfüllt sein?

Zu den Referent:innen:

Oona Horx-Strathern, seit 25 Jahren Trend- und Zukunftsforscherin mit Schwerpunkt Architektur, Prof. Peter Haimerl, Architekt, zahlreich ausgezeichnet für seinen Konzertsaal in Blaibach, Detlef Weitz, Szenograf und Designpreisträger der Bundesrepublik Deutschland 2011 in Gold, Prof. Dr. Susanne Hofmann, Gründerin und Geschäftsführerin der Baupiloten Architektur BDA, Jörn Walter, Stadtplaner, Prof. Dr. Dr. Ayad Al-Ani, assoziiertes Mitglied des Einstein Zentrums Digitale Zukunft, Andrea Jürges, Architektin und Mitglied der Stabsstelle Zukunft der Städtischen Bühnen, stellen interessante Ideen und Lösungsansätze für öffentlich zugängliche Bereiche von Kulturbauten vor. Im Anschluss an den jeweiligen Vortrag diskutieren sie ihre Thesen mit ausgewählten Gesprächspartner:innen.

Die Lectures werden im Anschluss an den Live-Termin auf der Website mit den Referent:innenbeiträgen und den wesentlichen Erkenntnissen aus den Diskussionen veröffentlicht. Alle Digital Lectures sind frei zugänglich und richten sich sowohl an Expert:innen wie an das interessierte Publikum.

Kostenlose Anmeldung und Teilnahme unter www.kulturbauten.net


Alle Termine und Themen der Digital Lectures:

Di., 16.11.2021, 10-12 Uhr:
Zukunftstrends – wie wir leben werden.
Wie werden wir in Zukunft leben und arbeiten? Wie werden unsere Städte, Häuser, Wohnungen aussehen? Welche Megatrends sind maßgeblich für Gemeinschaftsorte wie Kulturbauten? Was bewegt Menschen künftig dorthin zu kommen?
MIT Oona Horx-Strathern, Trend- und Zukunftsforscherin

Di., 23.11.2021, 10-12 Uhr: Partizipation – wie Partizipation Kultur schafft.
Wie wird die Gesellschaft in die Planung von Kulturbauten sinnvoll einbezogen? Was sind Voraussetzungen für Partizipation? Wie kann Inklusion stattfinden?
MIT Prof. Dr. Susanne Hofmann, Gründerin Die Baupiloten
UND Benedikt von Peter, Intendant Theater Basel

Di., 30.11.2021, 10-12 Uhr: Raumerlebnis – Ideen und Inhalte in Räume übersetzen.
Wie wird die Inszenierung von Räumen von Anfang an mitgedacht? Was braucht es, um Inhalte zu vermitteln? Welche Erlebnisse bieten sich Besucher:innen künftig in Kulturbauten?
MIT Detlef Weitz, geschäftsführender Gesellschafter des Büros für Szenografie chezweitz

Di., 07.12.2021, 10-12 Uhr: Architektur – mutig und verrückt muss sie sein
Warum muss Architektur mutig und verrückt sein? Was braucht es, um Grenzen konventioneller Architektur zu überschreiten? Wie macht sich innovative Architektur für eine Stadt bezahlt?
MIT Prof. Peter Haimerl, Professor für Architektur und Leiter der Abteilung Architektur:zoomtown
UND Christos Chantzaras, Make Munich Weird

Di., 14.12.2021, 10-12 Uhr: Soziologie – kulturelle Institutionen in der Transformation?
Welche Rolle haben kulturelle Institutionen in gesellschaftlicher Transformation? Wie müssen sie sich selbst verändern? Wer sind die zukünftigen Nutzer:innen?
MIT Prof. Dr. Dr. Ayad Al-Ani, assoziiertes Mitglied Einstein Zentrum Digitale Zukunft

Di., 11.01.2022, 10-12 Uhr: Stadtplanung – Oslo, Bilbao, Hamburg. Was macht Kultur mit der Stadt?
MIT Jörn Walter, vormals Oberbaudirektor Hansestadt Hamburg
UND Regula Lüscher, frühere Senatsbaudirektorin von Berlin und Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Dr. Joëlle Zimmerli, Soziologin und Planerin FSU, Zimraum GmbH

Di., 18.01.2022, 10-12 Uhr: Best Practice– First Mover (kennen-)lernen
MIT Andrea Jürges, Stv. Direktorin Deutsches Architekturmuseum Frankfurt am Main


Initiative

Die Digital Lectures KULTURBAUTEN DER ZUKUNFT werden von der Bayerischen Staatsoper, der Deutschen Oper am Rhein, der Komischen Oper Berlin, dem Opernhaus Zürich und den Staatstheatern Stuttgart veranstaltet. Die Organisation, Durchführung und Dokumentation übernimmt AK Culture. Marketing, Sales, Service.


Stimmen der Initiator:innen:

Nicht nur künstlerische Fragen sind entscheidend für die Gegenwart und Zukunft eines Opernhauses. Gesamtgesellschaftliche Entwicklungen wie demografischer Wandel, Urbanisierung, Wissenskultur, Konnektivität oder Individualisierung sind Megatrends, die Verantwortliche in Kultur, Politik und Architektur künftig verstärkt berücksichtigen müssen. Sie werden die Gesellschaft und Wirtschaft mittel- und langfristig prägen. Wie ressourcenschonend, partizipativ und inspirierend könnte das Opernhaus der Zukunft sein? Welche Voraussetzungen muss das Gebäude für diese neuen Anforderungen erfüllen? Mit der Reihe «Kulturbauten der Zukunft» möchten wir uns an einem interdisziplinären und internationalen Austausch beteiligen, Fragen aufwerfen, Impulse geben und Anregungen finden.

Andreas Homoki, Intendant, Opernhaus Zürich

Die Generalsanierung des historischen Littmann-Baus wird das Gebäude technisch und funktional auf den neuesten Stand bringen. Im Zusammenwirken mit anderen städtebaulichen Maßnahmen im direkten Umfeld können darüber hinaus erweiterte Nutzungsmöglichkeiten der Gebäude erschlossen werden, die weit über den Kreis der Besucher von Opern- und Ballettaufführungen hinausgehen. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig Ideen dafür zu entwickeln und sich mit klugen Köpfen darüber auszutauschen.

Marc-Oliver Hendriks, Geschäftsführender Intendant der Staatstheater Stuttgart

Düsseldorf diskutiert derzeit leidenschaftlich über den Bau eines neuen Opernhauses. Wir freuen uns sehr darauf, durch den intensiven Austausch mit Expertinnen und Experten verschiedener Disziplinen für diesen Prozess wichtige Anregungen und Impulse zu erhalten. Welche Bedürfnisse hat eine moderne Stadtgesellschaft in Bezug auf ein neues Opernhaus? Was zeichnet das „Opernhaus der Zukunft“ aus? Welcher Architektur, welcher Funktionalitäten bedarf eine „Oper für alle“? Fragen wie diese beschäftigen die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer derzeit sehr, und die Veranstaltungsreihe soll dazu beitragen, sie in eine genreübergreifende, weit über die Grenzen der Stadt hinausweisende Debatte einzuordnen.

Prof. Christoph Meyer, Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein

Der Sanierungsbedarf der Komischen Oper Berlin ist seit den Neunzigerjahren bekannt. Darauf folgten zahlreiche Bedarfsanalysen. Im Jahr 2018 hat das Land Berlin dem nun vorliegenden Bedarfsprogramm und Sanierungskonzept zugestimmt und die notwendigen finanziellen Mittel zur Umsetzung zugesagt. Im Frühjahr 2021 wurde der Siegerentwurf von kadawittfeldarchitekten in einem internationalen Architekturwettbewerb ausgewählt, womit wir sehr glücklich sind. Diesem gelingt es, den komplexen Anforderungen an ein offenes und modernes Opernhaus des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden. Zudem schafft er ein Gebäude, das perfekt zum Profil der Komischen Oper Berlin passt. Derzeit befinden wir uns in der Planungsphase, in welcher funktionale und gestalterische Details definiert werden. Darum freuen wir uns gerade jetzt über die Möglichkeit des Austauschs mit Kolleg:innen und Expert:innen.

Susanne Moser, Geschäftsführerin und designierte Intendantin Komischen Oper Berlin

Die Zukunft und die Relevanz der Oper der Zukunft wird nicht nur auf der Bühne verhandelt werden, sondern wird maßgeblich davon geprägt sein, wie wir als Kulturinstitutionen unseren Verband mit der Gesellschaft definieren. Ich bin davon überzeugt, dass es unser zentraler Auftrag ist, engagiert eine Gesellschaft von Morgen mitzugestalten und dabei unsere Potentiale intensiv auszuschöpfen. Es ist eine große Chance, dass wir Räume bieten und neue Räume schaffen können, im Opernhaus und an anderen Orten in der Stadt, an denen Menschen unterschiedlichster Herkunft sich versammeln, eine Gemeinschaft bilden und in einen Dialog treten, gesellschaftliche Debatten und ein gemeinsames Erleben möglich sind. Opernhäuser und Kulturinstitutionen müssen auch in den Städten von Morgen eine wichtige Rolle übernehmen und sich immer wieder selbst befragen, wie sie Stadtgesellschaften mitprägen und -verändern können, welche Wechselwirkungen und Dynamiken hier denkbar sind. Die Reihe „Kulturbauten der Zukunft“ sehen wir Impulsgeber als Podium für ebensolche Themen sowie als Plattform der Wissensbündelung und des Austauschs mit nationalen und internationalen Kolleg:innen befreundeter Opernhäuser.

Serge Dorny, Staatsintendant, Bayerische Staatsoper