Die Themen von „ttt – titel thesen temperamente“ am Sonntag (29. Mai)

ttt - titel thesen temperamente, sonntags im Ersten. Max Moor gibt Informationen über aktuelle Ereignisse und wichtige Trends im deutschen und internationalen Kulturleben. ttt stellt Künstler aller Genres in den Mittelpunkt der Betrachtung, macht Kunst optisch erfahrbar, zeigt Zusammenhänge auf und stellt den Wettstreit der Meinungen in der Kulturszene dar. © ARD/Herby Sachs

„ttt – titel thesen temperamente“ (BR) kommt am Sonntag, 29. Mai 2022, um 23:35 Uhr im Ersten.

Die geplanten Themen:

Putins Pinocchio-Tisch – Die Philosophie der Lüge

Was ist Lüge? Warum lügen wir? Ist Lügen überlebensnotwendig? Und: Warum belügen wir nicht nur andere, sondern auch uns selbst? Der norwegische Philosoph und Autor Lars Fredrik Svendsen widmet sich diesen Fragen in seinem Buch „Die Philosophie der Lüge“. Darin geht er dem Wesen der Lüge auf den Grund, fragt nach bei Platon, Machiavelli oder Hannah Arendt: wie wirken sich Lügen auf Individuum und Gesellschaft aus? Welche Techniken gibt es – gar eine Politik der Lüge? Von der Notlüge bis zum systemischen Lügen, das eine ganze Gesellschaft formt bzw. deformiert – wir sehen es permanent in der Welt. Hochaktuell – beim Zusehen werden die Nasen länger.

Die Frau, die Che Guevara rächte – Ein Buch über Monika Ertl

Wer war diese Monika Ertl? Ein Buch erzählt jetzt, wie die Tochter von Leni Riefenstahls Kameramann zur Sozialrevolutionärin und Links-Terroristin wurde und schließlich in La Paz von Polizisten auf offener Straße erschossen wurde. Die Kulturwissenschaftlerin Karin Harrasser schildert eine dramatische, deutsche Familiengeschichte in Bolivien, vor dem Hintergrund von Altnazi-Communitys und Guerilla-Bewegung in Bolivien Ende der 1960er Jahre.

Dramen unter Palmen – Die 75. Filmfestspiele Cannes

Das bedeutendste Filmfestival der Welt feiert Jubiläum – endlich, nach drei Jahren, wieder regulär. Mit alten Cannes-Darlings wie den Brüdern Dardennes oder David Cronenberg. Ruben Östlund, der Gewinner von 2017, ist dabei; mit einer bitterbösen Komödie. Aber auch große Unbekannte sind am Start. Außerhalb des Wettbewerbs ist viel Rock’n Roll: Ethan Coen zeigt eine Dokumentation über Jerry Lee Lewis und Baz Luhrmann widmet Elvis Presley ein pompöses Biopic.

80 Jahre Hundeblick – Paul McCartneys Leben in einem Song

In „Hey Jude“ kulminiert Machtübernahme und Sentiment, Kitsch und Kunst. Scheinbar sind die Beatles im Zenit, tatsächlich: am Ende.
1968 ist Paul 26, das vielleicht potenteste Alter des Mannes – zumindest als Pop-Komponist. Nie wird er Johns emblematische Wucht erreichen. Dem anderen reichen später 2, 3 schüttere Akkorde am weißen Flügel zur Kanonisierung. Er, der weitaus Virtuosere, muss ackern, beherrscht alles, kann musikalisch übers Wasser gehen. Kurz: nicht mal schwimmen kann er. So, so ungefähr haargenau muss Paul McCartney‘s Sicht der Welt sein. Seit 1957 geht das so. („Was hat der da, dass die Menschen ihn lieben und mich nur achten?“) Nun, endlich, im Sommer 68 ist es Zeit. Er will Kalif werden anstelle des Kalifen.
(Paul McCartney feiert am 18. Juni 80. Geburtstag)


Moderation: Max Moor

„ttt – titel thesen temperamente“ ist am Sendetag ab 20:00 Uhr in der ARD Mediathek verfügbar.

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