Die Theater Chemnitz nehmen am 3. Oktober wieder den Spielbetrieb im großen Saal des Chemnitzer Opernhauses auf

© Die Theater Chemnitz

Mit der Operngala „Willkommen zurück im Opernhaus!“ nehmen die Theater Chemnitz am 3. Oktober 2020 den Spielbetrieb im großen Saal des Opernhauses wieder auf. Mit zahlreichen Maßnahmen haben die Theater Chemnitz in den vergangenen Monaten den Start in den großen Häusern vorbereitet: „Oberste Prämisse aller Aktivitäten ist, dass unsere Besucher ebenso wie alle Akteure auf, vor und hinter der Bühne auch unter den aktuellen Umständen einen sicheren Aufenthalt in unseren Häusern genießen“, erklärt Dr. Christoph Dittrich, Generalintendant der Theater Chemnitz.

So spiegeln sich die durch das Infektionsgeschehen bedingten Maßnahmen im Spielplan: Bei der Stückauswahl wurde darauf geachtet, dass ein geregelter Probenbetrieb organisiert und – beispielsweise durch die Besetzung von Paaren – im Ballett oder Schauspiel auch auf der Bühne Interaktion soweit wie möglich stattfinden kann. „Zu den weiterhin notwendigen Einschränkungen gehört leider auch, dass wir die für Ende Oktober bzw. Anfang November avisierten Wiederaufnahmen von ‚Die Fledermaus‘ und ‚My Fair Lady‘ bis auf weiteres verschieben müssen“, so Dittrich weiter. Wie in der Spielzeit-Pressekonferenz angekündigt, werden die entsprechenden Vorstellungen zunächst durch eine Operettengala bzw. eine Broadway-Gala ersetzt, in die Teile der Inszenierungen konzertant Eingang finden werden.

Bauliche Veränderungen

Daneben sind zahlreiche bauliche und organisatorische Maßnahmen in die Entwicklung der Hygienekonzepte für Oper und Schauspielhaus eingeflossen. Neue Inszenierungen mit Gesang werden derzeit vor allem im Rangfoyer des Opernhauses aufgeführt. Hierzu wurde eigens eine Bühne im Rangfoyer errichtet, vor der sich ein zweigeteilter Raum fürs Publikum findet. Die Besucher nehmen an Zweiertischen Platz, zwischen denen der notwendige Abstand eingehalten wird. „Damit haben wir eine attraktive Präsentationsform für kleine Formate gefunden“, ist sich Raj Ullrich, Technischer Direktor der Theater Chemnitz, sicher.
Darüber hinaus werden derzeit im Opernhaus schrittweise die Besuchertoiletten saniert. Ziel ist neben einem attraktiveren Erscheinungsbild vor allem die Reduzierung von Oberflächenkontakten: Spülungen, Wasserhähne, Papierkörbe, Seifen- oder Handtuchspender funktionieren in den ersten Besucher-WCs bereits sensorgesteuert – und damit kontaktlos. Mit der Fertigstellung der ersten sanierten Besucher-Toiletten sollen ab Anfang Oktober auch zusätzliche Toiletten-Anlagen im Foyerbereich entstehen: „Damit verringern wir Wartezeiten und verteilen die Besucher stärker im Haus“, so Raj Ullrich: „Dies gilt natürlich unabhängig von Corona und wird auch langfristig zu einer Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Oper führen.“ Umbauten fanden in der Sommerpause darüber hinaus im Besucherraum des Opernhauses statt: Hier wurden in bereits länger geplanten Maßnahmen der Parkettboden restauriert, die Stufenbeleuchtung verbessert und die Polsterung der Zuschauersessel erneuert.

Saubere Luft dank Ionisierung

Eine wesentliche Rolle im Hygienekonzept des Opernhauses spielt die Belüftungsanlage. Da bereits aktuell die Belüftung der Zuschauerreihen durch die Rückenlehnen der Besuchersessel erfolgt, kann im Opernhaus eine vergleichsweise hohe Belegung der Besucherplätze ermöglicht werden – bis zu 390 Zuschauer sind zugelassen, da lediglich innerhalb der Besucherreihen Plätze freigelassen, aber keine ganzen Reihen freigehalten werden müssen.

Darüber hinaus investieren die Theater Chemnitz derzeit im Opernhaus 30.000 Euro in eine technische Lösung, um noch mehr Gästen den Vorstellungsbesuch zu ermöglichen: Mithilfe einer Anlage zur Luft-Ionisierung soll die zugeführte Luft gereinigt werden. Zusätzliche negativ geladene Ionen in der zugeführten Frischluft binden Viren, Bakterien und Feinstaub, diese fallen aufgrund ihres Gewichts schnell zu Boden – und sind somit der Luft entzogen. „Wir erhoffen uns, damit die Virenkonzentration in der Atemluft stark zu verringern, sodass eine Ansteckung über Aerosole nahezu ausgeschlossen werden kann“, erläutert Raj Ullrich. Entsprechende Versuchsreihen werden derzeit im Probebetrieb und künftig auch in ausgewählten Vorstellungen im Opernhaus durchgeführt.

Ullrich: „Wir wissen aus Gesprächen mit zahlreichen anderen Theaterhäusern in Deutschland und darüber hinaus, dass man sehr gespannt auf unsere Ergebnisse blickt. Sie könnten bahnbrechend sein für Veranstaltungshäuser weltweit.“

Wann die Testreihen abgeschlossen sind und inwiefern sich dies auf die mögliche Besucherzahl im Opernhaus auswirkt, steht derzeit jedoch noch nicht fest. „Wie auch immer die Testreihen bezüglich der Corona-Pandemie ausgehen – in jedem Fall werden wir mit den nun installierten Anlagen zu einer Verbesserung der Luftqualität im Opernhaus kommen“, ist sich Ullrich sicher: „Dies nützt letztlich jedem Besucher, wenn beispielsweise der Hörgenuss seltener durch hustende Zuschauer beeinträchtigt wird.“

Kontaktvermeidung und Hygiene

Ähnliche Maßnahmen sind im Schauspielhaus derzeit (noch) nicht vorgesehen: „In den kommenden Jahren ist eine Ertüchtigung des Schauspielhauses geplant – wir wollen Arbeiten hier nicht zweimal durchführen“, erklärt Ullrich. Deshalb ist der Spielplan auch hier zunächst weitestgehend auf kleinere Formate fokussiert, die jedoch auf der Großen Bühne aufgeführt werden und so ausreichend Abstand zwischen den Akteuren und zu den Besuchern ermöglichen. Darüber hinaus folgen die Theater Chemnitz in Opern- und Schauspielhaus gleichermaßen den bekannten Regeln von Kontaktvermeidung, Abstand und Hygiene. Dazu gehört beispielsweise auch, dass die überwiegende Zahl der Programmhefte zu den Inszenierungen aktuell kostenlos an die Theaterbesucher ausgereicht wird: „Es ist einer der kleinen Schritte in eine neue Normalität, wie es momentan so viele gibt“, sagt Generalintendant Dr. Christoph Dittrich: „Wir hoffen, dass wir die Verbindung zu unseren Besuchern auch in diesen Zeiten so intensiv wie möglich gestalten können.“

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