Die Spielzeit 2021/22 am Schauspiel Frankfurt

Schauspiel Frankfurt (© Birgit Hupfeld)

Das Schauspiel Frankfurt stellte heute digital aus dem Schauspielhaus sein Programm zur Spielzeit 2021/22 vor.
Auf dem Podium standen Intendant und Geschäftsführer Anselm Weber, Martina Droste (Leitung Junges Schauspiel) und die Dramaturg:innen Katja Herlemann, Alexander Leiffheidt, Lukas Schmelmer, Katrin Spira und Julia Weinreich.
Die Pressekonferenz wurde aufgezeichnet und ist auf YouTube abrufbar: youtu.be.
Der Spielbetrieb der laufenden Saison soll am 2. Juni-Wochenende wiederaufgenommen werden.


Zur Spielzeit 2021/22
Premieren 2021/22
Repertoire 2021/22
Geplante Premieren für Juni/Juli 2021
Das Ensemble
Autor:innen der Uraufführungen und Deutschsprachigen Erstaufführungen
Zahlen und Termine


Zur Spielzeit 2021/22

Die Pandemie hat mit den Unwägbarkeiten und immer neuen Herausforderungen auch das Theater im vergangenen Jahr geprägt. Die Spielzeit 2021/22 ist eine besondere, da sie einerseits lange geplant und andererseits kurzfristigen Änderungen unterworfen war und ist. Flexibilität und Offenheit waren hierfür wichtig.

Zuversichtlich sieht das Schauspiel Frankfurt einer Öffnung für die Zuschauer:innen entgegen. Inhaltlich tritt es weiterhin dafür ein, was in den Zeiten der Pandemie vielleicht wichtiger denn je erscheint: Für die Verteidigung einer offenen Gesellschaft. Die Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Rassismus war Schwerpunktthema der Spielzeit 2020/21. Während viele der geplanten Veranstaltungen digital stattfanden, mussten andere Spielplanpositionen pandemiebedingt verschoben werden. Das Thema wird den Spielplan künstlerisch wie inhaltlich auch in der kommenden Spielzeit mit Inszenierungen wie »Nach Mitternacht« von Irmgard Keun oder George Taboris »Die Goldberg-Variationen« durchziehen.

Eine weitere Grundsäule des Spielplans betrifft einen anderen gesellschaftspolitischen Aspekt, den die Pandemie verschärft hat: Es geht um Prozesse von Beteiligung und Teilhabe. Die digitale Kommunikation während des letzten Jahres hat einige Menschen vernetzt und andere abgehängt. Oft scheitert ein produktiver Austausch im Netz oder der Diskurs mündet in radikaler Ausgrenzung. Teilen hat hier immer weniger mit Teilhabe zu tun, sondern damit, wie man Seiten aufteilt und die eigene Reichweite vergrößert.

Welche Funktion übernehmen Theater in diesen Zeiten? Theater können dieses System von außen im Innern befragen, umspielen, oder einfach am grundsätzlich Menschlichen rütteln. Im (Theater-) Spiel können Menschen Welten erträumen. Sie können Bekanntes fallen lassen und Unbekanntes improvisierend erkunden. Es ist ein Teilen von Erfahrungen, von Erinnerungen und Perspektiven – von Dingen, die durch das Teilen nicht weniger, sondern mehr werden. Der Gedanke des Teilens steht programmatisch über der neuen Spielzeit – um Erfahrungen zu teilen und möglichst bald wieder Erlebnisse, Teilhabe möglich zu machen und Teile der Gegenwart immer wieder neu zu betrachten. Das Projekt »SHARE!« im Bockenheimer Depot wird diese Gedanken von Teilhabe und Öffnung konkret umzusetzen versuchen.

Dem Aspekt des Teilens steht das pandemische Phänomen der Vereinzelung gegenüber. Das Spannungsfeld zwischen Privatem und der Öffentlichkeit bzw. dem Privaten, das politisch geworden ist, und das sich je nach ökonomischer, familiärer und beruflicher Situation individuell gestaltet, ist ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Spielplans. An dieser Stelle setzen in der neuen Spielzeit gleich mehrere Spielplanpositionen an: etwa Kleists »Michael Kohlhaas«, Elfriede Jelineks »LÄRM. BLINDES SEHEN. BLINDE SEHEN!« oder Luis Buñuels »Der diskrete Charme der Bourgeoisie«.

In der Spielzeit 2021/22 werden von 13 Frauen, 8 Männern und einem Team insgesamt 22 Premieren gezeigt, davon sechs Uraufführungen und eine Deutschsprachige Erstaufführung.

Schauspiel Frankfurt ~ Schauspielhaus
© Alexander Paul Englert

SCHAUSPIELHAUS UND BOCKENHEIMER DEPOT

Zum Auftakt der Spielzeit 2021/22 zeigt Regisseur Jan-Christoph Gockel eine Bearbeitung von Upton Sinclairs Roman »Öl!«, der unter dem Titel »There Will Be Blood« verfilmt und bekannt wurde.

Mit Heinrich von Kleists wohl bekanntester Erzählung und der Figur eines Privatmanns, der zum politisch Handelnden, zum Rächer wird und dabei auch Unrecht schafft, kehrt Felicitas Brucker nach »Die Ratten« nun mit »Michael Kohlhaas« zurück nach Frankfurt und ins Schauspielhaus.

Elfriede Jelineks Text »LÄRM.BLINDES SEHEN.BLINDE SEHEN!« ist eine Abrechnung mit flexiblen Wahrheiten und kruden Verschwörungsmärchen. Der Theaterregisseur und Intendant des Schauspiel Köln Stefan Bachmann wird in Frankfurt zum ersten Mal inszenieren und Jelineks Stück auf die große Bühne bringen.

Claudia Bauer, die mit »Mephisto« die laufende Spielzeit im Rahmen des Themenschwerpunkts »Antisemitismus/Rassismus« eröffnete, adaptiert mit »Der diskrete Charme der Bourgeoisie« Luis Buñuels schonungslose und schalkhafte Abrechnung mit dem Großbürgertum.

Die international arbeitende slowenische Regisseurin Mateja Koležnik kehrt nach Frankfurt zurück. Sie ist für ihre präzise, tänzerisch leichte und sinnliche Bildersprache bekannt, die ihre Kraft nicht allein aus der Form, sondern auch aus der akribisch erforschten Seelenwelt der Figuren erlangt. Sie wird im Januar 2022 »Hedda Gabler« von Henrik Ibsen inszenieren.

Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Schließung des Theaters seit 2. November 2020 konnte Mateja Koležniks fertig geprobte Inszenierung von »Yvonne, die Burgunderprinzessin« von Witold Gombrowicz im Januar 2021 nicht zur Aufführung gebracht werden. Die Premiere wird daher auf die neue Spielzeit 2021/22 verlegt.

Die Schließung betraf auch Lisa Nielebocks für die Bühne neu bearbeitete Fassung von Goethes »Die Wahlverwandtschaften« wenige Tage vor dem geplanten Premierentermin. Die Premiere wird im April 2022 nachgeholt.

Joseph Roths »Hiob« in der Inszenierung von Johanna Wehner konnte ebenfalls nicht in der laufenden Spielzeit gezeigt und auch nicht geprobt werden. Die musikalische Produktion mit der Musik von Daniel Kahn kommt im Mai 2022 im Schauspielhaus auf die Bühne.

Der kluge Wickie ist seit Jahrzehnten bekannt durch die Zeichentrickserie des ZDF. Die literarische Vorlage waren die Kinderbücher des schwedischen Schriftstellers Runer Jonsson, der 1965 dafür den Deutschen Jugendbuchpreis erhielt. In der Vorweihnachtszeit zeigt das Schauspiel Frankfurt die Premiere der Bühnenfassung von »Wickie und die starken Männer«.

Alexander Eisenach brachte in Frankfurt bereits mehrfach an ein bestimmtes Genre angelehnte Theaterinszenierungen zur Aufführung. Nach Western (»Der kalte Hauch des Geldes«) und Science- Fiction (»Eternal Peace« ) folgt mit »Der große Kunstraub (DGKR)« im Bockenheimer Depot erneut eine Stückentwicklung, die das filmische Genre als Sprungbrett ins Jetzt benutzen wird.

Aus den Erfahrungen und Arbeitsbeziehungen des über drei Jahre angelegten kulturellen Bildungsprojekts »All Our Futures« entsteht in der Spielzeit 2021/22 das Open-Space-Projekt »SHARE!«.

Die pandemischen Zeiten haben unser aller Leben in vielen Bereichen geprägt und verändert. Der Abstand zwischen den Menschen wurde zum Sicherheitsgarant, dennoch bewegte man sich keinesfalls sicher durch die Welt. Wir teilen Erfahrungen, ohne diese wirklich teilen zu können, eine Beteiligung blieb oft vollkommen aus. Gerade für Kinder, Jugendliche und deren Familien hat die Corona-Pandemie wie ein Kontrastmittel die Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft sichtbar gemacht. An diesen Punkt knüpft das Projekt »SHARE!« an: »was können, was wollen, was müssen wir teilen, und wie?« sind Fragen und zugleich Leitfaden des Projekts.

»SHARE!« soll Bühne für soziales und politisches Handeln werden und umgekehrt, den sozialen und politischen Raum zur Bühne erklären. »SHARE!« gestaltet Räume der Begegnung und des Austausches und verhandelt die Themen derer, die sich in ihnen bewegen: Jugendliche verschiedener Schulformen, unterschiedliche Generationen, Communities, Ensemblemitglieder des Schauspiel Frankfurt, Expert:innen der Stadtgesellschaft und Politker:innen. Es soll gesprochen, gespielt, musiziert, gegessen, gebaut und präsentiert werden. Das Bockenheimer Depot verwandelt sich im Juni/Juli 2022 in eine »Theatopia«.

KAMMERSPIELE

In den Kammerspielen stehen mit vier Uraufführungen und einer Deutschsprachigen Erstaufführung wieder zeitgenössische Autor:innen im Mittelpunkt.

»Nach Mitternacht« ist Irmgard Keuns großer Frankfurt-Roman, den sie 1936 im Exil veröffentlichte. Die bitterböse Schilderung des Alltags im Nationalsozialismus wird inszeniert von Barbara Bürk, die in Frankfurt in der Spielzeit 2019/20 »Am Südhang« auf die Bühne brachte.

Um 392 v. Chr. schrieb der griechische Dichter Aristophanes seine Komödie »Frauenvolksversammlung«, in der als Männer verkleidete Frauen im Parlament kurzerhand das Patriarchat abschaffen. Die mehrfach ausgezeichnete österreichische Autorin Gerhild Steinbuch begibt sich mit ihrer Überschreibung der antiken Komödie auf Spurensuche nach einer Welt vor oder zwischen den herrschaftlichen, gewalttätigen Bildern. Nach ihrer Inszenierung von Else Lasker-Schülers »IchundIch« kehrt Christina Tscharyiski mit Gerhild Steinbuchs neuem Stück nach Frankfurt zurück.

Lustig, brutal und aberwitzig erzählt Nis-Momme Stockmann in »Das Gesicht des Bösen« von einer Fahrstuhlfahrt in die oberste Etage des Kapitals. Sprachgewaltig zeigt er darin die Schrecken und Abgründe der Finanzwelt auf und erzählt von Menschen, die zwischen Anziehung und Abstoßung, zwischen Vernichtung, Sehnsucht und Verzweiflung hin- und hergerissen sind. Mit der Deutschsprachigen Erstaufführung debütiert Lea Gockel mit dieser Arbeit an den Kammerspielen des Schauspiel Frankfurt.

Autor und Regisseur Wilke Weermann inszeniert am Theater Basel, Staatstheater Kassel, Schauspiel Stuttgart und am Deutschen Theater in Berlin. In seinem neuen Stück »Unheim«, das er in Frankfurt zur Uraufführung bringen wird, überträgt er die Topoi der schwarzen Romantik in eine Zeit der nahen Zukunft, spielt mit Genres und Ästhetiken von Science-Fiction, Manga und frühen Videospielen.

In seinem Stück »Die Goldberg-Variationen« aus dem Jahre 1941 verknüpft George Tabori die biblische Schöpfungsgeschichte und die Christus-Passion mit einer Theaterprobe. Der georgische Regisseur Data Tavadze stellt sich mit der Inszenierung erstmals dem Frankfurter Publikum vor.

Anja Hillings Stück »Liberté oh no no no« ist ein Auftragswerk des Schauspiel Frankfurt und sollte in der Spielzeit 2019/20 gezeigt werden. Aufgrund der Corona-Pandemie musste die Uraufführung verschoben werden. Regisseur Sebastian Schug wird das Stück nun im Januar 2022 zur Premiere bringen.

JUNGES SCHAUSPIEL

Die Projekte und Workshops des Jugendclubs und das theaterpädagogische Programm des Jungen Schauspiel bleiben auch in der kommenden Spielzeit inklusiv und interkulturell.

Im »Stadtlabor« des Historischen Museums Frankfurt fragen sich Frankfurter:innen, welchen Spuren der NS-Zeit sie in ihrem Leben begegnen. Das Junge Schauspiel wurde eingeladen, sich mit einer diversen Gruppe Jugendlicher zu Aspekten dieser Ausstellung in Beziehung zu setzen und eine Performance mit eigenen Blickwinkeln für das Stadtlabor zu gestalten. Nach »Weiße Flecken« ist »Erinnern Verändern« die zweite Kooperation des Jungen Schauspiel mit dem Historischen Museum.

Jugendliche engagieren sich in queer-bunten Bewegungen für ein selbstbestimmtes sexuelles Verständnis, gehen bei Fridays for Future gegen den Klimawandel und der Black Lives Matter Bewegung gegen strukturellen Rassismus auf die Straße. Neue Formen des Self-Empowerment? Alte Formen mit neuen Leuten? Ein inklusives junges Ensemble ab 14 Jahren beschäftigt sich in »Am Leben bleiben« im Januar 2022 in den Kammerspielen genau mit diesen Fragen.

Das Stück »Was ich nicht weiß, macht mich heiß« entwickelt das Junge Schauspiel im Juni 2021 in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt und ist Teil des dreiteiligen Programms mit dem Titel »Young & Expert«.

Der zweite Teil des Projekts zum Themenschwerpunkt »Antisemitismus/Rassismus« war in 2020/21 pandemiebedingt nicht umsetzbar. In »Innenansichten« werden Jugendliche nun in der neuen Spielzeit die Produktionsprozesse von drei Inszenierungen der Spielzeit 2021/22 untersuchen, die unterschiedliche inhaltliche Setzungen und künstlerische Zugänge zu Fragen des politischen Handelns bieten. Sie begleiten Konzeptionsgespräche, arbeiten in Workshops mit den Regisseur:innen und entwickeln künstlerische Perspektiven, die sie als performative Formate für Einführungen zu den Inszenierungen zur Verfügung stellen.

Auf der Grundlage dieser beiden »Young & Expert«-Projekte erarbeitet Regina Wenig im Februar 2022 ein Stück, das als Klassenzimmerstück mit dem Studiojahr Schauspiel inszeniert wird.

Im »Jugendclub«, der inzwischen über 100 Mitglieder zählt, gibt es unterschiedliche Projekte und Programme für alle theaterbegeisterten Menschen zwischen 14 und 25 Jahren: ob durch Gespräche mit Theaterschaffenden, offene Schauspieltrainings, Workshops, in verschiedenen Labs oder im Open Stage für eigene Performances.

Vieles, was in diesem Jahr in unterschiedlichen Konstellationen mit unterschiedlichen Jugendlichen und unterschiedlichen Formaten entsteht, wird in dieser Spielzeit öffentlich geteilt werden und in »SHARE!«, dem eigens vom Schauspiel geschaffenen Open-Space-Projekt, einfließen.

STUDIOJAHR SCHAUSPIEL

2017 startete die Kooperation von Schauspiel Frankfurt und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst mit dem »Studiojahr Schauspiel«, um angehenden Schauspieler:innen eine praxisnahe Ausbildung zu ermöglichen. In dieser Spielzeit stehen acht junge Spieler:innen gemeinsam mit den erfahrenen Kolleg:innen des Schauspiel Frankfurt auf der Bühne und ergänzen den Spielplan des Schauspiel Frankfurt auch mit eigenen Formaten – den Klassenzimmerstücken – die jeweils in der Box Premiere feiern und von Schulklassen anschließend gebucht werden können.

In »Im Herzen tickt eine Bombe« erzählt der preisgekrönte libanesisch-kanadische Autor Wajdi Mouawad von einem jungen Mann, dessen Erfahrungen sich in vielen Biografien wiederholt: Flucht, Migration, Kriege.

Jugendliche Expert:innen haben sich in der vergangenen Spielzeit im Projekt »Young&Expert« mit dem Thema »Neuer Antisemitismus in Deutschland« auseinandergesetzt. Ihnen begegnet die Autorin und Regisseurin Regina Wenig und entwickelt aus dieser Begegnung ein vielstimmiges Porträt Jugendlicher mit dem Titel »Die Zeit, die Stadt und wir«.

In den Kammerspielen entsteht mit »Power« von Verena Güntner in der Regie von Markolf Naujoks die Ensembleproduktion des diesjährigen »Studiojahr Schauspiel«.


PREMIEREN 2021/22

ÖL!
nach Upton Sinclair
Regie: Jan-Christoph Gockel
Premiere am 16. September 2021, Schauspielhaus

NACH MITTERNACHT
nach Irmgard Keun
Regie: Barbara Bürk
Premiere am 17. September 2021, Kammerspiele

MICHAEL KOHLHAAS
nach Heinrich von Kleist
Regie: Felicitas Brucker
Premiere am 19. September 2021, Schauspielhaus

YVONNE, DIE BURGUNDERPRINZESSIN
von Witold Gombrowicz
Regie: Mateja Koležnik
Premiere am 23. Oktober 2021, Schauspielhaus

NEUES STÜCK
von Gerhild Steinbuch
Regie: Christina Tscharyiski
Uraufführung am 12. November 2021, Kammerspiele

WICKIE UND DIE STARKEN MÄNNER
nach Runer Jonsson
Familienstück ab 6 Jahren
Regie: Robert Gerloff
Premiere am 13. November 2021, Schauspielhaus

DAS GESICHT DES BÖSEN
von Nis-Momme Stockmann
Regie: Lea Gockel
Deutschsprachige Erstaufführung am 3. Dezember 2021, Kammerspiele

LIBERTÉ OH NO NO NO
von Anja Hilling
Regie: Sebastian Schug
Uraufführung am 14. Januar 2022, Kammerspiele

HEDDA GABLER
von Henrik Ibsen
Regie: Mateja Koležnik
Premiere am 15. Januar 2022, Schauspielhaus

DER GROSSE KUNSTRAUB (DGKR)
Stückentwicklung von Alexander Eisenach
Regie: Alexander Eisenach
Uraufführung am 5. Februar 2022, Bockenheimer Depot

LÄRM. BLINDES SEHEN. BLINDE SEHEN!
von Elfriede Jelinek
Regie: Stefan Bachmann
Premiere am 11. Februar 2022, Schauspielhaus

DER DISKRETE CHARME DER BOURGEOISIE
von Luis Buñuel
Regie: Claudia Bauer
Premiere am 12. März 2022, Schauspielhaus

UNHEIM
von Wilke Weermann
Regie: Wilke Weermann
Uraufführung am 8. April 2022, Kammerspiele

DIE WAHLVERWANDTSCHAFTEN
nach Johann Wolfgang von Goethe
Regie: Lisa Nielebock
Premiere am 14. April 2022, Schauspielhaus

HIOB
nach Joseph Roth
Regie: Johanna Wehner
Premiere am 7. Mai 2022, Schauspielhaus

DIE GOLDBERG-VARIATIONEN
von George Tabori
Regie: Data Tavadze
Premiere am 10. Juni 2022, Kammerspiele

SHARE!
Open-Space-Projekt: Stadt-Theater-Räume teilen und gestalten
Premiere im Juni/Juli 2022, Bockenheimer Depot

JUNGES SCHAUSPIEL

ERINNERN VERÄNDERN (AT)
Inklusives Jugendperformanceprojekt, ab 14 Jahren
Regie: Martina Droste
Premiere im November 2021, Historisches Museum Frankfurt

AM LEBEN BLEIBEN
Inklusives Jugendtheaterprojekt, ab 14 Jahren
Regie: Martina Droste
Premiere am 28. Januar 2022, Kammerspiele

STUDIOJAHR SCHAUSPIEL

IM HERZEN TICKT EINE BOMBE
von Wajdi Mouawad, ab 14 Jahren
Regie: Martha Kottwitz
Premiere am 26. September 2021, Box & Klassenzimmer

DIE ZEIT, DIE STADT UND WIR
Stückentwicklung von Regina Wenig, ab 14 Jahren
Uraufführung am 20. Februar 2022, Box & Klassenzimmer

POWER
von Verena Güntner
Regie: Markolf Naujoks
Uraufführung am 6. Mai 2022, Kammerspiele


REPERTOIRE 2021/22

SCHAUSPIELHAUS

ANDORRA von Max Frisch, Regie: David Bösch
DER THEATERMACHER von Thomas Bernhard, Regie: Herbert Fritsch
MEPHISTO nach Klaus Mann, Regie: Claudia Bauer

KAMMERSPIELE

ABSCHIED VON DEN ELTERN von Peter Weiss, Regie: Kornelius Eich
DIE REISE NACH KALLISTO von Michel Decar, Regie: Robert Gerloff
ETERNAL PEACE Text und Regie: Alexander Eisenach
ICHUNDICH von Else Lasker-Schüler, Regie: Christina Tscharyiski
MALINA nach Ingeborg Bachmann, Regie: Lilja Rupprecht
NSU 2.0 Text und Regie: Nuran David Calis
RUND ODER SPITZ. WELTORDNUNGEN nach Bertolt Brecht, Regie: Martina Droste
SIDDHARTHA von Hermann Hesse, Regie: Lisa Nielebock
STIMMEN EINER STADT VII-IX von Martin Mosebach, Lars Brandt, Zsuzsa Bánk, Regie: Anselm Weber, Kornelius Eich


GEPLANTE PREMIEREN FÜR JUNI/JULI 2021

DIE REISE NACH KALLISTO VON MICHEL DECAR
Regie: Robert Gerloff
Uraufführung am 6. Juni 2021, Kammerspiele

MALINA NACH INGEBORG BACHMANN
Regie: Lilja Rupprecht
Premiere am 11. Juni 2021, Kammerspiele

DSCHABBER VON MARCUS YOUSSEF
Regie: Angel Krastev
Premiere am 12. Juni 2021, Box

NSU 2.0 VON NURAN DAVID CALIS
Regie: Nuran David Calis
Uraufführung am 13. Juni 2021, Kammerspiele

ODE VON THOMAS MELLE
Regie: Anne Bader
Premiere am 19. Juni 2021, Kammerspiele

DER THEATERMACHER VON THOMAS BERNHARD
Regie: Herbert Fritsch
Premiere am 20. Juni 2021, Schauspielhaus

INFERNO OPER VON LUCIA RONCHETTI
Regie: Marcus Lobbes, Kay Voges
Premiere (konzertant) am 27. Juni 2021, Bockenheimer Depot
Filmische Uraufführung am 11. Juli 2021, Bockenheimer Depot

WAS ICH NICHT WEISS, MACHT MICH HEISS
Jugendperformanceprojekt von Martina Droste und Anna Stoß
Premiere am 30. Juni 2021, Jüdisches Museum Frankfurt

ETERNAL PEACE VON ALEXANDER EISENACH
Regie: Alexander Eisenach
Uraufführung am 3. Juli 2021, Kammerspiele

RUND ODER SPITZ. WELTORDNUNGEN NACH BERTOLT BRECHT
Regie: Martina Droste
Premiere am 7. Juli 2021, Kammerspiele


DAS ENSEMBLE

Isaak Dentler, Caroline Dietrich, Heidi Ecks, Torsten Flassig, Christina Geiße, Tanja Merlin Graf, Stefan Graf, Sarah Grunert, Agnes Kammerer, Marta Kizyma, Nils Kreutinger, Anna Kubin, Manja Kuhl, Sebastian Kuschmann, Katharina Linder, André Meyer, Annie Nowak, Christoph Pütthoff, Heiko Raulin, Matthias Redlhammer, Sebastian Reiß, Fridolin Sandmeyer, Peter Schröder, Lotte Schubert, Michael Schütz, Melanie Straub, Mark Tumba, Wolfgang Vogler, Andreas Vögler, Uwe Zerwer

NEU IM ENSEMBLE

ANNIE NOWAK wurde 1997 in Rüdersdorf bei Berlin geboren. 2016–2019 war sie als Gast in der Produktion »Katzelmacher« von Jessica Glause in den Kammerspielen des Deutschen Theater Berlin tätig. 2017–2021 studierte sie Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« in Leipzig und war ab Herbst 2019 Mitglied des Studios am Staatsschauspiel Dresden, wo sie u.a. mit Nicolai Sykosch, Mina Salehpour und Daniela Löffner arbeitete. Mit der Spielzeit 2021/22 kommt sie als festes Ensemblemitglied ans Schauspiel Frankfurt.

LOTTE SCHUBERT war vier Jahre als kuratorische Assistenz und Co-Kuratorin in der ACC Galerie Weimar und dem HALLE 14 e. V. Leipzig tätig. Gleichzeitig studierte sie Grafikdesign und Buchkunst an der HGB Leipzig. 2018 erhielt sie den »Prix d‘interpretation feminin« des FIESAD Festival Rabat, 2019 den »Best Acting Award« der WTEA in Peking. 2019/2020 war sie als Grusche Vachnadze in »Der kaukasische Kreidekreis« unter der Regie von Peter Kleinert an der Schaubühne am Lehniner Platz zu sehen. 2021 beendet sie ihr Studium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin und tritt ihr erstes Festengagement am Schauspiel Frankfurt an.

MARK TUMBA wurde 1995 auf Sansibar geboren und zog 1999 nach Hagen in Westfalen. Schon während der Schulzeit hatte er erste Auftritte auf der Jungen Bühne des Stadttheaters Hagen. Zudem war er mehrmals am Theater Rottstraße 5 in Bochum engagiert, bevor er 2017 das Schauspielstudium an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover aufnahm. In der Spielzeit 2019/20 war er in den Produktionen »Zeit aus den Fugen«, »Antigone. Ein Requiem« und »Bei nassem Schnee« am Staatstheater Hannover zu sehen. 2019 erhielt er den Preis als bester männlicher Darsteller auf dem internationalen Theaterfestival FIESAD in Rabat, Marokko. Mit der Spielzeit 2021/22 kommt er fest ans Ensemble des Schauspiel Frankfurt, wo er bereits in Claudia Bauers Inszenierung von »Mephisto« und David Nuran Calis »NSU 2.0« zu sehen war.

STUDIOJAHR SCHAUSPIEL

Amaru Albancando, Abdul Aziz Al Khayat, Alicia Bischoff, Marie Julie Bretschneider, Luise Ehl, Lenz Moretti, Toni Pitschmann, Alexej Voigtländer

GÄSTE

Angelika Bartsch, Inga Busch, Susanne Buchenberger, Wolfram Koch, Friederike Ott, Jana Schulz, Anke Sevenich, Holger Stockhaus, Luana Velis, Irina Wrona, Bijan Zamani u. a.


AUTOR:INNEN DER URAUFFÜHRUNGEN UND DEUTSCHSPRACHIGEN ERSTAUFFÜHRUNG

ALEXANDER EISENACH

wurde 1984 in Berlin geboren, studierte Theaterwissenschaft und Germanistik in Leipzig und Paris und wurde daraufhin Regieassistent am Centraltheater Leipzig, wo er auch erste eigene Regiearbeiten zeigte. 2013 kam Eisenach als Mitglied des REGIEstudios ans Schauspiel Frankfurt und brachte zunehmend eigene Texte und freie Stoffbearbeitungen auf die Bühne, darunter »Wälsungenblut« nach Thomas Mann sowie sein erstes eigenes Stück »Das Leben des Joyless Pleasure«. Für seine Inszenierung »Der kalte Hauch des Geldes« wurde er 2016 mit dem Kurt-Hübner-Regiepreis ausgezeichnet. 2017–2019 war Eisenach Hausregisseur am Schauspiel Hannover. Zudem arbeitet er als Regisseur und Autor u.a. am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Theater Bonn, am Berliner Ensemble, an der Volksbühne Berlin und am Schauspielhaus Graz. Am Schauspiel Frankfurt entwickelte er 2021 das Stück »Eternal Peace«.
DER GROSSE KUNSTRAUB (DGKR) Uraufführung am 5. Februar 2022, Bockenheimer Depot

VERENA GÜNTNER

Nach ihrer Schauspielausbildung an der Universität Mozarteum Salzburg war Verena Güntner Ensemblemitglied am Theater Bremen und trat in Film- und Fernsehrollen auf. Ihr Romandebüt »Es bringen« (2014) wurde für die Bühne adaptiert und mit dem deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Sie erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, u. a. den Kelag-Preis beim Bachmann-Wettbewerb, das Berliner Senatsstipendium sowie das Stipendium der Kulturstiftung Thüringen. Ihr zweiter Roman »Power« war 2020 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. 2021 erhielt sie für »Power« der Förderpreis des Schubart-Literaturpreises.
POWER Uraufführung am 6. Mai 2022, Kammerspiele

ANJA HILLING

wurde 1975 geboren und studierte Theaterwissenschaft und Germanistik in München und Berlin sowie anschließend 2002–2006 Szenisches Schreiben an der Universität der Künste, Berlin. Mit ihrem ersten Theaterstück »Sterne« wurde sie 2003 zum Stückemarkt des Berliner Theatertreffens eingeladen und dort mit dem Preis der Dresdner Bank für junge Dramatik ausgezeichnet. Es folgen Einladungen zu den Mülheimer Theatertagen (»Mein junges idiotisches Herz«, 2005). Im selben Jahr wurde Anja Hilling in der Kritikerumfrage von »Theater heute« zur Nachwuchsautorin der Saison gewählt. Mit dem Zivilisationsdrama »Schwarzes Tier Traurigkeit« (2007) gelang ihr der Durchbruch im Ausland. Ihre Stücke werden an renommierten deutschsprachigen Bühnen wie den Münchner Kammerspielen, dem Burgtheater Wien oder dem Thalia Theater Hamburg – und international z. B. am La Colline, Paris oder dramaten Stockholm uraufgeführt. Zusammen mit Simona Sabato entwickelt sie auch Filmprojekte. Für das Jugenddrama »was innen geht« wurde sie 2014 für den Deutschen Jugendtheaterpreis nominiert.
LIBERTÉ, OH NO NO NO Uraufführung am 14. Januar 2022, Kammerspiele

GERHILD STEINBUCH

studierte Szenisches Schreiben in Graz und Dramaturgie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. 1994–1998 war sie Mitglied der Jugend-Literatur-Werkstatt Graz und einige Male Preisträgerin der zugehörigen Wettbewerbe. Ihre Texte erschienen in verschiedenen Tageszeitungen. Außerdem war sie Redaktionsmitglied und Sendungsgestalterin bei Radio Helsinki in Graz. Gerhild Steinbuch ist Trägerin zahlreicher Preise und Auszeichnungen und erhielt Stipendien u. a. von der Abteilung Kultur und Wissenschaft des Landes Niederösterreich für ein Aufenthaltsstipendium in Slowenien, das Literaturstipendium der Stadt Graz, das Stipendium für Nachwuchsautor:innen der Hermann-Lenz-Stiftung, das Dramatiker:innenstipendium der Kunstsektion des österreichischen Bundeskanzleramts sowie das Stipendium der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart. In der Spielzeit 2008/2009 war sie Hausautorin am Schauspielhaus Wien, 2014/2015 Stipendiatin im AUTORENstudio des Schauspiel Frankfurt. Gerhild Steinbuch unterrichtet am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig und an der Universität für angewandte Kunst Wien. Sie ist Gründungsmitglied von »Nazis & Goldmund«, einer Autor:innenallianz gegen die Europäische Rechte.
NEUES STÜCK Uraufführung am 12. November 2021, Kammerspiele

NIS-MOMME STOCKMANN

wurde 1981 geboren und studierte Sprache und Kultur Tibets in Hamburg und Szenisches Schreiben in Berlin. Er schreibt Dramen, Hörspiele, Lyrik und Prosa und unterrichtet gelegentlich an der Zürcher Hochschule der Künste. Seine Arbeiten werden u. a. am Deutschen Theater Berlin, Staatstheater Stuttgart, Residenztheater München, Staatstheater Hannover und am Badischen Staatstheater Karlsruhe gezeigt, sind vielfach übersetzt und werden im Ausland gespielt.

Er wurde für sein Werk mehrfach ausgezeichnet, 2011 mit dem Friedrich-Hebbel-Preis, 2014 mit dem Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft und 2015 mit dem Hermann-Sudermann-Preis. Mit zwei seiner Dramen war er bei den Mülheimer Theatertagen vertreten. 2009–2012 war Nis-Momme Stockmann Hausautor am Schauspiel Frankfurt. Sein erster Roman »Der Fuchs« wurde 2016 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.
DAS GESICHT DES BÖSEN Deutschsprachige Erstaufführung am 3. Dezember 2021, Kammerspiele

WILKE WEERMANN

wurde 1992 geboren und studierte Komparatistik und Philosophie an der FU Berlin. 2014 begann er sein Regiestudium an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Im selben Jahr wurde sein erstes Drama »Abraum« für den Retzhofer Dramapreis 2015 nominiert, um dann 2016 mit dem Hauptpreis des Münchner Förderpreises für deutschsprachige Dramatik ausgezeichnet zu werden. Seine Inszenierung »Fahrenheit 451« für das Schauspiel Stuttgart wurde zum Festival »radikal jung 2018« in München eingeladen. Am Staatstheater Kassel inszenierte er sein Stück »Odem«, gefolgt von »z. B. Philipp Seymour Hoffmann« und »I am Providence«. Am Theater Basel kam in seiner Regie das Stück »Die Strategie der Wespe« auf die Bühne. Wilke Weermann erhielt 2019 das Hans-Gratzer-Stipendium. Damit verbunden war die Uraufführung seines prämierten Textes »Angstbeisser« am Schauspielhaus Wien. Für das Deutsche Theater Berlin entstand 2019 das Klassenzimmerstück »Coming of Rage«. 2021 arbeitet Wilke Weermann erstmals am Schauspiel Frankfurt.
UNHEIM Uraufführung am 8. April 2022, Kammerspiele

REGINA WENIG

studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Seit 2000 arbeitet sie als freie Regisseurin und Performerin u.a. am Theaterhaus Jena, Staatstheater Stuttgart, an den Kammerspielen München, Kampnagel Hamburg und am Theater Basel. Sie erhielt den Preis des Medienforums München für das Theater-Internet-Konzept »FLUCHTEN! Kann man in Bayern flüchten?«, ausgelobt von Spielart München und ars electronica Linz. Zuletzt realisierte sie im Frankfurter Stadtraum die Recherche-Projekte »Stimmen vom Rande Europas«, »Gut und Böse«, »Drei Mal Leben. Ein großes Solo für Petra«. Als eine von vier Künstler:innen im Bereich »Performance« war sie für das Kulturelle Bildungsprojekt »All Our Futures« tätig. In der Spielzeit 2020/21 entwickelte sie am Schauspiel Frankfurt die Heine-Skizze »Deutschland 2020. Ein Wintermärchen« als Klassenzimmerstück.
DIE ZEIT, DIE STADT UND WIR Uraufführung am 20. Februar 2022, Klassenzimmer & Box


ZAHLEN UND TERMINE

22 Premieren, davon
6 Uraufführungen
1 Deutschsprachige Erstaufführung
12 Titel im Repertoire
30 feste Ensemblemitglieder
8 Ensemblemitglieder Studiojahr Schauspiel

Vorverkaufsbeginn für September: 10. September 2021

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