Die Spielzeit 2020/2021 am Theater Pforzheim

„Sehnsucht“

Das Leitungsteam des Theater Pforzheim ~ (v.l.) Peter Oppermann (Chefdramaturg und Stellvertreter des Intendanten in künstlerischen Fragen), Guido Markowitz (Ballettdirektor/Choreograf), Uwe Dürigen (Verwaltungsdirektor), Robin Davis (Generalmusikdirektor ab der Spielzeit 2020/2021), Thomas Münstermann (Intendant), Manfred Selzer (stellvertretender Verwaltungsdirektor), Markus Löchner (Leiter des Schauspiels/Regisseur) ~ Foto: Sebastian Seibel

(…) Nehmen Sie unsere Pläne als ein Versprechen an die Zukunft, die sich natürlich anders gestalten wird, als wir uns das alle vorstellen konnten.
Wir werden wieder Theater spielen und Sie werden wieder unser Publikum sein.
Unser aller Sehnsucht ist Begegnung auf der Bühne und im Zuschauerraum und über die Rampe hinweg.
Unser Verlangen ist es, für Sie auf der Bühne stehen zu können. Wir wissen, dass Ihnen das Theater fehlt. Wir vermissen Sie auch.
“ Thomas Münstermann, Intendant

In die Zukunft blickend: Wir werden die Rückbesinnung auf die Einzigartigkeit eines Live-Erlebnisses wahrnehmen. Die Digitalisierung bietet uns viele Möglichkeiten, sie kann aber die Wärme und sinnliche Qualität eines gemeinschaftlichen künstlerischen Erlebnisses nicht ersetzen.“ Uwe Dürigen, Verwaltungsdirektor

Plakatmotiv Theater Pforzheim Spielzeit 2020/2021
(Foto: Andrea D’Aquino; © Theater Pforzheim)

Musiktheater

Im Beethovenjahr 2020 markiert den Start in die neue Spielzeit Ludwig van Beethovens einzige Oper „Fidelio“, mit der sich Pforzheims neuer Generalmusikdirektor Robin Davis erstmalig am Pult präsentieren wird. Regie führt Intendant Thomas Münstermann. Im Herbst folgt mit Giuseppe Verdis „La Traviata“ eine der berührendsten Liebesgeschichten der Opernliteratur. Die schwungvolle Operette „Ball im Savoy“ von Paul Abraham wird dem Publikum mit einem bunten Strauß an mitreißender Tanzmusik die Weihnachtszeit versüßen, bevor es im Frühjahr 2021 aus dem mondänen Hotel Savoy in den mystischen Feenwald geht: Als Oberon in Benjamin Brittens „Ein Sommernachtstraum“ wird nach längerer Zeit wieder ein Countertenor in Pforzheim zu hören sein. In Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Arrangeur Frank Nimsgern, der zuletzt in Pforzheim an dem Tanzabend „Falco – The Spirit never dies“ mitwirkte, kommt das Musical-Ballett „Freedom“ mit Musik des verstorbenen Künstlers George Michael zur Uraufführung – einer der größten Figuren der Pop-Geschichte. Den Abschluss der Musiktheatersaison bildet die Uraufführung der Musical-Oper „Katharina Kepler“ von Volker M. Plangg und Hartmut H. Forche mit spannendem Regionalbezug.

Schauspiel / Schauspiel im Podium

Die Eröffnungsinszenierung „Shakespeare in Love“ ist Komödie und Tragödie mit spannenden literarischen Anspielungen. Das Stück über den jungen Dichter William Shakespeare basiert auf dem Drehbuch nach dem gleichnamigen Film von 1998, der 7 Oscars erhielt. Mit „Funny Money“ von Ray Cooney darf sich das Publikum auf eine atemberaubende Kriminalköndie mit unvorhersehbaren Wendungen und reichlich britischem Humor freuen. „Der Trafikant“ nach dem Bestseller-Roman von Robert Seethaler erzählt die bewegende Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft in schwierigen Zeiten; diese Produktion wird, da thematisch auch in den Schulen behandelt, gezielt mit theaterpädagogischem Begleitprogramm angeboten. Das Schauspiel „Dancer in the dark von Patrick Ellsworth basiert auf dem gleichnamigen Film von Lars von Trier. Im Mittelpunkt steht die Flucht einer Frau aus dem Alltagsgrau in eine Welt, in der „nie etwas Schreckliches geschieht“.

Im Podium kommen in bewährter Weise Stücke zeitgenössischer Autorinnen und Autoren zur Aufführung, so u.a. von Eric-Emmanuel Schmitt und Wajdi Mouawad. Eine Ausnahme bildet die Inszenierung von Jean Genets Stück „Die Zofen“: Der moderne Klassiker wurde seit den 6oer Jahren in Pforzheim nicht mehr gespielt.

Das Schauspiel wird in der Saison 2020/21 auch Spielorte außerhalb des Theaters „entdecken“: so u.a. mit dem Stück „Nipple Jesus“ von Nick Horny in einem Pforzheimer Museum.

Ballett

Das Ballettensemble stellt Beethovens berühmte 9. Symphonie als neues choreografisches Gesamtkunstwerk von Ballettdirektor Guido Markowitz für Pforzheim vor. Es spielt die Badische Philharmonie Pforzheim. Für die Chorpassagen des weltbekannten Werks wird das Theater Pforzheim mit dem Oratorienchor Pforzheim zusammenarbeiten. Internationalen Tanz am Puls der Zeit präsentiert das Ballett Theater Pforzheim unter dem Label „Tanz Pur“. Für die sechste Premiere wird das Ballett mit Gewinnern des internationalen Choreografie-Wettbewerbs in Hannover sowie dem Internationalen Solo-Tanz-Theater-Festival in Stuttgart zusammenarbeiten. Darüber hinaus wird Hauschoreograf Damian Gmür die dritte Uraufführung des Abends und seine vierte Soloarbeit für das Ballett Theater Pforzheim kreieren. Eine weitere Residenz wird einem/r Choreograf*in aus der russischen Partnerstadt Irkutsk ermöglicht. Seine Serie abendfüllender Site Specific-Produktionen setzt das Ballett schließlich mit der Premiere von „Romeo und Julia in der Stadt“ im Bürgercentrum im Alten Rathaus Pforzheim fort.

Sinfoniekonzerte

Auch die Gäste der Sinfoniekonzerte lassen sich mit den international renommierten jungen Solistinnen und Solisten Nikolai Tokarev, Raphaela Gromes und Mees Vos sehen, die das 1. Klavierkonzert von Johannes Brahms, Edward Elgars Konzert für Violoncello und Orchester und das Hornkonzert von Paul Hindemith im Pforzheimer CongressCentrum zum Glänzen bringen werden. Im Frühjahr wird der Deutsche Kammerchor gemeinsam mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter der Leitung von Marcus Bosch Maurice Ravels Ballettmusik „Daphnis und Chloë“ erklingen lassen.In bewährter Manier werden für das jüngere Publikum die Kinder- und Jugendkonzerte gestaltet. Mit der Kindertheaterproduktion „Nachts – Warum Erwachsene so lange aufbleiben müssen“ erweitert das Theater sein Repertoire an mobilen Produktionen um ein farbenreiches Pasticcio aus Opern- und Operettenmelodien für Kinder ab vier Jahren. Für alle Produktionen bietet die Musikpädagogik Vor- und Nachbereitungen in Form von Vorträgen und Workshops. Neue musikpädagogische Formate für Familien und interessierte Jugendliche werden gemeinsam mit dem Programm des Jungen Theaters in einer separaten Broschüre vorgestellt.

Alle Premierentermine und inhaltlichen Vorworte können dem aktuellen Spielzeitheft entnommen werden.

theater-pforzheim.de


Kommentar vom Intendant Thomas Münstermann/Theaterleitung zum aktuellen Spielzeitheft:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
verehrtes Publikum,

unser aller Leben hat sich verändert in den letzten Wochen und Monaten. Eine Pandemie durch das Corona-Virus fordert vollständig veränderte Verhaltensweisen, die jeden von uns aus den gewohnten Bahnen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens geworfen haben. Wir üben aus gesellschaftlichem Gemeinsinn eine andauernde Vorsichtsmaßnahme des körperlichen Abstandhaltens, um auf diese Weise mit der Herausforderung der ernstzunehmenden Covid-19-Erkrankung mitmenschlich und solidarisch umzugehen.

Unter diesen Umständen, die unser gesamtes soziales Miteinander unter andere Regeln gestellt haben, unterliegt auch das kulturelle Leben drastischen Einschränkungen.

Es ist derzeit nicht möglich und auch nicht erlaubt im öffentlichen Raum professionell miteinander Theater zu spielen, Musik zu machen und Bühnentanz auszuüben. Es gäbe in diesem Moment natürlich auch kein Publikum für Veranstaltungen, weil es unverantwortlich wäre für jeden einzelnen, wie auch für unsere gesamte Gesellschaft.

In diesem Spielzeitheft finden Sie unsere Planungen für die Spielzeit 2020/21 wie wir sie mit mehreren Jahren Vorlauf entwickelt hatten und dann so zeitig wie möglich in Druck gebracht haben. Während der Fertigstellung und Lieferung dieser Broschüre ist es dann zu der Entwicklung gekommen, von der wir alle nur schrittweise wissen, wie wir sie gemeinsam handhaben werden.

Wir werden unsere Vorhaben ändern müssen und wir können heute noch nicht sagen, wie das im Einzelnen aussehen wird.

Nehmen Sie unsere Pläne als ein Versprechen an die Zukunft, die sich natürlich anders gestalten wird, als wir uns das alle vorstellen konnten.

Wir werden wieder Theater spielen und Sie werden wieder unser Publikum sein.

Unser aller Sehnsucht ist Begegnung auf der Bühne und im Zuschauerraum und über die Rampe hinweg.

Unser Verlangen ist es, für Sie auf der Bühne stehen zu können. Wir wissen, dass Ihnen das Theater fehlt. Wir vermissen Sie auch.

Ihr
Theater Pforzheim