Die Salzburger Festspiele 2020

Sehenswürdigkeiten Salzburg, Blick vom Kapuzinerberg auf die Salzburger Altstadt und auf die Festung Hohensalzburg (© Salzuburg Tourismus)

222 Aufführungen in 44 Tagen an 15 Spielstätten, sowie 87 Aufführungen im Jugendprogramm „jung&jede*r“ an 48 Spielstätten in Stadt und Land Salzburg von 28. April bis 18. Juli 2020, sowie mehr als 50 weitere Veranstaltungen „Zum Fest“

VORWORT des Direktoriums der Salzburger Festspiele:

Festspiele als Leuchtfeuer bei der Suche nach der eigenen Identität, nach dem Sinn des Lebens, aber auch zur Wiederherstellung der Identität ganzer Völker – das war der große Gedanke jener Künstler und Bürger, die die Salzburger Festspiele als „eines der ersten Friedenswerke“ vor 100 Jahren gründeten. Allen voran der Theatermagier Max Reinhardt, der Poet Hugo von Hofmannsthal, der Komponist Richard Strauss, der Bühnenbildner Alfred Roller und der Dirigent Franz Schalk.
An diese Gründungsidee, Festspiele als Friedensprojekt aus dem Geist der Kunst, erinnern wir im Jubiläumsjahr 2020 mit unserer Ouverture spirituelle im Zeichen von Pax — Friede. Begonnen haben die Salzburger Festspiele mit dem Jedermann am 22. August 1920 vor dem schönsten Bühnenbild der Welt, der Fassade des Salzburger Doms.
100 Jahre sind Grund zum Feiern, sind Anlass, Dank zu sagen allen Künstlerinnen und Künstlern, Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die aus dem zarten Pflänzchen Festspiele das größte Klassikfestival der Welt gemacht haben: mehr als 200 Vorstellungen auf 15 Spielstätten an 44 Tagen mit Besuchern aus 80 Ländern, davon 40 nichteuropäischen.

Im Zentrum unseres Jubiläumsprogramms stehen die Idee der Gemeinschaft, das Verhältnis des Einzelnen zum Ganzen, der radikale Individualismus und als große Hoffnung die Idee von der Veränderbarkeit der Welt durch eine solidarische Gesellschaft, durch eine neue Menschlichkeit. Wie in einem Amoklauf irrlichtert Mozarts Don Giovanni seiner eigenen Zerstörung entgegen. In seiner Welt gibt es keine Liebe, keine Utopie, kein Licht. Seine Triebfeder ist der Exzess, ist der Nihilismus. Eine in ganz anderem Sinne Getriebene ist Elektra, rücksichtslos, rasend und maßlos in ihrer Rachsucht. Ein Maßloser ist auch Richard III., von William Shakespeare als Inkarnation des Bösen gezeichnet.

Als Antithese zu den extremen Grenzüberschreitungen des Individuums stehen in Mussorgskis Boris Godunow und Luigi Nonos Intolleranza 1960 die Dynamik des Volkes und der Masse. Sie sind es, die Protest formulieren und Veränderung fordern. In Mussorgskis Oper ist das Volk der Hauptprotagonist. Beispielhaft beschwört Luigi Nono in seinen Werken den Aufruhr, den Widerstand. Auch wenn Intolleranza 1960 das Schicksal eines Einzelnen dokumentiert, meint Nono doch die anonyme Masse. Sein Werk ist ein Aufschrei gegen alles Unrecht dieser Welt und ein flammendes Plädoyer für Humanität und Gerechtigkeit.
In Peter Handkes Uraufführung Zdeněk Adamec formiert sich in Rede und Gegenrede eine Gesellschaft, die gemeinschaftlich ein fiktives Psychogramm eines jungen Mannes entwirft, der sich mit seiner verstörenden Selbstverbrennung zum Fanal machte.
Wie William Shakespeare war auch Friedrich Schiller für Max Reinhardt ein zentraler Autor seines Theaterschaffens. In Maria Stuart stehen sich zwei Herrscherinnen gegenüber, deren jeweilige Positionen exemplarisch das Verhältnis von Recht und Gerechtigkeit behandeln.

Es ist die Landkarte der großen künstlerischen Äußerungen aller Epochen und aller Zeiten, von Monteverdi bis zur Musik unserer Tage, von der griechischen Tragödie bis zu Peter Handke, der sich die Festspiele verpflichtet fühlen, die unserem Festspiel Inhalt gibt.
100 Jahre Salzburger Festspiele sind 100 Jahre Kulturgeschichte. Die Salzburger Festspiele müssen nicht jedes Jahr neu erfunden werden, sie müssen jedoch immer wieder in eine neue Gegenwart geführt werden. „Ein Kunstwerk, das anregen, bewegen will, braucht die qualifizierte Ablehnung genauso wie die Zustimmung. […] Kunst muss den geistigen Zustand ihrer Zeit spiegeln, Widerpart und Opposition sein“, brachte es Nikolaus Harnoncourt in seiner immer noch aufrüttelnden Festspielrede 1995 auf den Punkt.
Eine „Begeisterungsgemeinschaft“ nannte Bazon Brock, Professor für Ästhetik, das Publikum. Weil bei den Festspielen eine einzigartige Form von gemeinsamem Erleben entsteht, das Menschen verschiedener Herkunft, Sprache und Religion eint. Eine Begeisterungsgemeinschaft für die Kraft der Kunst.

Helga Rabl-Stadler
Markus Hinterhäuser
Lukas Crepaz


42 Vorstellungen Oper
ELEKTRA
DON GIOVANNI
DIE ZAUBERFLÖTE
INTOLLERANZA 1960
BORIS GODUNOW
DER MESSIAS
DON PASQUALE
TOSCA
I VESPRI SICILIANI
(konzertant)
NEITHER (konzertant)

57 Vorstellungen im Schauspiel
Uraufführung ZDENĚK ADAMEC
RICHARD III.
Uraufführung EVERYWOMAN
DAS BERGWERK ZU FALUN
MARIA STUART
JEDERMANN
100 JAHRE JEDERMANN
LESUNGEN

91 Konzerte
OUVERTURE SPIRITUELLE
WIENER PHILHARMONIKER
ORCHESTER ZU GAST
BEETHOVEN-ZYKLUS
Still life – Zeit mit FELDMAN
MOMENTS MUSICAUX
KAMMERKONZERTE
LIEDERABENDE
SOLISTENKONZERTE
KIRCHENKONZERT
MOZART-MATINEEN
CAMERATA SALZBURG
HERBERT VON KARAJAN YOUNG CONDUCTORS AWARD
YOUNG SINGERS PROJECT

Zum Fest
Landesausstellung GROSSES WELTTHEATER
FEST ZUR FESTSPIELERÖFFNUNG
JEDERMANN-TAG
DIE WELT VON GESTERN
DIE WELT VON MORGEN
THEATER IM KINO
„DER TRAUM VON EINEM FEENTEMPEL“
FESTSPIEL-DIALOGE
SALZBURG CENTENARY

„jung & jede*r“ – Das Jugendprogramm der Salzburger Festspiele
32 Aufführungen im Rahmen der Salzburger Festspiele
sowie 87 Vorstellungen an 48 Spielstätten in Stadt und Land Salzburg
von 28. April bis 18. Juli 2020

MUSIKTHEATER
Vom Stern, der nicht leuchten konnte
Gold!
1000 Kraniche

SCHAUSPIEL
Dickhäuter
Die Zertrennlichen

KONZERT
schräg /strich
Hau drauf!

INTERAKTIONEN
Jugendabos & drüber!
Schulprogramm

JUNGE KUNST
Operncamps
Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor
Sonderkonzerte
Junge Freunde
Siemens > Kinder > Festival

Kartenanzahl und Kartenpreise 2020

2020 sind 242.373 Karten aufgelegt (hinzu kommen „Zum Fest“ und „jung&jede*r“ in Stadt und Land Salzburg).
Die Karten sind in der Preisspanne von € 5,- bis € 445,- erhältlich.
Rund die Hälfte aller Karten sind im unteren Viertel des gesamten Preissegments zwischen € 5,- und € 105,- angesiedelt.
Stichtag für alle Kaufkartenbestellungen ist der 7. Januar 2020. Direktbuchungen über die Website sind ab 27. März 2020 möglich.

Wertschöpfung
Die Salzburger Festspiele schaffen alljährlich direkt und indirekt eine Wertschöpfung in Salzburg von 183 Millionen Euro und in Österreich von 215 Millionen Euro.

Service
Das Programm im Detail sowie weiterführende Informationen auf der neuen Homepage salzburgerfestspiele.at