Die Saison 2021/22 der Staatsoper Stuttgart

„Weißt Du wie das wird?“

Die Intendanten der Staatstheater Stuttgart: Schauspielintendant Burkhard C. Kosminski, Opernintendant Viktor Schoner, Ballettintendant Tamas Detrich, Geschäftsführender Intendant Marc-Oliver Hendriks (© Martin Sigmund)
  • Auftakt zu neuem Stuttgarter Ring mit Das Rheingold und Die Walküre
  • Fünf weitere Premieren: Die Verurteilung des Lukullus, Hänsel und Gretel, Juditha triumphans, Rusalka und Szenen aus Goethes „Faust“
  • Saisoneröffnung mit Tosca, Die Zauberflöte, Madama Butterfly und einem konzertanten Rosenkavalier
  • Weitere programmatische Öffnung: Konzerte mit u.a. Max Herre & WebWeb, Maeckes
  • Die Junge Oper im Nord zeigt drei Premieren, darunter zwei Uraufführungen
  • Frühjahrsfestival #3 Verflechtungen im April und Mai

Die Staatsoper Stuttgart stellt Richard Wagners Ring des Nibelungen ins Zentrum der kommenden Spielzeiten: Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz der Staatstheater Stuttgart gaben Opernintendant Viktor Schoner, Generalmusikdirektor Cornelius Meister, Chefdramaturg Ingo Gerlach und die Leiterin der Jungen Oper im Nord (JOiN) Elena Tzavara das Opernprogramm für die Saison 2021/22 bekannt. Die Spielzeit bildet den Auftakt zu einem neuen Stuttgarter Ring-Zyklus mit den Premieren von Das Rheingold und Die Walküre. Daneben kommen fünf weitere Neuproduktionen zur Aufführung – darunter drei, die wegen der Pandemie bisher verschoben werden mussten: Die Verurteilung des Lukullus, Juditha triumphans sowie Szenen aus Goethes „Faust“. Die Junge Oper zeigt neben der Premiere von Les Enfants terribles zwei Uraufführungen: Die Kinderoper Holle! sowie die Auftragsoper MELUSINE, die im Rahmen eines hochdotierten Kompositionsauftrages der Reinhold Otto Mayer Stiftung entstehen wird. Im April und Mai präsentieren die Staatsoper und das Staatsorchester außerdem das Frühjahrsfestival Verflechtungen mit Opernaufführungen, Konzerten und einer Langen Nacht.

„Die Erfahrungen der letzten Monate waren nicht nur negativ. Dennoch freuen wir uns wie wahnsinnig auf „große Oper“ und darauf, endlich wieder mit dem Publikum im Foyer des Littmann-Baus in direkten Austausch zu gehen. Und wir freuen uns auf den Start eines neuen Rings: diese vermeintlich allumfassende und doch so fragmentierte Erzählung, die wir in Stuttgarter Tradition aus dem multiperspektivischen Blickwinkel des 21. Jahrhunderts betrachten wollen.“ so Intendant Viktor Schoner.

Auftakt zum Ring und weitere Neuproduktionen

Die Staatsoper Stuttgart wird in den kommenden beiden Spielzeiten Richard Wagners Ring des Nibelungen komplett mit jeweils unterschiedlichen Regisseur*innen aufführen. Die musikalische Leitung der gesamten Tetralogie übernimmt Generalmusikdirektor Cornelius Meister. Den Auftakt markiert im November dieses Jahres die Premiere von Das Rheingold in der Regie von Stephan Kimmig.  Zahlreiche Ensemblemitglieder feiern hier ihr Rollendebüt: Goran Jurić als Wotan, Rachael Wilson als Fricka, Stine Marie Fischer als Erda sowie Matthias Klink als Loge. Der britische Bariton Leigh Melrose gastiert als Alberich.

Im April 2022 folgt Die Walküre, jeder Aufzug konzeptionell betreut von einem anderen Team: Hotel Modern, Urs Schönebaum und Ulla von Brandenburg zeichnen hier jeweils verantwortlich. Okka von der Damerau feiert ihr Rollendebüt als Brünnhilde, Brian Mulligan verkörpert ihren Vater Wotan. Als Wälsungenpaar treten Simone Schneider und Michael König auf.

Anfang November feiern Franziska Kronforth und Julia Lwowski – beide Teil des Kollektivs Hauen und Stechen – mit Paul Dessaus und Bertolt Brechts Die Verurteilung des Lukullus Premiere. Bernhard Kontarsky dirigiert, Gerhard Siegel ist als Lukullus zu erleben. Die Neuproduktion war bereits für die vergangene Spielzeit geplant.

Eine weitere bisher nicht präsentierte Neuproduktion ist Juditha triumphans in der Regie von Silvia Costa. Im Januar 2022 kommt Vivaldis Oratorium in lateinischer Sprache mit Rachael Wilson (Debüt als Juditha), Stine Marie Fischer (Debüt als Holofernes) und Diana Haller (Vagaus) zur Aufführung.

Im Februar kehrt Regisseur Axel Ranisch an die Staatsoper Stuttgart zurück und inszeniert Engelbert Humperdincks Hänsel und Gretel. Die neue Generalmusikdirektorin des Michailowski-Theaters St. Petersburg Alevtina Ioffe dirigiert die Produktion, die mit u.a. Josefin Feiler / Esther Dierkes (Gretel) und Ida Ränzlöv / Diana Haller (Hänsel) in den Titelpartien vorwiegend aus dem Ensemble besetzt ist. Als Hexe gastiert die Mezzosopranistin Rosie Aldridge.

Sein Operndebüt feiert der Theaterregisseur Bastian Kraft im Juni nächsten Jahres mit Rusalka von Antonín Dvořák unter der musikalischen Leitung von Oksana Lyniv. Die Titelpartie übernimmt Ensemblemitglied Esther Dierkes.

Als letzte Premiere der Saison bringen Regisseur Marco Štorman und Dirigent André de Ridder im Juli 2022 Robert Schumanns Szenen aus Goethes „Faust“ szenisch auf eine Spielstätte außerhalb des Opernhauses. Die Ensemblemitglieder Jarrett Ott (Faust), Josefin Feiler (Gretchen), Stine Marie Fischer (Mephistopheles) und Kai Kluge (Ariel) übernehmen die Gesangspartien. Neben dem Staatsorchester und Staatsopernchor ist außerdem der Kinderchor der Staatsoper zu hören.

Repertoire, konzertante Oper und Special Guests

Eröffnet wird die neue Spielzeit am 18. September mit der Wiederaufnahme von Tosca in der Regie von Willy Decker und unter der musikalischen Leitung von Giuliano Carella. Maria Agresta und Catherine Naglestad gastieren mit der Titelpartie an der Staatsoper Stuttgart. Ivan Magri ist als Mario Cavaradossi, Lucio Gallo als Baron Scarpia zu erleben. Das weitere Repertoire umfasst Madama Butterfly mit Elizabeth Caballero in der Hauptrolle, Die Fledermaus unter der musikalischen Leitung von Cornelius Meister, Die Liebe zu drei Orangen in der Regie von Axel Ranisch, BORIS, dirigiert von Titus Engel, Don Giovanni mit Johannes Kammler in der Titelpartie und unter der musikalischen Leitung von Marie Jacquot, Platée, dirigiert von Stefano Montanari, Alcina und Norma in der Regie von Jossi Wieler und Sergio Morabito, Il barbiere di Siviglia in der Inszenierung von Beat Fäh und Le nozze di Figaro unter der musikalischen Leitung von Cornelius Meister. Im Spielplan bleiben außerdem Barrie Koskys Zauberflöte und Felix Rothenhäuslers Werther, der noch in dieser Saison am 11. Juli Premiere feiert. Darüber hinaus öffnet sich das Opernhaus erneut für verschiedene Musikstile und Genres und lädt u.a. Max Herre & WebWeb sowie den Rapper und Sänger Maeckes ein. Cornelius Meister wird zudem ab dem 3. Oktober eine Aufführungsserie eines konzertanten Rosenkavaliers von Richard Strauss dirigieren.

„Die dramatische Durchdringung jedes Werks, welche die Zuhörenden unmittelbar ins Herz trifft, ist mein Ziel jeglicher Aufführung, sei sie szenisch, sei sie konzertant. Nach Don Giovanni und Ariadne auf Naxos widmen wir uns nun dem Rosenkavalier auf diese Weise. Die plastische Gestaltung jeder einzelnen Solorolle zu erarbeiten — dabei geht es niemals allein um rein musikalische Fragen, sondern immer um dramatisch-emotionale — und Gleiches mit dem Chor und dem Kinderchor: dies liegt mir dabei besonders am Herzen. Auf das Ensemble der Staatsoper Stuttgart bin ich stolz“, so Cornelius Meister.

JOiN – Junge Oper im Nord: Zwei Uraufführungen und eine Premiere

Die Junge Oper im Nord präsentiert in der Spielzeit 21/22 zwei Uraufführungen und eine Premiere. Im November feiert die gemeinsam mit vier Schulklassen entwickelte Kinderoper Holle! in der Regie von Suse Pfister ihre Uraufführung im Nord, nachdem die Produktion ab 27. Juni 2021 zunächst nur online zu sehen ist. Im März 2022 kommt dann die aus der vorherigen Saison verschobene Tanzoper Les Enfants terribles zur Premiere. Eine weitere Uraufführung ist im Juni 2022 zu erleben: MELUSINEvon Catalina Rueda und Lisa Pottstock. Die Auftragsarbeit gewann den in diesem Jahr erstmals ausgeschriebenen Reinhold Otto Mayer Preis, für den die Junge Oper im Nord mit der gleichnamigen Stiftung kooperiert.

Als Wiederaufnahme zeigt das JOiN Der Schauspieldirektor in der Inszenierung von Elena Tzavara sowie Das Dschungelbuch als Familienkonzert. Das Straßenoratorium Nesenbach, das noch in der aktuellen Saison am 3. Juli Premiere feiert, wird ebenfalls erneut im Stadtraum Stuttgart aufgeführt. Daneben bietet die Junge Oper wieder eine Vielzahl an Vermittlungsangeboten von Sitzkissenkonzerten über digitale und analoge Schulworkshops bis hin zu Probenbesuchen und Führungen für Kinder und Schulklassen.

Frühjahrsfestival #3 Verflechtungen

Auch das Frühjahrsfestival 2022 von Staatsoper und Staatsorchester kreist um Richard Wagner. Beginnend mit der Premiere von Die Walküre im April geht das Festival mit den Opern Platée und Alcina, dem Kammerkonzert Traumbilder und einer Langen Nacht des Brütens der Nornenfrage „Weißt Du wie das wird?“ aus Wagners Götterdämmerung und den damit verflochtenen Motiven der kommenden Saison nach. Den Abschluss bildet eine Richard-Wagner-Geburtstagsfeier am 22. Mai 2022.

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