Die Saison 2021/22 an der Alten Oper Frankfurt

Alte Oper Frankfurt/M (Bild:: Katzenfee50 from Pixabay)

Oberbürgermeister Feldmann: Brauchen Orte der Begegnung
„Das Haus öffnen, sobald es möglich ist; auf die aktuelle Lage mit kreativen Formaten reagieren; dem Programmauftrag der Stadt so umfangreich und vielfältig wie möglich nachkommen“: So fasst der Aufsichtsratsvorsitzende der Alten Oper, Oberbürgermeister Peter Feldmann, die Haltung zusammen, die auch die kommende Spielzeit bestimmt – und die sich in dem umfangreichen Saisonprogramm 2021/22 widerspiegelt, das die Alte Oper bewusst jetzt, inmitten des bereits Monate währenden Lockdowns, vorlegt.
„In diesen Zeiten, in denen die Menschen schon so lange auf vieles verzichten müssen, was ihnen lieb und wertvoll ist, empfinde ich es als Zeichen der Hoffnung, ein prall gefülltes Konzertprogramm in Händen zu halten. Die Stadt Frankfurt bekennt sich nachdrücklich zur Alten Oper. Wir brauchen unbedingt wieder Orte der Begegnung in unserer Stadt, und das Programm der kommenden Spielzeit verheißt den Frankfurtern viele wunderbare Begegnungen“, so Feldmann weiter.

Und Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig, stellvertretende Vorsitzende des Aufsichsrats, ergänzt:
„Die Alte Oper hat bereits in der vergangenen Saison eindrücklich unter Beweis gestellt, wie umsichtig und verantwortungsbewusst sie auch in Pandemiezeiten beglückende Konzerte veranstalten kann. Wohl wissend um den großen logistischen und organisatorischen Kraftakt, der unter den aktuellen Umständen mit der Planung verbunden ist, freue ich mich auf ein Programm, das viel mehr von Innovation, Aufbruchsstimmung und Tatendrang erzählt als von Einschränkungen und Hindernissen. Lassen wir uns von diesem Optimismus mittragen!“

In der Tat blickt Intendant Dr. Markus Fein zuversichtlich nach vorn und hat alles daran gesetzt, dass die Alte Oper mit einem vielfältigen Programm auf die Rückkehr zum Spielbetrieb vorbereitet ist: „Wir haben die begründete Hoffnung, im Herbst, mit der beginnenden neuen Spielzeit den Veranstaltungsbetrieb wieder aufnehmen zu können. So wichtig wie es uns gegenwärtig erscheint, die Pandemie solidarisch im Lockdown zu bekämpfen, erscheint uns für die Zukunft daran mitzuwirken, das kulturelle Leben mit der neuen Spielzeit wieder anzukurbeln. Die Künstler*innen sind nun auf Veranstalter angewiesen, die dem Gelingen eine Chance geben und jetzt die Weichen für Konzerte im September und Oktober stellen.
Wir möchten heute die Grundlage dafür schaffen, mit der neuen Spielzeit wieder ganz für unser Publikum und die Musik da zu sein. Die Alte Oper ist bereit.“

Gerüstet für die kommende Saison

„Wir sind bereit“, lautet dementsprechend das Motto auf den Plakaten der Alten Oper zur neuen Saison. Das bereits im vergangenen Herbst erprobte und bewährte Hygienekonzept bildet die Basis für einen sicheren Konzertbetrieb und wird jeweils nach aktuellen Vorgaben angepasst. Von zentraler Bedeutung ist dabei die hocheffiziente Lüftungsanlage des Hauses, die innerhalb von 30 Minuten einen kompletten Luftaustausch garantiert. Die Plätze im Saal für die Veranstaltungen der neuen Saison werden vorsorglich im Schachbrettmuster vergeben, falls Abstandsregeln weiter Bestand haben. Um Konzertbesucher*innen die Möglichkeit einer unkomplizierten Covid-19-Testung zu geben, ist die Öffnung eines Testzentrums in der Alten Oper für Ende August 2021 in Planung. Bei pandemiebedingten Konzertabsagen wird der Ticketpreis unbürokratisch rückerstattet. „Für den Herbst muss es uns gelingen, beides miteinander in Einklang zu bringen: die Einhaltung höchster Sicherheitsstandards und die Öffnung der Kultureinrichtungen“, unterstreicht Dr. Markus Fein.

Neue Schwerpunkte und Formate

Für seine erste selbst verantwortete Spielzeit an der Alten Oper hat Dr. Markus Fein ein umfangreiches Programm entwickelt, das von neuen Schwerpunkten, Festivals und Formaten lebt. Ein wichtiges Leitmotiv bildet dabei die Auseinandersetzung mit der Stadt Frankfurt – mit ihrem Potenzial, mit ihren Künstler*innen, aber auch mit den Fragestellungen, die die Stadt betreffen. „Natürlich bilden die Konzerte internationaler Stars weiterhin eine wichtige Säule im Programm. Aber wir möchten den Blick gerne auch auf unsere unmittelbare Umgebung lenken, möchten Impulse geben, aber auch Impulse empfangen von dem, was vor der Haustür passiert“, sagt Dr. Markus Fein. So bezieht etwa zu Saisonbeginn gleich ein ganzes Festival unter dem Titel „Fratopia“ die Stadt nicht nur namentlich mit ein. „Auswärtsspiel“ heißt ein neues Format, das junge Orchester an andere Spielstätten der Stadt bringt. Im „Salon Frankfurt“, einer Kooperation mit dem Historischen Museum, wird Frankfurter Stadt- und Kulturgeschichte neu erlebbar. Und die Reihe „Musik Plus“ stellt dem Konzertbesuch einen Nachmittag in einer Frankfurter Kulturinstitution vorweg.

„Derlei Formate sind zweifelsohne eine große Bereicherung für das Kulturleben der Stadt“, bekräftigt Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig. „Indem bewährte Partnerschaften fortgesetzt und neue, etwa die mit dem Historischen Museum, etabliert werden, ergeben sich spannende neue Möglichkeiten, thematische Zusammenhänge greifbar werden zu lassen.“ Ina Hartwig freut sich aber auch auf ein weiteres neues Format: „Aufregend klingt, was im März 2022 ansteht – ein Festival unter dem Titel ‚Mitten am Rand‘, ein Festival, das mit der Frage nach Standpunkten spielt, das den so wichtigen Diskurs sucht und das unter anderem den Menschen der verschiedenen Nationen, die in der Stadt leben, eine Stimme gibt.“

Weitere Glanzpunkte im Programm markieren darüber hinaus das 40-jährige Jubiläum der Alten Oper (28. August 2021), ein Programm zu Mozarts Todestag (05. Dezember 2021), ein ganzer Tag im Zeichen der Klaviermusik (09. April 2022) und ein Orchesterfest gegen Ende der Spielzeit (12. Mai 2022).

Neu sind zudem eine Jazz-Residenz (die diesmal den Posaunisten Nils Landgren vorstellt), die Reihe „2 × hören“ sowie Mittagskonzerte mit Kammermusik und anschließendem Lunch.

Unter dem Motto „Das Offene Haus“ hat die Alte Oper weitere neue Angebote geschaffen, die das Publikum noch stärker als bislang einbinden und dabei Hemmschwellen abbauen möchten. Eine Reihe („Hereinspaziert!“) etwa richtet sich an Menschen, die bislang klassische Konzerte eher gescheut haben. Ein Projekt („Enthusiastenorchester“) ermöglicht das gemeinsame Musizieren von Laien im Orchesterverbund. Und die Musikvermittlungsangebote für Kinder- und Jugendliche des „Pegasus“-Programms werden ergänzt durch Formate, in denen Erwachsene in die Welt der Klassik eingeführt werden. „Alte Oper Campus“ ist dieses neue Angebot betitelt. „Teilhabe an Kultur zu ermöglichen, das bedeutet, ein breites Publikum über die Klassikstammhörerschaft hinaus anzusprechen“, unterstützt Oberbürgermeister Peter Feldmann diesen Ansatz. „Ich würde mich freuen, wenn die Menschen der Stadt diese neuen Angebote wahrnehmen, um vielleicht sogar zum allerersten Mal die Alte Oper nicht nur als fotogenes Wahrzeichen, sondern auch als lebendigen Konzertraum zu erleben.“

Apropos Pegasus: Das erfolgreiche Programm mit Konzerten und Workshops für Kinder und Jugendliche sämtlicher Altersklassen wird selbstverständlich fortgesetzt. Wie in den Vorjahren wird das Programm separat veröffentlicht: Am 30. Juni 2021 erscheint die Broschüre mit sämtlichen Angeboten, am 07. Juli (9.00 Uhr) beginnt der Vorverkauf für Familien, am 08. Juli der Vorverkauf für Kitas.

Highlights aus Klassik und Entertainment:

  • hr-Sinfonieorchester unter Alain Altinoglu (28.08.2021) – unter Frank Strobel (22.09.2021) – unter Joana Mallwitz und mit Pekka Kuusisto (01.10.2021, hr-Sinfonieorchester im Rahmen des Jubiläums der Alten Oper und des Festivals „Fratopia“)
  • Mahler Chamber Orchestra mit Yuja Wang (19.09.2021)
  • London Symphony Orchestra unter Sir Simon Rattle (23.09.2021, Fratopia-Festival)
  • West-östlicher Divan. Ein Weltmusikprojekt mit Katja Riemann und Daniel Hope (25.09.2021, Fratopia-Festival)
  • Klavierlandschaft. Pierre-Laurent Aimard und Michael Wollny (26.09.2021, Fratopia-Festival)
  • Junge Deutsche Philharmonie unter André de Ridder und mit Kit Armstrong (28.09.2021) – unter Jonathan Nott (09.01.2022, Fratopia-Festival und 1822-Neujahrskonzert)
  • Wiener Symphoniker unter Andrés Orozco-Estrada und mit Antoine Tamestit (03.10.2021)
  • Wynton Marsalis & The Lincoln Center Jazz Orchestra (12.10.2021, JAZZnights. Kooperation mit der Karsten Jahnke Konzertdirektion GmbH)
  • Berliner Philharmoniker unter Kirill Petrenko (02.11.2021)
  • Wolfgang Haffner’s Dream Band (08.11.2021, JAZZnights. Kooperation mit der Karsten Jahnke Konzertdirektion GmbH)
  • Maurizio Pollini (11.11.2021)
  • Bamberger Symphoniker unter Herbert Blomstedt (14.11.2021)
  • Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys (21.11.2021)
  • Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter Sir Antonio Pappano und mit Daniil Trifonov (04.12.2021)
  • Thomanerchor Leipzig und Gewandhausorchester (07.12.2021)
  • Igor Levit (11.12.2021, 12.12.2021)
  • Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim (23.01.2022)
  • Wiener Philharmoniker unter Valery Gergiev (22.02.2022)
  • Münchner Philharmoniker unter Valery Gergiev und mit Yefim Bronfman (22.03.2022)
  • Diana Damrau, Jonas Kaufmann, Helmut Deutsch (25.03.2022)
  • Pat Metheny (02.05.2022, JAZZnights. Kooperation mit der Karsten Jahnke Konzertdirektion GmbH)
  • Philharmonia Orchestra unter Santtu-Matias Rouvali mit Seong-Jin Cho (08.05.2022)
  • Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Yannick Nézet-Séguin mit Beatrice Rana (12.05.2022)
  • Gerhard Polt und die Well Brüder aus’m Biermoos (13.05.2022, Kooperation mit Michael Well)
  • Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen unter Paavo Järvi mit Lang Lang (30.06.2022, Kooperation mit Pro Arte Frankfurt GmbH & Co. KG)
  • Klavierabende mit Sir András Schiff, Elisabeth Leonskaja, Kristian Bezuidenhout, Sergei Babayan, Behzod Abduraimov, Fazil Say

Das Programm und die genauen Termine des Entertainmentprogramms sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden. Es bleibt also spannend, welches Musical (bzw. welche Show) zum Jahreswechsel gespielt wird. Vom 5. bis 9. Januar 2022 wird die Show »Berlin Berlin« (“Die große Show der goldenen 20er Jahre“) zu Gast in der Alten Oper sein (Ersatztermin für 2021), »Ballet Revolución« vom 12. – 17. April 2022.

Der Kartenvorverkauf für die Saison 2021/2022 beginnt am 26. April 2021 (Tickethotline: 069 / 1340 400, alteoper.de). Mitglieder der Gesellschaft der Freunde der Alten Oper haben ein exklusives Vorkaufsrecht seit dem 22. April.