Die Saison 2020/21 der Semperoper Dresden

Semperoper geht mit starker Vorjahresbilanz, zeitgemäß ambitioniertem Programm und hochkarätigen Künstler*innen in die Saison 2020/21

Semperoper Dresden, Jahrespressekonferenz Spielzeit 2020/21, 3. März 2020 - Peter Theiler, Christian Thielemann © Semperoper Dresden/Daniel Koch

Wiederaufnahme »Der Ring des Nibelungen« und Premiere »Capriccio« unter Musikalischer Leitung von Christian Thielemann
»Dancing into the future«: Semperoper Ballett feiert 15. Jubiläum seines Ballettdirektors Aaron S. Watkin
Happy Birthday: Die Junge Szene wird 10!
Premierenpräsentation 2020/21 mit Motiven von Cornelius Völker


Dresden, 3. März 2020. Wie auf der heutigen Jahrespressekonferenz 2020 bekanntgegeben wurde, blickt die Semperoper Dresden der dritten Spielzeit unter der Leitung ihres Intendanten Peter Theiler gestärkt entgegen: Rund 292.000 Gäste besuchten im Kalenderjahr 2019 die Semperoper Dresden und bescherten eine Vorjahresauslastung in allen Sparten von fast 92%. Die hervorragende Bilanz mit einem soliden Kostendeckungsgrad von über 38 Prozent im Jahr 2018 konsolidiert den Spitzenplatz der Sächsischen Staatsoper im weltweiten Ranking kultureller Exzellenzbetriebe und  »bestätigt das große Interesse des internationalen Publikums am breitgefächerten künstlerischen Angebot des Hauses und der Sächsischen Staatskapelle Dresden, die beide ihrer Botschafterfunktionen in der globalen Kulturlandschaft mit überzeugender Ausstrahlungskraft gerecht werden«, so Intendant Peter Theiler.

Auf dem Spielplan 2020/21 stehen insgesamt 281 Vorstellungen mit fünf Opernpremieren in der Semperoper und in Semper Zwei, zwei Ballett- und zwei Junge Szene-Premieren sowie 32 Repertoirestücke in allen Sparten. Die insgesamt elf Premieren, davon zwei Deutsche und drei Dresdner Erstaufführungen, der kommenden Saison in den Sparten Oper, Ballett und Junge Szene widmen sich in unterschiedlicher Weise der Orientierung des Individuums in einer Welt, die vor radikalen Umbrüchen steht und in der sich scheinbar feste Normen und Ideale einer Neuinterpretation unterworfen sehen. Der Vorverkauf für die Saison 2020/21 beginnt am Mittwoch, 11. März 2020, 10 Uhr. Ausgenommen ist die Buchung der Karten für die »Ring«-Zyklen, für die besondere Konditionen gelten. Die Konzerte der Sächsischen Staatskapelle Dresden werden in einem eigenen Programm vorgestellt.

SPARTE OPER

Als exemplarisch für den Topos »Suche nach eigener Verortung« im Übergang von passivem Erdulden zu aktivem Handeln sind beispielhaft die Semperoper-Neuproduktionen 2020/21 von Puccinis »Turandot«, Monteverdis »L’Orfeo«, Mozarts »Die Zauberflöte«, Zimmermanns »Weiße Rose« und die Ballett-Neueinstudierung nach Griegs »Peer Gynt« in der Choreografie von Johan Inger zu nennen. Den Reigen der Opernpremieren eröffnet Gioachino Rossinis politisch zeitloses wie hochaktuelles Freiheitswerk »Guillaume Tell/Wilhelm Tell« in der Neuinszenierung von Georg Schmiedleitner. Unter der Musikalischen Leitung des Ersten Gastdirigenten der Semperoper, Omer Meir Wellber kommt in exzellenter Besetzung die neue Dresdner »Die Zauberflöte« zur Premiere, inszeniert von Josef E. Köpplinger. Ein Wiedersehen mit Rolando Villazón in der Titelrolle ermöglicht die Dresdner Neuinszenierung der Originalfassung von Claudio Monteverdis »L’Orfeo«. Regisseur und Puppenspieler Nikolaus Habjan, Shooting-Star der österreichischen Theaterszene, bringt den Orpheus-Mythos in einem spektakulären Zusammenspiel aus Sängerdarsteller*innen und lebensgroßen Puppen auf die Bühne; unter der Musikalischen Leitung des Barockspezialisten, Dirigenten und Lautenisten, Wolfgang Katschner, ergänzen Gäste mit Instrumenten der Monteverdi-Zeit das Spiel der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Richard Strauss’ musikalisches Konversationsstück »Capriccio«, in Szene gesetzt von Jens-Daniel Herzog, geht der fundamentalen Frage der Präferenz von Musik oder Wort nach: »Prima la musica, poi la parole?« Krassimira Stoyanova kehrt in dieser Oper als Gräfin unter der Musikalischen Leitung des Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle, Christian Thielemann, für die Premiere im Mai 2021 an die Semperoper zurück. Mit der Dresdner Neuinszenierung »Turandot« widmet sich die Französin Marie-Eve Signeyrole dem von Giacomo Puccini musikalisch in die Opernsphäre transponierten, gleichnamigen Märchendrama Carlo Gozzis.


WIEDERAUFNAHMEN MIT »DER RING DER NIBELUNGEN« UNTER MUSIKALISCHER LEITUNG VON CHRISTIAN THIELEMANN

Höhepunkt im Repertoire ist die Wiederbegegnung mit der Dresdner Inszenierung Willy Deckers von Richard Wagners »Der Ring des Nibelungen«. Zwei »Ring«-Zyklen unter der Musikalischen Leitung des Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle, Christian Thielemann, sind Ende Januar bis Anfang Februar 2021 in der Semperoper erneut zu erleben. Zur exquisiten internationalen Besetzung zählen unter anderem Jennifer Holloway, Petra Lang, Christa Mayer, Albert Dohmen, Markus Eiche, Stephen Gould, Michael Volle und Georg Zeppenfeld. Die beiden Zyklen werden begleitet von einer Vorlesungsreihe in Kooperation mit der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden und der Sächsischen Akademie der Künste.

Zu den weiteren Opern-Wiederaufnahmen in der Spielzeit 2020/21 zählt neben »Don Giovanni«, der zweiten Mozart-Oper der Saison unter der Musikalischen Leitung von Omer Meir Wellber, die Rückkehr der Bösch-Neuinszenierung von Verdis »Nabucco«. Auf der Bühne der Semperoper werden wie bereits 2019 Andrzej Dobber in der Titelrolle und Saioa Hernández als Abigaille brillieren.

SPARTE BALLETT

Unter dem Motto »Dancing into the future« geht das Semperoper Ballett in der Spielzeit 2020/21 in das 15. Jahr unter der erfolgreichen Leitung von Ballettdirektor Aaron S. Watkin. Als erste der beiden Ballettpremieren ist Johan Ingers episches Handlungsballett »Peer Gynt« zu erleben. Die Company des Semperoper Ballett ist die erste, die die 2017 für das Basler Ballett entstandene Choreografie übernimmt. Die Dresdner Erstaufführung der Choreografie »Serenade« von George Balanchine und die Deutschen Erstaufführungen von Crystal Pites »Plot Point« sowie William Forsythes »Playlist (EP)« bilden den dreiteiligen Ballettabend »Playlist«, der im Juni 2021 Premiere feiert. Von den Klassischen Handlungsballetten kehren »Die Tempertänzerin/La Bayadère«, »Der Nussknacker« und »Schwanensee« sowie der mehrteiliger Ballettabend »Vier letzte Lieder« und die preisgekrönte Kreation »COW« von Alexander Ekman auf den Spielplan zurück.

Als Gäste in der Spielzeit 2020/21 begrüßt das Semperoper Ballett die beiden Ausnahmekünstler Maria Kochetkova und Dmitry Semionov zurück in seiner Mitte. Dauerhaft bereichern werden das Ensemble der italienische Principal Dancer, Carlo Di Lanno, sowie als neue Ballettmeister*innen die französische Ballerina Sofiane Sylve und der brasilianische Ballettstar Marcelo Gomes. Choreograf David Dawson stellt als Zeichen seiner engen Verbundenheit ab der nächsten Spielzeit seinen Namen als »Associate Choreographer« der Company zur Verfügung. Zum Ende der Spielzeit folgt die Company der Gastspiel-Einladung ins National Theatre in Tapei nach Taiwan.

SPIELSTÄTTE SEMPER ZWEI UND SPARTE JUNGE SZENE/ EDUCATION

In Semper Zwei darf das Publikum auf vier Dresdner Erstaufführungen im vielfältigen Spielplan gespannt sein. Alle Werke verbindet das Einwirken der Vergangenheit auf die moralische Gegenwart menschlicher Konstellationen. Stefan Hunstein inszeniert in Semper Zwei Aribert Reimanns Oper »Die Gespenstersonate«, die ab April 2021 auf dem Spielplan steht. Schwungvoll in Szene gesetzt vom Künstlerischen Leiter der Spielstätte Semper Zwei, Manfred Weiß, gehen die »Blues Brothers« Jake und Ellwood in Dresden ab Januar 2021 auf göttliche Mission. Zu den Wiederaufnahmen zählen die Inszenierungen von Philip Venables »4.48 Psychose« und Peter Eötvös’ »Der goldene Drache«.

Seit zehn Jahren bietet die Sparte Junge Szene in Semper Zwei eine Experimentierstätte für unkonventionelle Ausdrucksformen des jungen Musiktheaters und für zahlreiche musikalische Reihen, wissenschaftliche Kolloquien und tänzerische Projekte: Am 10. Oktober 2020 erinnert die Junge Szene im Rahmen einer Geburtstagsfeier an ihr bisher entstandenes vielfältiges Angebot.
Vom Heute mit interpretierendem Blick auf das Zurückliegende schauend, schließt die Premiere von Udo Zimmermanns eindringlichen Werk um die letzten Stunden der Geschwister Scholl, »Weiße Rose«, an die Spielplan-Philosophie an. Regisseur und Bühnenbildner Stephan Grögler gibt mit der Inszenierung sein Debüt in der Semperoper Dresden. Auch in Martin Smolkas Kinderoper »Das schlaue Gretchen« geht es, wenn auch ungleich farbenfroher und fröhlicher, um die individuelle Entscheidung gegen die herrschende Regel. In der Inszenierung von Andrea Kramer kommt die Girl Power-Geschichte als Dresdner Erstaufführung erzählerisch begleitet von Schauspieler Alexander Ritter auf die Semper Zwei-Bühne.

PREMIERENPRÄSENTATION MIT MOTIVEN VON CORNELIUS VÖLKER

Mit Cornelius Völker hat die Semperoper Dresden für die Premierenpräsentation der Saison 2020/21 nach Andreas Mühe und Gerhard Richter eine weitere international geschätzte Koryphäe der bildenden Kunst als Partner gewinnen können. Der in Düsseldorf und New York freischaffende Künstler zählt zu den großen Vertreter*innen der zeitgenössischen deutschen Malerei. Völkers Oeuvre ist in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zu sehen, viele seiner Werke befinden sich in renommierten Sammlungen und Museen.

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