Die Kunststiftung DZ BANK widmet Adrian Sauer eine Einzelausstellung

Adrian Sauer. Identitäten und Ideologien

Adrian Sauer ~ Block (© Adrian Sauer)

Unsere Überzeugungen machen uns aus. Dabei sind uns die Glaubenssätze, denen wir folgen, nicht immer bewusst. Adrian Sauer (*1976, Berlin, DDR) stellt Fragen, ohne Antworten zu erwarten, und öffnet somit die gedanklichen Strukturen derer, die sich auf seine Arbeiten einlassen. Letztlich bedient er sich dabei einer Methode, die ideologisches Denken entlarvt.

Als Partnerinstitution der Triennale RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain (ray2021.de), die sich dem Thema »IDEOLOGIEN« widmet, präsentiert die Kunststiftung DZ BANK vom 27. Mai bis 11. September ihre Ausstellung Adrian Sauer. Identitäten und Ideologien. Anhand von sieben Werkreihen bietet die Schau einen umfassenden Einblick in das multimediale Schaffen des ehemaligen Meisterschülers von Timm Rautert.

Neben digitalen C-Prints, digital gezeichneten Bildern und skulpturalen Formulierungen präsentiert die Ausstellung auch eine fotografische Soundinstallation, die in die Philosophie der Fotografie hineinreicht. Für Fotografieren ist von 2019 hat der Künstler Suchergebnisse modifiziert, die er bei Google auf seine Eingabe Fotografieren ist erhalten hat. Dem Ergebnis Fotografieren ist sozial und interaktiv etwa fügt er weitere Variationen hinzu, wie zum Beispiel Fotografieren ist asozial und interaktiv, Fotografieren ist sozial und passiv, Fotografieren ist asozial und passiv. Der Künstler hat die Resultate nicht nur durch unterschiedliche Negationsformen der Sätze bearbeitet, sondern auch, indem er die Abfolge der Strophen in ein neues Bezugssystem stellt. Anschließend ließ er den Text von der Schauspielerin Charlotte Puder und ihrem Kollegen Felix Preißler vertonen. Durch die Abwandlung der Suchergebnisse und die Neukontextualisierung der Inhalte werden die Zuhörenden in die Lage versetzt, ihre eigenen Vorstellungen zu hinterfragen.

Ähnlich geht Adrian Sauer auch mit seinen digitalen C-Prints, den digital erzeugten Bildern, den skulpturalen Formulierungen und fotografischen Soundinstallationen um. Er zerlegt die Fotografie in ihre kleinsten Einheiten, indem er beispielsweise selbst Computerprogramme schreibt, die die Struktur des Bildes aus Bits und Bytes offenbaren, um sie im Anschluss in abgewandelter Form neu zu präsentieren.

Der Künstler führt uns somit vor Augen, dass die individuelle Wahrnehmung mehr ist als ein Motiv, das sich auf unserer Netzhaut abbildet. Es ist Inhalt, Kommunikation, Impuls, Bewusstsein, Hinterfragung, Erkenntnis und vieles mehr. Mit seinen Herangehensweisen befragt Adrian Sauer unsere Ideologien und versetzt uns in die Lage, unsere Identität immer wieder neu zu definieren.

Kunststiftung DZ BANK

Die Kunststiftung DZ BANK umfasst nach über 25-jähriger Sammlungstätigkeit rund 8.000 Kunstwerke von über 800 internationalen Künstlerinnen und Künstlern. Ihr Schwerpunkt liegt auf zeitgenössischer Kunst in Auseinandersetzung mit dem fotografischen Medium. Im ihrem öffentlich und kostenlos zugänglichen Ausstellungsraum in Frankfurt werden jährlich drei bis vier Ausstellungen gezeigt, die auf verschiedene Weise das Sammlungskonzept reflektieren.

Website: kunststiftungdzbank.de

Instagram: kunststiftungdzbank

DZ BANK Kunststiftung gGmbH
Platz der Republik, 60325 Frankfurt/Main
Öffentlicher Zugang: Friedrich-Ebert-Anlage / Cityhaus I
Öffentliches Parkhaus „Westend“

Öffnungszeiten
Dienstag bis Samstag 11 bis 19 Uhr

Zum eigenen Schutz und dem von anderen wird gebeten, einen Mindestabstand von 1,5 m zu anderen Besucherinnen und Besuchern zu wahren, eine medizinische Schutzmaske zu tragen sowie die Hust- und Niesetikette einzuhalten. Ebenfalls stehen Desinfektionsspender bereit. Für den Besuch wird ein negatives Testergebnis empfohlen, die Vorlage ist jedoch nicht verpflichtend. Akut erkrankte Personen werden gebeten, vom Ausstellungsbesuch abzusehen.