Die Highlights und Neuentdeckungen im Offenbach-Jahr 2019 in Köln und Region

Ausstellung Jaques Offenbach (© Urban Media Project)

Beliebtes aber auch Ungewöhnliches: Das Offenbach-Jahr in Köln & Region zeigt neben Klassikern auch selten gespieltes musikalisches Material

Zu Hause bei den Offenbachs: Wiederentdecktes Musikalbum erlaubt einen Blick in den musikalischen Alltag von Familie Offenbach

Witze im Wohnzimmer: Einzigartiges Dokument des jüdischen häuslichen Musiktheaters von Offenbachs Vater Isaak. Ein unbekanntes Purim-Spiel, welches die Kölner Offenbach-Gesellschaft aufführen wird, zeigt Parallelen zu Offenbachs späterem Musiktheater

Offenbach und das Bürgerwehrlied: Neue, bisher unbekannteFacetten von Offenbachs kompositorischem Schaffen

Ein Hund und eine Herzogin: So politisch hat Offenbach mit Regenten abgerechnet

Eine Königin als Menschenfresserin: Der exotischeEinakter zum Auftakt des Offenbach-Jahres und der Befehl zur Unterhaltung

Stars für Offenbach: François-Xavier Roth, Kent Nagano, Jennifer Larmore, Laia Genc, Emanuele Soavi, Dominique Horwitz und viele andere in Offenbach-Produktionen

Komik und Kritik: Jacques – die erste Ausgabe von vier kostenlosen Premium-Magazinen der Kölner Offenbach-Gesellschaft im Offenbach-Jahr 2019

Ausstellung auf Wanderung: Offenbach-Ausstellung mit Stationen in Köln, NRW, Berlin,Paris

Köln, 27.11.2018. Kurz vor dem Start in das Offenbach-Jahr 2019 präsentierte die Kölner Offenbach-Gesellschaft gestern bei einer Pressekonferenz zusammen mit der Stadt Köln und dem European Media Host WDR ein umfassendes Programm zum 200.Geburtstag des gebürtigen Kölners Jacques Offenbach. Die Kölner Offenbach-Gesellschaft zieht dabei in derzeit über 125 Veranstaltungen während des gesamten Jubiläumsjahres große Linien zu neuen Aspekten rund um den Musiker, Weltbürger und gebürtigen Kölner Offenbach. Zugleich vernetzt sie unterschiedlichste Akteurein die Stadtgesellschaft hinein und weit über die Grenzen Kölns hinaus. In der Offenbach-Woche zum Geburtstagsfest rund um den 20.Juni 2019 soll die ganze Stadt ihren Komponisten feiern. Susanne Laugwitz-Aulbach, Kulturdezernentin der Stadt Köln: „Natürlich müssen der Komponist und sein Werk auch und gerade in seiner Heimat Köln gewürdigt werden. Unter dem Motto „Yes, We Can can“ bündeln sich alle, die zum Offenbach-Jahr beitragen wollen. Die Stadt Köln freut sich, fast 20 große und kleinere Produktionen sowie Spielorte und eine Wanderausstellung zum Jubiläum beizusteuern.“


Mit der Deutschland-Premiere des Offenbach-Einakters „Oyayaye“ im Neujahrskonzert des Kölner Gürzenich-Orchesters am 6. Januar 2019 in der Kölner Philharmonie beginnt das Jahr mit einer Opernsensation. Claudia Hessel, Leiterin des Offenbach-Jahres: „Was passt besser zu Offenbach als ein exotisch-grotesker Auftakt des Offenbach-Jahres mit dem kategorischen Befehl, das Publikum zuunterhalten.“ Patrick Hahn, Dramaturg des Gürzenich Orchesters Köln:“ Jacques Offenbachs Schaffen ist eine Herausforderung für den Verstand ebenso wie für das Herz. Für den Verstand, weil es seine Gesetze so oft mit Füßen tritt, für das Herz, weil sie die Mechanik der Gefühle so schonungslos offenlegt. DasGürzenich-Orchester nähert sich dem Schaffen Offenbachs daher selbstredend von zwei Seiten. Nicht nur mit dem Verstand und dem Herzen, sondern auch mit dem historisch forschenden Blick und nach vorne schauend mit einer neuen Kreation. Rückt das Neujahrskonzert Offenbachs Biographie, seinen Weg von Köln nach Paris, seine Instrumentalistenkarriere als Cellist und schließlich seine Anfängein der Pariser Theaterszene mit der Ausgrabung seines rekonstruierten Einakters „Oyayayae“ ins Zentrum, wagt das „Lab.Oratorium“ von Philippe Manoury und Nicolas Stemann eine neue musikalische und theatralische Reaktion auf unsere Gegenwart. So wird die Operette nicht zur Zoten-Zuchtanstalt, sondern ein wenig auch zur Champagnerglas-Erkenntnismaschine.

Eine weitere Erstaufführungin Deutschland ist die Oper „Barkouf“ auf dem Spielplan der Köln Oper in einer Koproduktion mit der Oper Straßburg ab dem 12. Oktober 2019. Dr. Ralf-Olivier Schwarz, wissenschaftlicher Berater des Offenbach-Jahres über „Barkouf“ – den singenden Machthaber in Hundegestalt: „Im Barkouf zeigt sich Offenbachs anarchischer Geis tin ganzer Größe. Er ist ein Meister der Kunst, Musik und Politik auf das Komischste zusammenzubringen, so dass Oper ein wahres aufrührerisches Potential entfalten kann.“ Opernfans können weiter schwelgen, wenn die „Grand Duchesse de Gérolstein“ in einer Eigenproduktion der Oper Köln am 9. Juni Premiere feiert. Georg Kehren, Chefdramaturg der Oper der Stadt Köln: „„Die Achse Köln-Paris muss sich die Oper Köln nicht erst konstruieren – sie verkörpert sich schon durch GMD François-Xavier Roth, der im Geburtstagsmonat Juni 2019 Offenbach „Großherzogin von Gerolstein“ einen funkelnden musikalischen Teppich ausrollen wird. Auf viele Gegenwartsbezüge ganz im Offenbachschen Sinne darf man sich bei dieser Operetten-Produktion ebenso gefasst machen wie bei „Barkouf– ein Hund an der Macht“, einer kostbaren Wiederentdeckung, die als Koproduktion mit Strasbourg im Oktober 2019 in Köln zur deutschen Erstaufführung gelangt. Mit der launigen Jubiläums-Offenbachiade „Je suis Jacques“ , bei der sich Offenbachs Figuren zur Feier ihres Komponisten im Rahmen einer nächtlichen Séance zusammenfinden, kehrt der Komponist dann für eine kurze Aufführungsserie an den Offenbachplatz zurück – dahin, wo einst die Synagoge stand und wo er sich jetzt gemeinsam mit den Zuschauern dieses Abends inmitten einer Theaterbaustelle wiederfindet.“ Außerdem wird der „Fantasio“ am 21. Juni ineiner halbszenischen Produktion der Opera Zuid Maastricht in der Kölner Philharmonie zu erleben sein und die Einakter „Die Insel Tulipatan“ und „Salon Pitzelberger“ gastieren ab dem 17. Juni eine Woche lang in der Volksbühne am Rudolfplatz. Eine besondere Kooperation wird der Einakter „Un Mari à la porte“ von 1859 in der Originalsprache Französisch mit Studenten des Conservatoirenational supérieur de musique et de danse de Paris (CNSMDP) mit Aufführungen in Köln und NRW im November 2019.

Der kammermusikalische Offenbach stellt mit neuentdecktem Material einen weiteren Schwerpunkt im Jubiläumsjahr dar. Aus dem bisher verschollenen Musikalbum der Familie Offenbach, von Offenbach-Forscher Dr. Ralf-Olivier Schwarz detektivisch aus Archiven zusammengetragen, produziert die Kölner Offenbach-Gesellschaft zusammen mit der Synagogen-Gemeinde Köln voraussichtlich im April 2019 ein kammermusikalisches Programm und erlaubt so einen Blick in den jüdisch geprägten Musik-Alltag der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts. In einer weiteren Eigenproduktion der Kölner Offenbach-Gesellschaft wird voraussichtlich im November 2019 erstmals mit einem bisher unbekannten Purim-Singspiel von Offenbachs Vater Isaak ein Dokument jüdisch-häuslichen Musiktheaters vorgestellt, das mit seinem Humor starke Parallelen zu Offenbachs späterem Musiktheater zeigt. Eine unbekannte Seite jenseits aller Satire zeigtOffenbach in einer weiteren Neuentdeckung, dem rekonstruierten „Bürgerwehrlied“ in romantischer Musiktradition mit dem KölnerMänner-Gesang-Verein im 22.September in der Kölner Philharmonie. Virtuose Kammermusik, aber auch große Orchesterwerke aus Offenbachs Feder stehen ganzjährig mit hochkarätigen Klangkörpern wie dem WDR Symphonieorchester, Ensembles und Solisten auf dem Programm. Der WDR schneidet Produktionen für Radio und TV mit. Prof Karl Karst, Programmchef von WDR3: „Der Westdeutsche Rundfunk wird mit seinem Kulturprogramm WDR 3 im Offenbachjahr die Rolle des „European Media Host“ übernehmen“, so WDR 3-Programmchef Prof. Karl Karst, „und sowohl mit eigenen Projekten und Produktionen als auch mit Übertragungen von Konzerten und Opern sowie mit Podiumsdiskussionen und natürlich mit umfassender Berichterstattung im Hörfunk und Fernsehen das Jubiläum medial ins Land und auch national verbreiten.“

Neben dieser umfassenden Werkschau präsentiert das Programm des Jubiläumsjahres die Vielseitigkeit der zeitgenössischen Auseinandersetzung mit Offenbach: Die Uraufführung „Je suis Jaques“ von Christian von Götz in der Oper Köln (Premiere am 22.06., Opernhaus am Offenbachplatz), das Straßentheater„Liebt Euren Offenbach“ mit Regisseur Adrian Schvarzstein, „Offenbach meets Jazz“ mit Laia Genc am 16. Mai oder das Geburtstagskonzert mit einem Exklusivprogramm für WDR 3 mit vielen Klezmer-Elementen von und mit Schauspieler Dominique Horwitz, das der WDR live überträgt.

Zu einem Schulwettbewerb „Jacques und ich“ der Kölner Offenbach-Gesellschaft in Kooperation mit dem Ministerium für Schule und Bildung NRW sind alle Schulen in NRW aufgerufen, ab Januar 2019 mit eigenen Produktionen rund um Offenbach teilzunehmen. Im Sommer 2019 wird Jacques Offenbach mit Musikpicknicks von Juli bis September hauptsächlich in den Schlössern des Rhein-Erft-Kreises gefeiert.

Die Kölner Offenbach-Gesellschaft begleitet dieses Veranstaltungs-Feuerwerk mit zehn hochkarätig besetzten Diskussionsveranstaltungen und Vorträgen zu zentralen Offenbach-Themen wie seinen starken Frauenfiguren, dem Judentum und Konversion, seinen Kölner Wurzeln und seiner europäischen Karriere sowie seiner Positionierung gegenüber Richard Wagner. Das Kulturradio WDR3 sendet die Veranstaltungen jeweils sonntags, 18 Uhr im Rahmen des „Kulturpolitisches Forums“. Eine öffentliche Wanderausstellung über Leben und Werk von Jacques Offenbach in Kooperation mit dem Kölnischen Stadtmuseum in Köln, NRW, Berlin und Paris zeigt die vielseitigen Facetten Offenbachs. Mit eigenen Veröffentlichungen, darunter einer Biografie, dem in vier Ausgaben erscheinenden und kostenlos ausliegenden Magazin#Jacques und vielen Onlineangeboten sollen sich alle angesprochen fühlen, das Genie der Leichtigkeit aus Köln kennenzulernen und mitzufeiern.

Die Kölner Offenbach-Gesellschaft
Die Kölner Offenbach-Gesellschaftist ein gemeinnütziger Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, das Leben und Wirken von Jacques Offenbach stärker ins Bewusstsein der Stadt Köln und Region zu rücken. Seit Dezember 2015 wächst die Gesellschaft, zu denen viele Kölner Persönlichkeiten wie die beiden Kölner Alt-Oberbürgermeister Jürgen Roters und Fritz Schramma zählen, stetig. Zurzeit organisiert und koordiniert die Kölner Offenbach-Gesellschaft das von ihr initiierte Offenbach-Jahr 2019. Die Reihe an Veranstaltungen 2019 ist bereits jetzt lang, wie demvorläufigen Kalender „Das Offenbach-Jahr im Überblick“ zu entnehmen ist – und sie wächst immer weiter.

www.yeswecancan.koeln
www.koelner-offenbach-gesellschaft.org