Die HfMDK-Künste spielen weiter! Onlineprogramm vom 25. bis 29. Mai 2020

© HfMDK Frankfurt

Regina Reiter ist klassische Saxophonistin und studiert eigentlich im Master Kammermusik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK). Seit dem Shutdown ist Kammermusik – außer im Duo – unmöglich. Not macht erfinderisch – so hat die junge Musikerin kurzerhand ein Soloprogramm erarbeitet, das mit einem einzigen Saxophon auskommt. Von Bach – und der Zeit vor der Erfindung dieses facettenreichen Instruments – schlägt sie mit Kompositionen des Niederländers Jacob Ter Veldhuis und des Australiers Barry Cockcroft eine programmatische Brücke ins Hier und Heute. Ein vielversprechendes Konzertexperiment – hören Sie rein.

Außerdem in der kommenden Woche im play_Kanal zu hören und zu sehen: Gitarre solo mit Artur Miranda Azzi, Ausnahmetalente der Young Academy und der Kammerchor der HfMDK – ein Konzertausschnitt, wie er durch Corona, vor Herbst sicher live nicht zu erleben sein wird. Und zuletzt das ENSAMBLE CANELAZO – lnstrumentalisten der HfMDK und der Hanns Eisler Berlin. Das Herz der Musikerinnen und Musiker schlägt besonders für die lateinamerikanische Musik aus Kolumbien und Venezuela. Es darf sich auf einen leidenschaftlichen und temperamentvollen Wochenausklang gefreut werden.

Hessens Universität der performativen Künste präsentiert jeden Abend von Montag bis Freitag jeweils um 18.30 Uhr eine halbe Stunde lang Musik, Theater, Tanz – live oder produziert. Zugang über https://play.hfmdk-frankfurt.info

PROGRAMM: MONTAG, 25. MAI BIS FREITAG. 29. MAI 2020:

Montag, 25. Mai 2020, 18.30 Uhr (Video-Live-Stream aus dem Kleinen Saal der HfMDK) ~ SAXOPHON SOLO: von Bach bis heute
Johann Sebastian Bach (1685-1750): Partita in a-Moll (BVW 1013)
Allemande. Corrente. Sarabande. Bourrée anglaise
Jacob Ter Veldhuis (“l95l): The Garden of Love
Barry Cockcroft (“l972): Ku Ku
Regina Reiter. Saxophon

Bachs Musik gehört auch für klassische Saxophonisten zu den Grundsäulen der Literatur. Darum werden seine Stücke oft und gerne in Bearbeitungen gespielt. Sie hören zu Beginn dieses Konzertes die im Original für Traversflöte solo komponierte Partita in a-Moll. die möglicherweise auf verloren gegangene Werke für ein solistisches Streichinstrument zurückgeht. Das würde zumindest die für die Flöte oder eben auch das Saxophon atemtechnischen Herausforderungen erklären, die es in der viersätzigen Suite zu bewältigen gilt.
„The Garden of Love“ des niederländischen Komponisten Jacob Ter Veldhuis basiert auf dem gleichnamigen Gedicht des englischen Dichters William Blake und ist eine für Jacob Ter Veldhuis typische Boombox-Komposition. Der Soundtrack besteht zum einen aus dem vorgetragenen Gedicht, zum anderen aus Samples von Oboen- und Cembaloklängen, Vogelgezwitscher. elektronischen Streichinstrumenten sowie Percussion.
„Ku Ku“ von Barry Cockcroft ist sein wohl meistgespieltes Stück. Es entstand 1997. als er während seines Studiums in Frankreich an der Sequenza Vllb für Sopransaxophon von Luciano Berio arbeitete. Aus Gewohnheit improvisierte er beim Üben rund um die Themen dieses Stückes. Daraus entstand eine ganz neue Komposition voller Gegensätze aus lyrischen, choralartigen Passagen und modernen Klängen, die einen Freund wohl sehr an ein Huhn erinnerten.

Dienstag, 26. Mai 2020 (Aufnahme) ~ GITARRE SOLO mit Artur Miranda Azzi
Antonio Jose (1902-1936): aus der Sonata para Guitarra: 3. Pavana Triste; 4. Final: Allegro con Brio
Tristan Murrail (1947): Tellur
Giulio Regondi (1823-1872): Introduction et Caprice Op. 23
Artur Miranda Azzi, Gitarre

Artur Miranda Azzi erlernte das Gitarrenspiel zunächst bei seinem Vater, bevor er bei dem brasilianischen Gitarristen Fabio Zanon studierte. Nach seinem Bachelorabschluss und ersten Preisen bei mehreren wichtigen Wettbewerben in Brasilien, bekam er die Möglichkeit, mit Hilfe eines DAAD-Stipendiums bei Tilman Hoppstock in Deutschland zu studieren. Hier lebt er auch seit 2016. In seinem Heimatland ist er bereits in vielen wichtigen Konzertsälen aufgetreten und gilt als einer der herausragendsten Gitarristen seiner Generation. Derzeit studiert Artur Miranda Azzi an der HfMDK.

Mittwoch, 27. Mai 2020 (Aufnahmen Eröffnung Young Academy, 20. November 2019 und Semester-Abschlusskonzert, 18. Februar 2020, Kleiner Saal ) ~ JUNGSTUDIERENDE DER YOUNG ACADEMIY
Erwin Schuihoff (1894-1942): Duo für Violine und Violoncello (1925), il. Allegro qiocoso „Zingaresca“
Anne Sophie Luong, Violine: Carla Schuld, Violoncello
Alexander Goedicke (1877-1957): Konzertetüde für Trompete und Klavier, op. 49
Alexandra Cramer, Trompete; Ekaterine Kintsurashvm. Klavier
Alexander Skryabin (1871-1915): Kiaviersonate Fis-Dur, op. 30. 2. Prestissimo volando
Eunsoi Park, Klavier
Ernest Krahmer (1795-1837): Duo Nr. 10 (aus der `Sammlung leichter und angenehmer Originalstücke für 2 Csakane”) Thema (Andantino), Var. 1. Var. 2. Var. 3. Var. 4
Kazimierz Serocki (1922-1981): Arrangements (1975/76)
Lukas Rizzi, Blockflöte; Malte Matthey, Blockflöte (Gast)
John Miles/arr. Christopher Brandt: Music
(Bearbeitung von Prof. Christopher Brandt für die Eröffnungsfeier. bzw. die Besetzung des ersten Jahrgangs der Young Academy)
Leitung von Prof. Susanne Stoodt und Isabel von Bernstorff

Optimal vorbereitet auf das Musikstudium: Die Young Academy der HfMDK bietet musikalisch hochbegabten Jugendlichen eine umfassende musikalische Frühförderung. Der Hauptfachunterricht am Instrument oder im Gesang stellt die ganzheitliche Entwicklung der künstlerischen Persönlichkeit ins Zentrum: Erfahrene und erfolgreiche Professorinnen und Professoren fördern die jungen Ausnahmetalente individuell und intensiv.

Donnerstag, 28. Mai 2020 (Aufnahme. Konzert am 31. Januar 2020, Großer Saal) ~ „Von der Vergänglichkeit des irdischen”: Kammerchor der HfMDK
Heinrich Schütz (1585-1672): Musikalische Exequien 1. Teil:Concert in Form einer teutschen Begräbniß-Missa:
»Nacket bin ich von Mutterleibe kommen« SWV 279
Francis Poulenc (1899-1963): Un soir de neige FP 126
De grandes cuillers de neige. La bonne neige. Bois meurtri; La nuit le froid la salitude
Heinrich Schütz: Musikalische Exequien ll. Teil: ››Herr, wenn ich nur dich habe« SVW 280
Ernst Krenek (1900-1991): Kantate von der Vergänglichkeit des irdischen op. 72
Julie Grutzka. Sopran; Haram Baek. Klavier
Heinrich Schütz: Musikalische Exequien lil. Teil: Canticum B.Simeonis; »Herr, nun lassest du deinen Diener in Frieden fahren. Selig sind die Toten, die in dem Herren sterben« SVW 281

Mitwirkende:
Julie Grutzka. Sopran; Haram Baek. Klavier
Basso Continuo: Mikiya Kaisho. Laute; Ilona Les. G-Violone ; Vincent Knüppe„ Orgel
Kammerchor der HfMDK
Lisbeth Amberger. Clarissa Eichhorn. Jana Frangart. Viola Fricke. Franziska De Gilde. Anna Kobinger. Bobin Kim. Myung-vi Kim. Annina Merz. Hannah-Dorothea Nollert. Annemarie Pfahler. Frederike Sagebíel, Lukas Adams. Anton Förster. Harald Hieronymus Hein, Johannes Herres, Minsung Kang. Frederic Mörth. Sebastian Munsch. Henrik Schlitt. David-Christian Sixt. Victor Sjögren. Sebastian Zipp
Florian Lohmann. Leitung
Der Kammerchor der HfMDK Frankfurt besteht seit dem Wintersemester 2019/20 als festes, fachbereíchsübergreifendes Vokalensemble. Seine Leitung liegt in den Händen von Prof. Florian Lohmann, der seit Oktober 2019 in Nachfolge von Prof. Winfried Toll die Professur für Chorleitung an der HfMDK Frankfurt innehat. Die Sängerinnen und Sänger des Kammerchors. die auch solistisch und in Soloensembles aus dem Chor heraus musizieren, setzen sich aktuell aus den Studiengängen Chorleitung, Gesang, Historische lnterpretationspraxis, Kirchenmusik, Künstlerische lnstrumentalausbildung sowie Lehramt Musik zusammen. Der Kammerchor führt die große chormusikalische Tradition der HfMDK fort, die unter anderem von Uwe Gronostay, Helmuth Rilling, Wolfgang Schäfer und Winfried Toll geprägt wurde.

Freitag, 29. Mai 2020 (Aufnahme, Konzert „Lateinamerikanische Nacht“ vom 3. November 2019, Großer Saal) ~ ENSAMBLE CANELAZO
Jesus Alberto Rey (1956-2009): Vuela mäs que el viento
Gustavo Gómez Ardila (1913-2006): Aires de mi tierra
Jenaro Prieto (1941): Apure en un viaje
German Dario Pérez (1969): Ancestro
Santiago Bernal (1993): Dilo otra vez
Bonifacio Bautista (1908-1999): Adioses
Miguel Raga (1880- 1952): Alegria en mi rancha
Lucas Saboya (1980): Despasillo
Heraclio Fernandez (1851-1886): El diabla suelta
Ensamble Canelazo
Daniel Cifuentes, Violine; Rafael Florida, Flöte: Daniela Saavedra. Klavier: Gerardo Theozil, Kontrabass: Julian Perez, Gitarre: Andres Rosales, Tiple. Cuatro & Bearbeitungen

Das ENSAMBLE CANELAZO ist eine Gruppe verschiedenster Instrumentalisten, die sich verschiedener Musikstile lateinamerikanischer Musik und insbesondere der traditionellen Musik aus Kolumbien und Venezuela verschrieben hat. Ihre Mitglieder sind alle Musikerinnen und Musiker der HfMDK und der Hochschule für Musik ,Hanns Eisler“ in Berlin. 2018 gründete sich das Ensemble in Frankfurt am Main. Das Ziel der Gruppe war und ist es. ihre Leidenschaft zu populärer lateinamerikanischer Musik in Deutschland und Europa bekannt zu machen und diese auch zu etablieren.