»Die Dreigroschenoper« und »Tratsch im Treppenhaus« neu am Theater Münster

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Es ist ein Fest der Skrupellosigkeit, des Nachtlebens und der verruchten Liebe – eine Oper der kaltblütigen und erbarmungslosen Verbrecher, die auch gern ein glamouröses Leben hätten oder zumindest ein größeres Stück vom Kuchen des Glücks als ihr Nebenmann. Und wer kann es ihnen verübeln? Denn wer wäre das nicht gerne – ein glücklicher und guter Mensch?

Die beiden Gangster Peachum und Mackie Messer konkurrieren mit unlauteren Mitteln um die Vormacht im Londoner Untergrund: Während Peachum eine Agentur für besonders Mitleid erregende Bettler betreibt, weiß Mackie außerordentlich gut, wie es sich stehlend und mordend auf Kosten anderer leben lässt. Als Mackie und Peachums Tochter Polly heimlich heiraten, verspricht das neu vermählte Paar, Soho auf den Kopf zu stellen – und produziert einen handfesten Skandal im Verbrecher-Milieu. So groß die Lücken im rechtsstaatlichen System, so korrumpierbar sind seine Individuen, deren harten Egoismus und blanken Überlebenswillen Brechts ikonisches Stück aus der Weimarer Republik leidenschaftlich und ehrlich zelebriert. Kurt Weills nicht minder ikonische Musik lädt dazu ein, mit ihnen und ihren Sünden zu schwelgen und auch mitzufühlen: „Ja, da muß man sich doch einfach hinlegen / Ja, da kann man doch nicht kalt und herzlos sein!“

Der Regisseur Sebastian Schug, der in der letzten Spielzeit den großen Publikumserfolg Das Vermächtnis im Kleinen Haus inszeniert hat, kehrt mit dieser Inszenierung an das Theater Münster zurück – nun auf die große Bühne. Er inszeniert Brechts Klassiker und Welterfolg der Weimarer Republik, der allein in der Spielzeit 1928/29 200 Mal inszeniert wurde, als Tanz auf dem Vulkan einer untergehenden Gesellschaft und als wildes und schillerndes Spektakel, das den Ursprüngen der Dreigroschenoper im England des 18. Jahrhunderts ästhetisch ebenso nachspürt wie dem französischen Theater des Grand Guignol und dessen Horror-Elementen.

Die Dreigroschenoper

Nach John GAYs Beggar`S Opera
Text: Bertolt Brecht
Musik: Kurt Weil
Unter Mitarbeit von: Elisabeth Hauptmann

Premiere am Theater Münster: Samstag, 2. Dezember 23 (Großes Haus)

Regie: Sebastian Schug
Musikalische Leitung: Bettina Ostermeier
Bühne: Jan Freese
Kostüme: Nico Zielke
Dramaturgie: Tobias Kluge

Mit: Katharina Brenner, Samia Dauenhauer, Ilja Harjes, Rose Lohmann, Nadine Quittner, Christian Bo Salle, Julius Janosch Schulte, Artur Spannagel, Elzemarieke de Vos

Musiker*innen: Thomas Brand, Witold Grohs, Carsten Gronwald, Thomas Jambor, Christian Kiefer, Martin Klausmeier, Bettina Ostermeier, Ulrich Petermann, Axel Riesenweber, Stephan Schulze

Weitere Termine:
Mi. 06.12.2023, 19.30 / Sa. 16.12.2023, 19.30 / Mi. 20.12.2023, 19.30 / So. 31.12.2023, 14.30 und 19.30 / Do. 11.01.2024, 19.30 / Di. 30.01.2024, 19.30 / So. 04.02.2024, 16.00 / Fr. 09.02.2024, 19.30 / Sa. 02.03.2024, 19.30 Uhr


Tratsch im Treppenhaus – Quaterie in’t Treppenhues


Frau Boldt tyrannisiert durch Tratsch, Lügereien und üble Nachrede die Hausbewohner*innen. Sie ist meistens im Treppenhaus anzutreffen, wo sie an Türen horcht und spioniert, um das Erlauschte dann sofort an die „richtige Adresse“ zu bringen. Auch kleine Betrügereien fallen in ihr Ressort. Ewald Brummer, dessen Neffe Thomas Brummer, die gutmütige Frau Knoop und ihre Untermieterin Sonja Seefeld haben unter Frau Boldt zu leiden. Doch nach und nach schließen sich ihre Opfer zu einer kleinen Gemeinschaft zusammen und erteilen ihr eine heilsame Lektion.

Dieses Jahr widmet sich die Niederdeutsche Bühne am Theater Münster einem Klassiker der Niederdeutschen Literatur. Jens Exler zählt zu den meistgespielten niederdeutschen Autoren. Tratsch im Treppenhaus gewann insbesondere mit der Hamburger Fassung am Ohnesorg-Theater Popularität durch eine Live-Fernsehübertragung der ARD am Silvesterabend 1966.

Markus Kopf und sein Team erarbeiten das humorvolle Kammerspiel im Münsterländischen Platt (übertragen von Hermann Homann, überarbeitet von Hannes Demming) und konzentrieren sich auf die Entwicklung der Figuren und zwischenmenschliche Beziehungen.

Auch bei dieser Inszenierung arbeitet die Niederdeutsche Bühne am Theater Münster e.V., mit einer Übertitelung, die man ganz nach Gusto und Sprachverständnis, zu Hilfe nehmen kann.

Tratsch im Treppenhaus – Quaterie in’t Treppenhues

Von: Jens Exler
Premiere am Theater Münster: Freitag, 1. Dezember 23 (Kleines Haus)

Regie: Markus Kopf
Regieassistenz: Birgit Schulte/Kathrin Henschel
Bühnenbild und Kostüme: Manfred Kaderk
Dramaturgie: Julia Fiebag
Inspizienz: Sophia Demming
Übertitelung: Ria Lüring
Soufflage: Henni Kamp/Dorothee Terfrüchte

Besetzung:

Lene Boldt: Heike Artmann
Bernhard Tramsen: Franz Strukamp
Hanne Knoop: Uschi Niehues
Ewald Brummer: Hermann Fischer
Thomas Brummer: Mathias Hüwe
Sonja Seefeldt: Lisa Daldrup
Herr Seefeldt: Klaus Uhelnhake

Weitere Vorstellungen:
Fr. 01.12.2023, 19.30 / So. 10.12.2023, 17.00 / Fr. 15.12.2023, 19.30 / Sa. 16.12.2023, 19.30 / Sa. 30.12.2023, 19.30 / Sa. 20.01.2024, 19.30 / So. 21.01.2024, 17.00 / So. 28.01.2024, 17.00 / So. 04.02.2024, 17.00 / Sa. 10.02.2024, 18.00 (NEU) / So. 11.02.2024, 17.00 / So.18.02.2024, 17.00 z.l.m.

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