Deutschsprachige Erstaufführung des Schauspiels „HumanApp“ am Theater Pforzheim

HimanApp ~ Theater Pforzheim ~Andreas C. Meyer ~ Foto: Sabine Haymann

Schauspiel-Themenstück über Künstliche Intelligenz, technologischen Fortschritt und deren Auswirkungen auf unser Menschsein

„Würden Sie in einer Stadt leben wollen, in der Sie permanent beobachtet, gefilmt und analysiert würden und alle vernetzten Geräte Ihnen ständig sagen, wie Sie sich verhalten sollen?“

Vier Mitglieder einer technologischen Expertengruppe – drei Männer und eine Frau – diskutieren über die Folgen des immer größer werdenden Einflusses neuer Technologien auf das Leben der Menschen. Dabei prallen schnell überaus unterschiedliche Einstellungen aufeinander.

Ein durchgespieltes Fallbeispiel soll die Problematik im Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) verdeutlichen: Die Freunde Max, Vincent und Laurent, alle drei leitende Angestellte eines multinationalen Unternehmens, lassen sich nach einem gemeinsamen Restaurantbesuch von dem von ihrer Firma entwickelten selbstfahrenden Auto nach Hause bringen. Es ist ein dunkler Novemberabend und man fährt auf einer schlecht beleuchteten Straße. Plötzlich kreuzt eine Frau auf einem Fahrrad verbotenerweise den Weg des Wagens. Im Bruchteil einer Sekunde berechnet die von Vincent programmierte KI Sarah alle Optionen und entscheidet: Statt das Auto mit seinen Insassen gegen eine Wand zu fahren oder auf den gegenüberliegenden Gehweg auszuweichen und den sich dort befindenden 52jährigen Manager zu töten, überfährt sie lieber die 29jährige, in prekären Verhältnissen lebende Radfahrerin. Das Auto kollidiert also mit der laut des programmierten Codes ‚weniger wertvollen‘ Person, die noch am Unfallort stirbt.
Dann passiert etwas Überraschendes: Obwohl die KI Sarah gemäß ihrer von Menschen diktierten Vorgaben gehandelt hat, kommen ihr Zweifel an der Richtigkeit dieser Entscheidung. Sie ist nicht nur unzufrieden, sondern auch ‚unglücklich‘ mit dem Ausgang und beginnt, ihren Schöpfern unbequeme Fragen zu stellen …

Ian de Toffolis „HumanApp“ vernetzt auf intelligente Weise Wissenschaft mit Theater und knüpft an die alte Frage an, die schon Goethes „Zauberlehrling“ stellt: Darf der Mensch angesichts eines noch nie dagewesenen technologischen Fortschritts alles, was er tun kann? Öffnen die neuen Technologien unermessliche Möglichkeiten oder die Büchse der Pandora? „HumanApp“ erzählt weniger über Künstliche Intelligenz als über den Menschen: Ein Stück über das Zweifeln, die Ängste, die Verletzlichkeit und die irrationalen Entscheidungen, die unser Menschsein ausmachen.

Der 1981 geborene Autor Ian De Toffoli steht im Mittelpunkt der jungen Luxemburger Literaturszene, arbeitet erfolgreich als Literaturwissenschaftler, Kritiker und Herausgeber, schreibt aber auch Romane, Kurzprosa und Bühnenstücke. Seit 2009 widmet er sich vermehrt dem Schreiben fürs Theater, war „Author in Residence“ an mehreren Theatern, u. a. in Luxemburg, Warschau und Berlin (am Literarischen Colloquium) und nahm an diversen internationalen Theaterprojekten teil.


HumanApp

Schauspiel
Von: Ian De Toffoli
Aus dem Französischen von: Wolfgang Barth

Premiere / Deutschsprachige Erstaufführung am Theater Pforzheim: Mittwoch, 21. September 22 (Podium des Theaters Pforzheim)

Inszenierung: Mona Sabaschus
Ausstattung: Janin Lang
Dramaturgie: Ulrike Brambeer

Mit: Andreas C. Meyer, Daniel Kozian, Timon Schleheck und Nika Wanderer

Weitere Vorstellungen am Fr, 23. und So, 25. September sowie am 7., 8., 9., 12., 14. und 15. Oktober und weiteren Terminen, jeweils im Podium des Theaters Pforzheim

Karten gibt es für 16,80 € (erm. 8,50 €) an der Theaterkasse am Waisenhausplatz unter Tel. 0 72 31/39-24 40, im Kartenbüro in den Schmuckwelten und auf theater-pforzheim.de