Deutschen Bühnenverein: Verleihung Otto-Kasten-Preis 2019

Die Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins verleiht im Rahmen ihrer Jahres-hauptversammlung am 15. Juni 2019 in Nürnberg den Dr. Otto Kasten-Preis. Seit 1985 wird der Preis im Zweijahresrhythmus an junge Theaterschaffende aus allen künstlerischen Bereichen verliehen. Der Preis ist mit insgesamt € 10.000 dotiert.
In diesem Jahr wird er zu gleichen Teilen zwischen zwei sehr unterschiedlichen Künstler*innen aufgeteilt: auf die Tänzerin des Theater Bielefeld Noriko Nishidate sowie den Leiter für Kommunikation und Vernetzung des Stadttheater Gießen Behzad Borhani.

Noriko Nishidate ist seit der Spielzeit 2015/2016 Mitglied des Tanzensembles des Theater Bielefeld. Bühnenerfahrung sammelte sie in ihrem Heimatland Japan, in Großbritannien, Italien, Slowenien, Österreich und Deutschland. Wiederholt bewies Noriko Nishidate eine bemerkenswerte Auffassungsgabe in der geistigen wie körperlichen Aneignung zeitgenössischer Techniken – die Tänzerin brilliert durch ihre technische Perfektion, aber auch durch die Fähigkeit, ihre Partien emotional ganz zu erfassen. Mit ihrem Ehrgeiz, ihrer nie versiegenden kreativen Energie und ihrem Mut inspiriert sie das Ensemble und alle, die mit ihr zusammenarbeiten. Als herausragende Nachwuchskünstlerin ist sie für den Dr. Otto Kasten-Preis 2019 ausgewählt worden.

Der studierte Politikwissenschaftler und Leiter für Kommunikation sowie Vernetzung, Behzad Borhani, ist seit mehreren Spielzeiten am Stadttheater Gießen engagiert. Dort verantwortet er die Öffentlichkeits- und Vermittlungsarbeit. Seit vielen Jahren realisiert er eigene, höchst kreative Vermittlungsformate und Konzepte, ist Netzwerker nach außen und innen und besticht dabei durch hohe Kompetenz, intelligente Kreativität, Integrität und außergewöhnliche Kommunikationsfähigkeit, auch im kontroversen Diskus. In besonderer Weise hat sich Behzad Borhani stets um das Theater und dessen Verortung in Stadt und Region sowie die Integration von Zuwanderern in die Gesellschaft verdient gemacht. Seine besondere Gabe, vielfältigste Institutionen und Vereine zu vernetzen und mit dem Stadttheater zu verbinden, brachte ihm diese Anerkennung ein.

Gießen, im Juni 2019


Dr. Otto Kasten-Preis
„Förderpreis der deutschen Intendanten“

Stiftungskuratorium:
Prof. Ulrich Khuon
(Vorsitzender)
Holger Schultze (Vorstandsmitglied)
Cathérine Miville (Geschäftsführerin)

Der Dr. Otto Kasten-Preis wird als „Förderpreis der deutschen Intendanten“ von der 1962 ins Leben gerufenen Dr.-Otto-Kasten-Stiftung getragen. In Zusammenarbeit der Stiftung mit dem Vorstand der Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein wird der Preis an herausragende Theater-Nachwuchskräfte verliehen.

Initiiert wurde der Preis vom Namensgeber dem 1989 verstorbenen deutschen Schauspieler, Dramaturg, Regisseur und Intendant Dr. Otto Kasten, der auch der Gründer der gleichnamigen Stiftung war. Ursprünglich war die Stiftung zur finanziellen Unterstützung sozial bedürftig gewordener oder kranker TheaterleiterInnen und deren Angehörigen gedacht. Da die öffentliche soziale Sicherung sich in den Folgejahren verbesserte, standen Mittel zur Verfügung, so dass im September 1985 erstmals der Dr. Otto-Kasten-Preis verliehen werden konnte.

Als PreisträgerInnen ausgezeichnet werden junge Theaterkünstler aller Sparten, die jedoch nicht älter als 35 Jahre sein sollen. Vom Vorstand der Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein vorgeschlagen, entscheidet der Vorstand der Stiftung über den oder die Preisträger. Der Preis wird vom Vorsitzenden der Intendantengruppe verliehen.

Der mit € 10.000 dotierte Dr. Otto Kasten-Preis ist wohl der bedeutendste; er kann geteilt verliehen werden.

Bisherige Preisträger
• 1985: Klaus Weise (Regisseur)
• 1987: Werner Tritzschler (Schauspieler)
• 1989: Gabriele Fischer (Schauspielerin) und Sabine Paßow (Sängerin)
• 1991: Bettina Fless (Regisseurin und Autorin) und Leander Haußmann (Regisseur)
• 1993: Wolfgang Maria Bauer (Schauspieler) und Christof Loy (Opernregisseur)
• 1995: Joachim Schlömer (Choreograph)
• 1997: Katja Czellnik (Regisseurin), Robert Schuster und Tom Kühnel (Regie-Team)
• 1999: Klaus Brömmelmeier (Schauspieler)
• 2001: Heike Kretschmer (Schauspielerin) und Jan Jochymski (Regisseur)
• 2003: Mayke Hegger (Bühnenbildnerin) und Philipp Kochheim (Regisseur)
• 2005: Anja Schneider (Schauspielerin)
• 2007: Annette Pullen (Regisseurin), Ina Schlingensiepen (Sängerin)
• 2009: Marc Prätsch (Regisseur) und Melanie Straub (Schauspielerin)
• 2012: Tobias Rausch (Regisseur und Autor)
• 2014: Olivia Delauré (Sängerin) und Daniel Hengst (Videokünstler)
• 2016: Alexander Charim (Regisseur) und Otto A. Thoß (Theaterpädagoge / Dramaturg)

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