Der Spielplan des Schauspiels Stuttgart von Februar bis Juli 21

WELCHES JETZT WOLLEN WIR LEBEN: WAS KOMMT?

Die Intendanten der Staatstheater Stuttgart: Tamas Detrich, Marc-Oliver Hendriks, Burkhard C. Kosminski, Viktor Schoner (Foto Björn Klein)

Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz der Württembergischen Staatstheater Stuttgart stellten Schauspielintendant Burkhard C. Kosminski und Chefdramaturg Ingoh Brux das Programm für die zweite Hälfte der Spielzeit 2020/21 vor. Diese fand aufgrund der Hygiene- und Sicherheitsvorgaben erstmals digital statt, zudem konnte auch das Publikum per Live-Stream der Programmvorstellung folgen.

Nach wie vor zwingt die Corona-Pandemie das Land Baden-Württemberg, flexibel auf die Entwicklung der Infektionszahlen zu reagieren. So ist weiterhin nicht verlässlich planbar, wann der Lockdown für die Theater aufgehoben und der Spielbetrieb tatsächlich wieder aufgenommen werden kann. Aus diesem Grund haben sich die Staatstheater Stuttgart gemeinsam entschieden, den Spielplan für Februar bis Juli 2021 zunächst ohne konkrete Premieren- und Vorstellungstermine zu veröffentlichen. Diese werden nachgereicht, sobald die Wiederaufnahme des Spielbetriebs für das Haus wie das Publikum verlässlich planbar ist.

Insgesamt 7 Neuproduktionen, darunter 4 Ur- und Erstaufführungen von Roland Schimmelpfennig, Nancy Harris, Paulus Hochgatterer und Gernot Grünewald sowie 3 Koproduktionen, u.a. mit Milo Rau und dem Studiengang Figurentheater der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart, plant das Schauspiel Stuttgart für die zweite Hälfte der laufenden Spielzeit. Fortgesetzt wird außerdem ECHT SCHMIDT, die Show-Reihe von und mit Harald Schmidt im Schauspielhaus. Neben den bereits vertrauten künstlerischen Handschriften von Milo Rau, Gernot Grünewald, Tina Lanik und Bernadette Sonnenbichler werden auch neue Regisseur*innen am Schauspiel Stuttgart zu erleben sein: die Britin Rebecca Frecknall, die erstmals im deutschsprachigen Raum inszenieren wird, sowie Nick Hartnagel und der österreichische Puppenspieler Nikolaus Habjan.

Weiter im Repertoire sind 10 Produktionen, die seit Beginn der Corona-Pandemie nach den geltenden Sicherheits- und Hygienevorgaben erarbeitet wurden oder sich an die neuen Gegebenheiten ohne größere künstlerische Eingriffe anpassen ließen.

In der zweiten Spielzeithälfte 2020/21 werden neben den bereits vertrauten künstlerischen Handschriften von Milo Rau, Gernot Grünewald, Tina Lanik und Bernadette Sonnenbichler auch neue Regisseur*innen am Schauspiel Stuttgart zu erleben sein: die Britin Rebecca Frecknall, die erstmals im deutschsprachigen Raum inszenieren wird, sowie Nick Hartnagel und der österreichische Puppenspieler Nikolaus Habjan.

Zudem wird sich endlich auch das neue Ensemblemitglied Elias Krischke in Stuttgart vorstellen können. Er schloss 2020 sein Schauspielstudium am Max Reinhardt Seminar in Wien ab und war am Burgtheater in der Bakchen-Inszenierung von Ulrich Rasche zu sehen. Zuletzt drehte er für die Netflix-Serie Terra Vision. Am Schauspiel Stuttgart wird Elias Krischke erstmals in der Uraufführung Un/true von Gernot Grünewald im Kammertheater zu erleben sein.

Inhaltlich beschäftigen sich die Neuproduktionen der zweiten Spielzeithälfte mit den Themen Familie und Geschlechtergerechtigkeit, Klimawandel und Flüchtlingskrise. Milo Rau zeichnet in seiner Inszenierung Familie anhand eines kollektiven Selbstmordes das Sittenportrait unserer Zeit der Ratlosigkeit. Und die irische Dramatikerin Nancy Harris bringt in ihrem Stück Leuchtfeuer Licht in ein lang gehütetes, dunkles Familiengeheimnis.

Roland Schimmelpfennig hat Arthur Schnitzlers Skandalstück Reigen in die Gegenwart verlegt und erzählt in Siebzehn Skizzen aus der Dunkelheit von Sex und Macht im heutigen Geschlechterkampf. Um das Unbehagen der Geschlechter geht es auch in der Liebeskomödie Was ihr wollt (ursprünglich geplant für Jun 20). Bei Shakespeare erleidet die Liebe Schiffbruch im Fantasieland Illyrien. Als visionärer Kommentar auf die aktuelle Klimadebatte liest sich Hans Magnus Enzensbergers vor 40 Jahren geschriebene Komödie Der Untergang der Titanic – hier wird gefeiert bis zum Weltuntergang.

Mit dem Stück Fly Ganymed erzählt Nikolaus Habjan die gefährliche Flucht eines unbegleiteten Jugendlichen nach Europa und setzt es mit Puppenspieler*innen und Schauspieler*innen in Szene. Eine direkte Reaktion auf die gesellschaftlichen Ereignisse der letzten Zeit rund um die US-Wahl und die Querdenker-Gruppierung ist Gernot Grünewalds Stückentwicklung Un/true. Für den Werkauftrag des Festivals Frankfurter Positionen 2021 hat er mit seinem Ensemble recherchiert, warum wir gerade in Umbruchzeiten unsere Wirklichkeit konstruieren und welchen Quellen, Expert*innen und Behauptungen wir dabei Glauben schenken.

Die für September 2020 angekündigte Verleihung des Europäischen Dramatiker*innen Preises und Pallaksch. Die lange Hölderlin-Nacht (in Kooperation mit Staatsoper Stuttgart, Stuttgarter Ballett, Literaturarchiv Marbach und Literaturhaus Stuttgart, ursprünglich 7. November) mussten Corona-bedingt verschoben werden. Beide Veranstaltungen sollen nun im Frühsommer 2021 nachgeholt werden.

Flankierend zur Verleihung des ersten Europäischen Dramatiker*innen Preises an Wajdi Mouawad und des ersten Europäischen Nachwuchsdramatiker*innen Preises an Jasmine Lee-Jones ist eine kleine Werkschau des Europa Ensembles geplant, das 2018 vom Schauspiel Stuttgart gemeinsam mit dem Nowy Teatr, Warschau und dem ZKM Zagreb gegründet worden war. Seither haben die sechs jungen Schauspieler*innen aus Kroatien, Polen und Deutschland mit internationalen Regisseur*innen höchst eigenwillige Inszenierungen erarbeitet, die dem Stuttgarter Publikum in konzentrierter Form präsentiert werden sollen.

Die durch den zweiten Lockdown ausgefallene Premiere Mermaid Cut (Regie und Text: Julian Mahid Carly, in Kooperation mit der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg) wird voraussichtlich im Frühjahr 2021 in der Akademie in Ludwigsburg nachgeholt.

Burkhard C. Kosminskis ursprünglich für Mai 2021 geplante Inszenierung von Andres Veiels Ökozid wird auf die folgende Spielzeit 2021/22 verschoben.

Auch der zweite Band des Spielzeitbuchs wird nicht wie gewohnt in gedruckter Form erscheinen, sondern nur digital zur Verfügung stehen. Alle Pläne entstehen weiterhin nach bestem Wissen und Gewissen und werden an die jeweils aktuellen politischen Vorgaben angepasst.
Das Schauspiel Stuttgart bedankt sich für das große Verständnis des Publikums und der Medien angesichts der – manchmal auch kurzfristigen – Änderungen im Spielplan, die sich in diesen Zeiten leider nicht verhindern lassen. Konkrete Termine für die kommenden Premieren und Vorstellungen werden auf der Website, per Newsletter und in den aktuellen Publikationen kommuniziert.


Der Kartenverkauf für Februar beginnt am 25. Januar 2021 – vorausgesetzt, der Theater-Lockdown wird nicht über den 31. Januar hinaus verlängert. Der Februar-Spielplan wird am 15. Januar 2021 online veröffentlicht.

schauspiel-stuttgart.de