Der Spielplan 2021/22 der Semperoper Dresden

15 Neuproduktionen und 22 Repertoirestücke in den Sparten Oper und Ballett

Die Dresdner Semperoper (© Matthias Creutziger)

Dresden, 17. Juni 2021. Rund 64.000 Gäste in 70 Vorstellungen begrüßte die Semperoper Dresden im Kalenderjahr 2020 in ihrem Haus und kann sich somit trotz der Corona-bedingten Einschränkungen im Berechnungszeitraum bezogen auf alle Sparten einer Auslastung von fast 73,7 Prozent im ihrem Kerngeschäft versichern. Eine proportional vergleichbare Aussage ist allerdings nur unter Vorbehalt möglich, da die Auslastung des Hauses in vollem Umfang von ca. 1300 Plätzen nur bis März 2020 möglich war; ab diesem Zeitpunkt galt für alle weiteren Vorstellungen eine Maximalbelegung von 330 Plätzen. Trotz der im Vorjahresvergleich deutlich geringer ausfallenden Zahlen verweist die Sächsische Staatsoper auf Einnahmen im Kerngeschäft in Höhe von rund 3,7 Millionen Euro, was einen respektablen Kostendeckungsgrad von 23,2 Prozent für das Jahr 2020 ausmacht.

Die Besucherzahlen im Haus und so auch im digitalen Bereich, bezogen auf die erfolgreiche Annahme des Streaming-Angebots in 2021, zeugen von dem weltweit ungebrochenen Interesse des Publikums am künstlerischen Angebot des Hauses und dem der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Die unverminderte Ausstrahlungskraft dieser wichtigen Kulturbotschafter sowie die feste Bindung des Publikums an die Marke des Exzellenzbetriebes »Semperoper Dresden« bilden die Basis, auf der die Semperoper, überzeugt von ihrem künstlerisch hochwertigen und breitgefächerten Programmangebot, mit neuem Elan und ungebrochenem Optimismus die Spielzeit 2021/22 vorstellt. »Wir sind zuversichtlich, dass wir in der kommenden Spielzeit das Haus bald wieder im vollem Umfang mit Publikum füllen, die Opernfreunde aus aller Welt mit unserer Kunst begeistern und mit unserem Angebot einen Beitrag zu Dialog und Verstehen leisten können«, so Intendant Peter Theiler. »Wir werden damit hoffentlich bald wieder an den gewohnten Erfolg anknüpfen, der sich in Auslastungszahlen von nahezu 90 Prozent ablesen lassen kann.«

Mit der außerordentlichen Anzahl von 15 Neuproduktionen sowie 22 Wiederaufnahmen und Repertoirestücken in 351 Vorstellungen in Oper, Ballett und Junge Szene – davon drei Uraufführungen, eine Deutsche und zwei Dresden-Erstaufführungen – hält der Spielplan 2021/22 ein Füllhorn von aufregend neuen, tradierten und wiederaufgeführten Stücken in großartiger Besetzung und unter exzellenter Musikalischer Leitung bereit. In der kommenden Saison nimmt die Semperoper Dresden ihre Linie wieder auf, »ausgehend von bewährten Traditionen mit ihrem Programm neue Perspektiven aufzuzeigen und in höchster künstlerischer Qualität abzubilden«, so Peter Theiler, »um das gesetzte Ziel so schnell wie möglich zu erreichen«. Die in Kooperation mit Musiktheatern in Barcelona, Bologna, Kopenhagen, Madrid, Paris, Tokyo, Valencia und San Francisco sowie den Osterfestspielen Salzburg entstandenen Produktionen, die 2021/22 in Dresden zur Aufführung kommen, spiegeln die bestehende erstklassige Aufstellung und funktionierende Vernetzung der Semperoper Dresden mit führenden Opernhäusern wider. 

15 Neuproduktionen und 22 Repertoirestücke in den Sparten Oper und Ballett

Unter dem Spielzeit-Motto »Starke Frauenpersönlichkeiten« startet die Semperoper mit Bellini, Verdi und Rossini ungewohnt stark im italienischen Fach in die neue Saison. Mit Peter Konwitschnys »Norma«-Inszenierung unter der Musikalischen Leitung von Gaetano d’Espinosa, Vera Nemirovas Regiearbeit »Don Carlo« – mit der Uraufführung des von Manfred Trojahn im Auftrag der Semperoper komponierten Prologs – sowie mit der in Kooperation mit dem Théâtre des Champs-Élysées, Paris, entstandenen Neuproduktion »La Cenerentola« in der Inszenierung von Damiano Michielettos endet das erste Quartal der Spielzeit. In 2022 folgt die ebenfalls als Auftragswerk der Semperoper entstandene Oper »Die andere Frau« von Torsten Rasch mit u.a. Evelyn Herlitzius, dirigiert von Michael Wendeberg. Regisseur Immo Karaman und der ungarische 3D-Künstler und Pionier des Projection Mapping, László Zsolt Bordos, versprechen eine bildgewaltige Inszenierung.

Premierenplakat »AIDA«
© Plakat: Semperoper Dresden / Foto: Thomas Ruff

Christian Thielemann dirigiert »Aida«-Premiere, inszeniert von Katharina Thalbach

Chefdirigent Christian Thielemann steht am Pult der Sächsischen Staatskapelle, wenn Krassimira Stoyanova in der Titelpartie von Verdis »Aida«, in Szene gesetzt von Katharina Thalbach, brilliert. Es folgt Puccinis »Madama Butterfly« unter der Musikalischen Leitung von Omer Meir Wellber, mit Kristine Opolais als Cio-Cio-San und Christa Mayer als Suzuki. Der Erste Gastdirigent der Semperoper übernimmt ab Juni 2022 auch das Dirigat der weiteren »Aida«-Vorstellungen. Für die Regiearbeit Amon Miyamotos der »Madama Butterfly«-Neuproduktion als Koproduktion der Semperoper Dresden mit der Tokyo Nikikai Opera Foundation, dem Det Kongelige Teater, Kopenhagen und der San Francisco Opera kreierte Modedesigner Kenzō die Kostüme.

Zwei Opern des slawischen Fachs, Antonín Dvořáks »Rusalka« und »Die Nase« von Dmitri Schostakowitsch, beschließen den Zyklus der Dresdner Opernpremieren 2021/22. Christof Loy, inszeniert Dvořáks lyrisches Märchen für die Semperoper Dresden als Koproduktion mit dem Teatro Real Madrid, dem Teatro Comunale Bologna, dem Gran Teatre del Liceu Barcelona und dem Palau de les Arts Reina Sofía, Valencia. Am Pult der Sächsische Staatskapelle steht Joana Mallwitz. Mit einer weiteren Konwitschny-Inszenierung nähert sich die Opernsaison 2021/2021 ihrem Ende: Unter der Musikalischen Leitung von Petr Popelka feiert Schostakowitschs erste Oper »Die Nase« ihre Premiere auf der Bühne der Semperoper.

Richard Strauss »Elektra« und Richard Wagner »Tannhäuser« wieder im Spielplan

Unter den Wiederaufnahmen im Spielplan 2021/22 finden sich unter anderem Georges Bizets »Carmen«, der Operndoppelabend »Cavalleria rusticana«/»Pagliacci« von Pietro Mascagni beziehungsweise Ruggero Leoncavallo, »Der Wildschütz« von Albert Lortzing mit Georg Zeppenfeld als Baculus, Erich Wolfgang Korngolds »Die tote Stadt« mit Klaus Florian Vogt und Camilla Nylund sowie Bedřich Smetanas »Die verkaufte Braut«. Ihren Hausgöttern Richard Strauss und Richard Wagner huldigt die Semperoper mit den Wiederaufnahmen »Elektra« mit Lise Lindstrom in ihrem Hausdebüt und einer weiteren Konwitschny-Inszenierung, dem »Tannhäuser«, mit Stephen Gould in der Titelrolle. Im Rahmen der »Mozart-Tage 2022« kommt die Da Ponte-Trilogie unter der Musikalischen Leitung von Omer Meir Wellber zur Aufführung. Das Dresdner Publikum darf sich besonders auf Bariton Erwin Schrott in seiner Interpretation der Titelpartie in »Le nozze di Figaro/Die Hochzeit des Figaro« und des Leporello in »Don Giovanni« freuen. Für den Repertoire-Klassiker »Tosca« begrüßt die Semperoper Angela Gheorghiu.

Premierenplakat »Weiße Rose«
© Plakat: Semperoper Dresden / Foto: Thomas Ruff

Semper Zwei und Junge Szene mit breitem Angebot von Oper bis Musical

In Semper Zwei und Junge Szene feiern Luciano Chaillys die »Die kahle Sängerin« in der Inszenierung von Barbora Horáková, »Blues Brothers« als Dresdner Erstaufführung, inszeniert vom Künstlerische Leiter Semper Zwei, Manfred Weiß, sowie Stephen Sondheims »Into the Woods/Ab in den Wald« und im Mai 2022 die Oper »Weiße Rose« ihre Premiere: Die Erinnerung an die letzten Stunden der Geschwister Scholl wurde in Musik gefasst vom Dresdner Komponisten Udo Zimmermann und in Szene gesetzt von Regisseur Stephan Grögler. Für das jüngere Publikum in Semper Zwei ist das Stück »Drei miese, fiese Kerle« von Zad Moultaka entstanden. Die Regiearbeit von Annika Nitsch wird ebenso wie das erfolgreiche Repertoirestück »Schneewitte« das Programm das Programm für Kinder und Jugendliche ergänzen.

Premierenplakat »Peer Gynt«
© Plakat: Semperoper Dresden / Foto: Thomas Ruff

Semperoper Ballett tanzt erstmals Johan Ingers »Peer Gynt«

Nach fast sechs monatiger Bühnenabstinenz wiedereröffnete die Company des Semperoper Ballett Mitte Juni 2021 mit der umjubelten Voraufführung von »A Collection of Short Stories« den Spielbetrieb des Hauses vor Publikum. Seine offizielle Premiere feiert der sechsteilige Ballettabend mit Choreografien von Aaron S. Watkin, David Dawson, Jorma Elo, William Forsythe und einer Uraufführung von Nicholas Palmquist im Premierenmonat Oktober 2021, eine Hommage an die bereits 15-jährige Weiterentwicklung der Company unter der künstlerischen Ägide ihres Ballettdirektors Aaron S. Watkin. Für die zweite Ballettpremiere in der Saison 2021/22 »Peer Gynt« übernimmt die Dresdner Company als erste die 2017 für das Basler Ballett entstandene Choreografie des Choreografen Johan Inger. Seine Ergänzung findet die große Wertschätzung des Werks Ingers in der Semperoper in der Wiederaufnahme seiner Choreografie »Carmen« neben den klassischen Handlungsballetten von Aaron S. Watkins »Dornröschen« und »Schwanensee« – und selbstverständlich zur Wintersaison Aaron S. Watkin und Jason Beecheys Einstudierung des traditionellen Weihnachts-Balletts »Der Nussknacker«.

»Mozart-Tage«: Omer Meir Wellber dirigiert Da Ponte-Trilogie zu Ostern 2022

Speziell der Da Ponte-Trilogie widmen sich die »Mozart-Tage 2022« der Semperoper mit Aufführungen der Mozart-Opern »Le nozze di Figaro/Die Hochzeit des Figaro«, »Don Giovanni« und »Così fan tutte«, unter der Musikalischen Leitung von Omer Meir Wellber. Ein vielfältiges Rahmenprogramm aus Vorträgen und Symposien begleitet das Festival. Mit einer ebenso vielgestaltigen Veranstaltungsreihe unter der Schirmherrschaft der Sächsischen Staatsministerin für Kultur und Tourismus, Barbara Klepsch, und in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde zu Dresden sowie verschiedenen anderen kulturellen und wissenschaftlichen Institutionen gedenkt die Semperoper Dresden in ihrer Reihe »Umanut Wechaim« des bedeutenden kulturellen Vermächtnisses, das Sachsen und die Sächsischen Staatstheater den jüdischen Kulturschaffenden verdanken.

Premierenmotive von Thomas Ruff

Für die Gestaltung der Spielzeit-Premierenmotive konnte mit dem deutschen Fotografen Thomas Ruff ein Künstler von Weltruf gewonnen werden, um den Dresdner Opernneuproduktionen 2021/22 visuellen Ausdruck in der öffentlichen Kommunikation zu verleihen. Der 1958 in Zell am Harmersbach geborene Fotograf zählt als prominenter Vertreter der »Düsseldorfer Fotoschule« zu den bedeutendsten Künstler*innen seiner Generation. Das Werk dieses außerordentlichen Künstlers für die Konzeption und Gestaltung der neuen Premieren-Plakatserie nutzen zu dürfen, erfüllt die Semperoper mit besonderer Freude und größtem Dank.

Der Vorverkauf für die Spielzeit 2021/22 beginnt:

Für den Monat September 2021 ab 13. Juli 2021, 10 Uhr;
für den Monat Oktober 2021 voraussichtlich Mitte September 2021;
für die Monate November/Dezember 2021 vorrausichtlich Anfang Oktober 2021.

Der Vorverkaufsstart für die verbleibende Spielzeit 2021/22 wird rechtzeitig bekanntgegeben. 
Abonnements und Packages werden für die Veranstaltungen der zweiten Spielzeithälfte konzeptioniert. Informationen dazu im Herbst 2021.

semperoper.de