Der Juni an der Bayerischen Staatsoper

Die Bayerische Staatsoper macht einen weiteren Schritt zur Öffnung des Hauses und bittet ab dem ersten Wochenende nach Pfingsten – 6. und 7. Juni – auf die Bühne des Nationaltheaters – nach wie vor mit einer stark reduzierten Anzahl an Zuschauern und nach Vorbild der Richtlinien für Museen und Gottesdiensten. „Wir wollen unser Publikum am Arbeits- und Vorbereitungsprozess unserer Musikerinnen und Musiker für den Herbst teilhaben lassen“, sagt Intendant Nikolaus Bachler zu den neuen Terminen.

Ziel: Erfüllung des Kulturauftrags

„Die Bayerische Staatsoper macht derzeit mit den Streifzügen am Mittwoch (staatsoper.de/streifzuege.html) den ersten Schritt zur vorsichtigen Öffnung des Hauses. Diesen Weg wollen wir nun auch im Juni weitergehen. Wir sehen uns in der Verantwortung, als Vorbild für kleinere Institutionen verschiedene Konzepte zu erproben, Erfahrungen zu sammeln und weiterzugeben, schließlich ist es auch Teil unseres Kulturauftrags, ganz „analog“ für unser Publikum da zu sein“, so Nikolaus Bachler.

Fester Samstag – Freier Sonntag

Im Juni sollen jeweils am Festen Samstag Monodramen mit Musikerinnen und Musikern des Bayerischen Staatsorchesters und Sängerinnen und Sängern gezeigt werden, die im Ensemble engagiert sind oder mit der Bayerischen Staatsoper eng verbunden sind. Darüber hinaus arbeitet das Bayerische Staatsballett an Neukreationen. Mit dem Freien Sonntag unterstützt die Staatsoper die Freie Szene, die von der Schließung der Theater besonders betroffen ist, und bietet Künstlerinnen und Künstlern aus den Bereichen Tanz, Performance und Musical eine Möglichkeit zum Auftritt.

Die gezeigten Werke greifen die Erfahrung von Einsamkeit, Isolation und Tod auf, zeigen also auf der Bühne, was das Theater kann: die Grenzen des Lebens reflektieren. Frank Martins Jedermann-Monologe machen am 6. Juni beim Festen Samstag I den Auftakt. Es singen der Bariton Michael Nagy, am Klavier spielt Sophie Raynaud. Die Einrichtung übernimmt in einer puren und kargen Szenerie auf der Vorderbühne der Spielleiter Andreas Weirich. Intendant Nikolaus Bachler liest dazu aus Philip Roths Jedermann.

Am 7. Juni, beim Freien Sonntag I, ist der Münchner Choreograph Moritz Ostruschnjak zu Gast, der inspiriert von den aktuellen Ereignissen und den Zeichnungen und Illustrationen des schottischen Künstlers David Shrigley ein Solo für „kleinen Mann und großen Raum“ (Ostruschnjak) entwirft. Bei dieser Uraufführung tanzt Daniel Conant.

Die Bühnensituation wird für alle Juni-Wochenenden jeweils ähnlich sein: Bespielt wird ein 8 mal 4 Meter großes Podest auf der Vorderbühne des Nationaltheaters, das Publikum sitzt in dieser Probensituation mit Blickrichtung in den leeren Zuschauerraum. Das Programm für die weiteren Wochenenden wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Der Vorverkauf für den 6. und 7. Juni beginnt am Donnerstag, 4. Juni, um 10.00 Uhr auf staatsoper.de. Mehr Informationen zu den Festen Samstagen und Freien Sonntagen finden sich unter staatsoper.de/wochenende.