Der Friedrichstadt-Palast Berlin bricht im Jubiläumsjahr 2019 seine eigenen Rekorde

Friedrichstadt-Palast Berlin (Foto Bernd Brundert)

Berlin, 9. Januar 2020. Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr verzeichnet der Palast mit 545.000 Gästen und Kartenerlösen von 27,2 Millionen Euro die besten Ergebnisse seiner hundertjährigen Bühnengeschichte. Die VIVID Grand Show ist auf bestem Weg, die erfolgreichste Produktion zu werden. René Polleschs ‚Glauben an die Möglichkeit der völligen Erneuerung der Welt‘ ist permanent ausverkauft und begeistert Gäste und Medien zugleich. Für die Young Show ‚Im Labyrinth der Bücher‘ waren fast alle Sitzplätze zwei Wochen nach Premiere vergriffen.

Im Wirtschaftsjahr 2019 wurden neue Rekorde aufgestellt. Insgesamt kamen 545.000 zahlende Gäste (ohne Freikarten) an die Friedrichstraße 107. Im Vergleich zum bislang erfolgreichsten Jahr 2013 sind das 26.320 Gäste mehr (+5 Prozent) und ein 1,3 Millionen Euro höherer Ticketumsatz (+4,9 Prozent). Die Jahresauslastung des 1.900 Plätze-Hauses lag bei 91 Prozent. Zu diesen Eigenveranstaltungen kommen noch etwa 200.000 Gäste für Berlinale und Gastspiele hinzu. Damit ist der Palast nach Gästen weiter mit deutlichem Abstand die Nummer 1 unter den Berliner Bühnen.

2018 lag der Kartenumsatz bei 21 Millionen Euro und es kamen 422.755 zahlende Gäste. Der auf den ersten Blick beeindruckende Vorjahresvergleich hinkt insofern, dass wegen des zweijährigen Spielzyklus ungerade Jahre (wie 2019) rund 40 Vorstellungen mehr im Programm haben als gerade Jahre (wie 2018). Das liegt am Produktionswechsel im Sommer, durch den das Haus länger geschlossen ist. Daher eignen sich überhaupt nur ungerade Jahre für Rekorde (auch das neue Jahr 2020 wird wegen der Premiere in diesem Herbst ‚schlechter‘ ausfallen als 2019).

Am 29. November 1919 wurde von Prof. Dr. Max Reinhardt das Große Schauspielhaus, in dessen Tradition der Friedrichstadt-Palast Berlin steht, eröffnet. 2019 wurde das hundertjährige Bühnenjubiläum gefeiert. Intendant Dr. Berndt Schmidt: „Jubiläumsjahr gleich Rekordjahr, was für ein großartiges Geschenk unserer Gäste! Aber Erfolge von gestern sind keine Protektion für morgen. Wie in jeder glücklichen Beziehung müssen auch wir die Zuneigung unserer Gäste Jahr für Jahr mit Herz und Einsatz neu verdienen.“

Bis zur geplant letzten Vorstellung am 11. Juli 2020 könnte die VIVID Grand Show die erneut erfolgreichste Produktion werden. Seit ihrer Premiere im Oktober 2018 hat VIVID 671.152 Karten für 38,5 Millionen Euro verkauft und liegt – Stand 8. Januar 2020 – bereits rund 16.000 Tickets und 1,4 Millionen Euro über dem bisherigen Spitzenreiter, der THE ONE Grand Show.

Mit dem Theaterabend ‚Glauben an die Möglichkeit der völligen Erneuerung der Welt‘ von René Pollesch und Fabian Hinrichs öffnete sich der Unterhaltungspalast auch der E-Kultur. Dem gewagten Experiment ist ein enormer Erfolg gegönnt. Zwei Tage nach der Premiere waren alle fünf vorgesehenen Vorstellungstermine ausverkauft. Auch die Tickets für sechs Zusatztermine waren innerhalb kürzester Zeit vergriffen, sodass aktuell für den 5. März eine weitere Zusatzvorstellung aufgenommen wurde. Für Zitty ist die ungewöhnliche Kooperation die „Berliner Aufführung des Jahres“, rbb24 Kultur nahm sie in ihre „Top 5 der besten Theaterabende 2019“ auf, SWR2 nennt es die „Inszenierung des Jahres“.

Die Stücke des jungen Ensembles erfreuen sich seit jeher einer enormen Nachfrage. Dass fast alle der 87.000 Plätze für die Young Show ‚Im Labyrinth der Bücher‘ zwei Wochen nach der Premiere im November vergriffen waren, gab es allerdings noch nicht. Die Young Show begeisterte im November und Dezember 55.084 zahlende Gäste im Alter ab 5 Jahren und erzielte eine Auslastung von knapp 97 Prozent (Rest zu 100 Prozent Freikarten). Jetzt im Januar kommen rund 30.000 zahlende Kinder und Erwachsene. ‚Im Labyrinth der Bücher‘ wird ab November wieder aufgenommen. Der Vorverkauf ist wegen der hohen Nachfrage bereits geöffnet.

Gerade erst hat die Berliner Morgenpost Intendant Berndt Schmidt zum ‚Berliner des Jahres‘ gekürt. Seit 2004 nennen die Leser*innen 50 Persönlichkeiten und eine Jury unter Vorsitz der Chefredakteurin trifft die finale Entscheidung. Diese wurde unter anderem begründet mit Berndt Schmidts Modernisierung der Kunstform Revue, seinem politisch-gesellschaftlichem Engagement und dem Mut, künstlerisch Neues zu wagen.

Bei allem notwendigen Streben nach wirtschaftlichem Erfolg steht am Palast auch die soziale Verantwortung im Fokus. So vergab das Haus 20.742 Charity-Tickets an Hilfs- und Sozialeinrichtungen. Außerdem zahlen Menschen, denen es finanziell nicht möglich ist, Tickets zum regulären Einstiegspreis zu erwerben, mit der Initiative #PalastFürAlle nur 5 Euro Eintritt – rein auf Vertrauen, ohne Nachweispflicht der Bedürftigkeit (palast.berlin/fueralle). Mit der Initiative #KartenGegenTaten wendet sich das Haus weiterhin an Menschen, die unverschuldet Hass, Rassismus, Sexismus, Diskriminierung, Homophobie oder Antisemitismus erleiden (palast.berlin/kartengegentaten). Über beide Initiativen wurden im vergangenen Jahr knapp 3.000 Karten vergeben.

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