Das waren »Oper für alle« und die Münchner Opernfestspiele 2021

OPER FÜR ALLE | Richard Wagner: Tristan und Isolde | Premiere 29. Juni 2021 im Nationaltheater | Musikalische Leitung: Kirill Petrenko | Inszenierung: Krzysztof Warlikowski © Wilfried Hösl

Richard Wagners Tristan und Isolde markierte das Ende der Münchner Opernfestspiele 2021. Mit der letzten Vorstellung am 31. Juli, unter der Leitung von Kirill Petrenko und Jonas Kaufmann sowie Anja Harteros in den Titelpartien, verabschiedet sich auch Staatsindentant Nikolaus Bachler von der Bayerischen Staatsoper– nach insgesamt 150 Premieren und 7.350 Vorstellungen.

Tristan und Isolde wurde wie das Sonderkonzert Der wendende Punkt tags zuvor im Rahmen von Oper für alle auf die Großleinwand am Marstallplatz und auf STAATSOPER.TV übertragen.

Die Münchner Opernfestspiele in Zahlen

An 38 Tagen der Festspiele mit rund 50 Veranstaltungen lag die Gesamtauslastung bei 99,27 Prozent der aktuell belegbaren Plätze. Bei den Opern- und Ballettvorstellungen im Prinzregententheater lag die Auslastung bei 99,45 Prozent. Es fanden Vorstellungen im Nationaltheater, dem Prinzregententheater sowie im Cuvilliés-Theater statt. Insgesamt wurden im Zeitraum von 24. Juni bis 31. Juli über 36.600 Karten verkauft.

Die Höhepunkte der Münchner Opernfestspiele 2021

Premieren

Die Premiere von Richard Wagners Oper Tristan und Isolde am 29. Juni 2021 stand unter der musikalischen Leitung von Kirill Petrenko. In einer Inszenierung von Krzysztof Warlikowski, sangen Jonas Kaufmann und Anja Harteros. Am 19. Juli 2021 feierte Wolfgang Amadeus Mozarts Oper Idomeneo Premiere. Inszeniert von Regisseur Antú Romero Nunes, und mit einem Bühnenbild von Phyllida Barlow, dirigierte Constantinos Carydis in der intimen Atmosphäre des Prinzregententheaters.

Festspiel-Opernabende

Neben der Neuproduktionen der Spielzeit 20-21 standen zehn weitere Opern auf dem Festspiel-Programm: Klaus Florian Vogt, Simon Keenlyside und Lise Davidsen waren zum Beispiel in Richard Wagners Tannhäuser zu erleben. Marlis Petersen sang, unter der musikalischen Leitung von Kirill Petrenko, in Richard Strauss’ Salome die Titelpartie. In Otello gab Anja Harteros die Desdemona. Kristine Opolais und Günther Groissböck waren in den Vorstellungen von Rusalka zu hören. Ludovic Tézier, Golda Schultz, Alex Esposito und Anne Sofie von Otter sangen in Le nozze di Figaro unter der musikalischen Leitung von Ivor Bolton.

Liederabende

Bei insgesamt fünf Liederabenden sangen Sonya Yoncheva, Matthew Polenzani, Ludovic Tézier, Erwin Schrott und Christian Gerhaher. Darüber hinaus trat das Opernstudio der Bayerischen Staatsoper im Rahmen des Festspiel-Arienabends im Cuvilliés-Theater auf.

Ballett

Das Bayerische Staatsballett zeigte die Neukreation Heute ist Morgen sowie Der Schneesturm mit einer Choreographie von Andrey Kaydanovskiy und einer Komposition von Lorenz Dangel.

WENDENDE PUNKTE

Zwei Sonderkonzerte fanden während der Festspiele statt. Der wendende Punkt wurde von Künstlerinnen und Künstlern, die in den vergangenen Jahren das Programm der Bayerischen Staatsoper geprägt haben, gestaltet. Der Abend setzte sich aus Liedern, Arien, Gedichten und Opernszenen zusammen, die sich mit der Thematik des Anfang und des Endes im Sinne von Rainer Maria Rilke beschäftigten. Am Pult des Bayerischen Staatsorchesters standen Ivor Bolton, Asher Fisch, Kent Nagano und Kirill Petrenko. Es sangen Pavol Breslik, Diana Damrau, Alex Esposito, Elīna Garanča, Christian Gerhaher, Günther Groissböck, Ermonela Jaho, Anja Kampe, Jonas Kaufmann, Simon Keenlyside, Wolfgang Koch, Anne Sofie von Otter, Marlis Petersen, Adrianne Pieczonka, Anne Schwanewilms, Nina Stemme und Georg Zeppenfeld. Bei Feuer – Next Generation stand die Sängergeneration auf der Bühne, die ihre Karrieren im Opernstudio der Bayerischen Staatsoper begonnen hat. Es sangen unter anderem Elsa Benoit, Golda Schultz und Tareq Nazmi.

In der Ausstellung Sphinx Opera griff Alexander Kluge die vergangenen 13 Jahre der Intendanz von Nikolaus Bachler künstlerisch auf. Er zeigte Inszenierungen, Gesichter und Stimmen, welche die Bayerische Staatsoper in dieser Zeit geprägt haben. Kluge näherte sich dem Kosmos Oper, indem er ihn in seine Elemente zerlegte und die entstandenen Versatzstücke sogleich wieder miteinander in Korrespondenz brachte oder mutig kurzschloss, an. Künstlerische Arbeiten von Katharina Grosse, Jonathan Meese und Georg Baselitz wurden mit den Videoarbeiten des Filmemachers zusammengeführt. Die Ausstellung öffnete am 24. Juni 2021.

Insgesamt 118.000 Zuschauer bei Oper für alle 2021

Die traditionellen Oper-für-alle-Veranstaltungen fanden 2021 erstmals an gleich drei Abenden statt, am 17., 30. und 31. Juli. Den Anfang machte eine konzertante Aida unter der Leitung des ehemaligen Generalmusikdirektors Zubin Mehta. Aufgrund der schlechten Witterung fand das Konzert nicht wie geplant auf dem Marstallplatz, sondern im Nationaltheater statt.

Am 30. Juli folgte das Konzert Der wendende Punkt und tags darauf Tristan und Isolde. Oper für alle fand wie immer bei freiem Eintritt dank der Unterstützung des langjährigen Partners BMW statt. Beide Abende wurden auf die Großleinwand am Marstallplatz übertragen, sowie auf STAATSOPER.TV live gestreamt.

Thomas Gottschalk führte am 31. Juli durch den Abend und traf in den Pausen beteiligte Künstlerinnen und Künstler zu Gesprächen. Zum Schlussapplaus gab es eine kleine Überraschung für Kirill Petrenko und Nikolaus Bachler: das Bayerische Staatsorchester sang und spielte „Muss I denn…”, sowie den Rosenkavalier-Walzer.

Aufgrund der pandemiebedingten Auflagen konnten an allen drei Abenden nur etwa 4000 Personen vor Ort sein. Die beiden Streams verbuchten zusätzliche 114.000 Zuschauer aus aller Welt.

Ausblick auf den Herbst und Winter 2021

Die Spielzeit 2021/22 unter dem neuen Intendanten Serge Dorny und dem neuen Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski beginnt mit dem neu gegründeten Septemberfest. In diesem Rahmen singt Jonas Kaufmann beim Oper für alle-Konzert des Bayerischen Staatsorchesters live in Ansbach. Im Brunnenhof der Residenz in München findet in den Tagen darauf ein vielseitiges Programm statt.

Das Bayerische Staatsballett startet ebenso zum Septemberfest mit dem mehrteiligen Abend Liaison im Cuvilliés-Theater in die Spielzeit 2021/22. Als erste Premiere zeigt das Ensemble am 19. November 2021 im Nationaltheater Christopher Wheeldons opulentes Familienballett Cinderella.

Vladimir Jurowski und Regisseur Kirill Serebrennikov erarbeiten gemeinsam die erste Neuinszenierung der Saison: Dmitri Schostakowitschs Die Nase feiert am 24. Oktober 2021 Premiere.

Zum Jahresabschluss, am 18. Dezember 2021, findet die Premiere von Franz Lehárs Giuditta statt. Regisseur Christoph Marthaler inszeniert und der Dirigent Gábor Káli gibt mit der Neuinterpretation des Werks sein Debüt an der Bayerischen Staatsoper.


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