Das Miniatur Wunderland in Hamburg bricht seinen eigenen Weltrekord

Miniatur Wunderland Hamburg: Weltrekordzug (© Miniatur Wunderland Hamburg)

315 zusätzliche Meter Gleisanlage verlängern die Bahnstrecke der größten Modelleisenbahn der Welt auf 15.715 Meter | Wunderland erhält weiteren Rekordtitel für die maßstabsübergreifend größte Modellbahnanlage

Seit vielen Jahren ist das Miniatur Wunderland offiziell die größte Modelleisenbahnanlage der Welt. Mit dem Anschluss des neuen Anlagenabschnitts Monaco/Provence wird die Anlage noch einmal um 315 Meter erweitert und damit der bestehende Weltrekord vergrößert. Der Anschluss der neuen Bahnstrecke wurde am Vormittag des 14. August 2019 feierlich vor den Augen der Presse und in Anwesenheit der Rekordrichterin Lena Kuhlmann von Guinness World Records vollzogen.

Damit hat das Miniatur Wunderland nicht nur seinen eigenen, bereits bestehenden Rekord von 15.400 Meter auf 15.715 Meter erweitert, sondern zusätzlich einen weiteren Rekord aufgestellt: Es gibt weltweit Modelleisenbahnen in vielen unterschiedlichen Maßstäben. Manche bauen fast lebensecht, manche in nur wenigen Millimetern. Vergleichbar sind alle durch den genormten Maßstab, der sich auf die reale Welt bezieht. Mit nun mehr umgerechnet 1367,21 Kilometern „Echtlänge“ kann sich das Wunderland zukünftig als größte Modelleisenbahnanlage der Welt über alle Maßstäbe hinweg nennen.


Miniatur Wunderland Hamburg: Frederik Braun
© Miniatur Wunderland Hamburg

Miniatur Wunderland schlägt Brücke über das Fleet und überquert den Atlantik ~ Rund 10 Mio. Euro werden in neue Abschnitte investiert/Wunderland baut Südamerika in Argentinien

In diesem August wird das Miniatur Wunderland 18 Jahre alt und damit volljährig. Zeit, sich über die Zukunft Gedanken zu machen. Diese wird ganz anders, als noch vor ein paar Jahren geplant. Irgendwie typisch für fast 18.

Im März wurde ein neuer Mietvertrag zur Erweiterung des Wunderlandes in der Speicherstadt unterschrieben. Auf der anderen Seite des Fleets sollen 3.000 weitere Quadratmeter ans Wunderland angeschlossen werden.

Als vorerst letzter Abschnitt im bisherigen Gebäude wird gerade am Abschnitt Monaco/ Provence gebaut. Gerrit Braun versucht hier gemeinsam mit seinem Team eine völlig neuartige Technik zu entwickeln. Die Vision ist es, über skalierbare Magnetfelder ein Mini­atur-Formel-1-Rennen zu erschaffen. Ob das wirklich klappt, ist noch offen. „Ein Miniatur- Formel-1-Rennen ist neben unserem Flughafen das bisher technisch anspruchsvollste Projekt in der Geschichte des Wunderlandes. Wir haben gerade auf einer Teststrecke die ersten Boliden zum Fahren gebracht. Bis wir allerdings F1-Rennen mit unterschiedlichen Fahreigenschaften und Überholmanövern abbilden können, liegt noch ein langer Weg vor uns“, berichtet Gerrit Braun. Die Eröffnung ist für November 2020 geplant.

Schon vorher wird auf neun Quadratmetern ein kleiner, aber sehr detailreicher Teil-abschnitt eröffnet: eine neue Kirmes. Die bisherige Kirmes, die 2001 zur Eröffnung des Wunderlandes gebaut wurde, wird nun komplett überarbeitet und von ihrer Größe mehr als verdoppelt. Neue Fahrgeschäfte, rund 100.000 LEDs und viele technische Spielereien werden zum Highlight in einem der Urabschnitte des Wunderlandes. Im November 2019 soll die neue Kirmes feierlich eröffnet werden.

Das mit Abstand spektakulärste Projekt ist aber zweifelsohne der Erschluss der neuen Flächen. Ursprünglich war auf der anderen Seite des Fleets England geplant. Diese Idee wurde nun aber durch das größte Abenteuer in der Geschichte des Wunderlandes ersetzt: „Wir haben quasi unseren Brexit bereits vollzogen“, erklärt Frederik Braun augen-zwinkernd und fügt hinzu: “Mittlerweile kommen 25 Prozent unserer Gäste aus dem Ausland. Für viele sieht Europa sehr ähnlich aus. Alte Häuser, kleine Städtchen, Wiesen, Felder, Wälder und hin und wieder Berge. Daher haben wir uns entschieden ganz neue Welten zu erschaffen. Wir beginnen dieses Vorhaben mit dem Bauabschnitt Südamerika. Die Idee dazu ist uns in New York gekommen, als wir eine – im ausschließlich positiven Sinne – vollkommen verrückte Familie aus Argentinien kennengelernt haben.“

Im Sommer 2017 entstand die Vision, gemeinsam mit diesen tollen Südamerikanern in Südamerika Südamerika zu bauen. Der südamerikanische Kontinent unterscheidet sich ganz gewaltig vom europäischen.

In Europa gibt es sehr viel Licht und Zivilisation, in Südamerika ist es das genaue Gegen-teil. Es gibt die letzten unerforschten Flecken der Erde im Amazonasdelta, Mythen, gewaltige Natur und extrem wuselige Städte. All das authentisch erlebbar zu machen, ist aus einer tausende Kilometer entfernten Werkstatt in Hamburgs Speicherstadt kaum möglich und noch gibt es (glücklicherweise) kein Google Maps im Regenwald oder der Antarktis.

Daher bauen wir seit nunmehr einem Jahr gemeinsam mit der Familie Martinez in einem Vorort von Buenos Aires an dem bisher waghalsigsten Projekt in der Geschichte des Wunderlandes. Modellbauer des Wunderlandes erschaffen gemeinsam mit einem Team aus 15 Südamerikanern den neuen, spektakulären Abschnitt. Geplant sind in der ersten Bauphase rund 200 Quadratmeter, vom Amazonas über die Anden, nach Rio und bis zur Antarktis. „Das Südamerika-Projekt ist Abenteuer und Märchen zugleich. Der Vater der Familie, Ricardo Martinez, ein begeisterter und verrückter Modellbauer und Drummer, ist 2002 über die Deutsche Welle auf eine Reportage über das Miniatur Wunderland gestoßen. Diese hat er auf VHS aufgenommen und seinen vier Kindern immer wieder vorgespielt. Alle Kinder sind quasi mit dieser VHS und unserem YouTube-Kanal groß geworden. Sie wollten immer schon ins Wunderland und nun begeben wir uns mit ihnen gemeinsam auf eine spannende Expedition ins Ungewisse“, erklärt Gerrit Braun.

Parallel zum Südamerika-Abschnitt entsteht in Hamburg auch noch ein weiterer, ganz besonderer Abschnitt. Auf dem Weg ins neue Gebäude haben die Besucher die Möglichkeit, aus der Vogelperspektive einmal um die Welt zu reisen. In der Ausstellung „Die Welt von oben“ werden wir die schönsten Orte der Welt aus der Perspektive eines tiefflie­genden Flugzeugs nachbauen. Insgesamt werden über die nächsten Jahre verteilt rund 10 Millionen Euro in die neuen Abschnitte fließen.

„Für uns beginnt eine ganz spannende Phase. Die letzten Jahre haben wir unsere Anlage Abschnitt für Abschnitt gebaut und erweitert. Nun gehen wir komplett neue Wege und begeben uns auf ein großes Abenteuer. Ob alles so klappt, wie wir es uns erträumen, weiß ich noch nicht. Unser Anspruch war es aber schon immer, uns selbst zu übertreffen und unsere Besucher zu überraschen. Damit das gelingt, muss man auch mal sichere, gewohnte Wege verlassen und kleine Pfade ins Ungewisse erforschen. Ich bin gespannt was dabei rauskommt und kann es kaum erwarten“, erzählt Frederik Braun.


Alle Pläne erklärt Frederik Braun in einem Video auf YouTube.

In der erste Folge der Videoreportage auf YouTube zum Südamerika-Abschnitt gibt es einen Einblick in das bisher größte Abenteuer in der Wunderlandgeschichte.

Zahlen & Fakten

ZUR ZUKUNFT DES WUNDERLANDE

Kirmes
Geplante Eröffnung: November 2019
Bauphase: April 2019 bis November 2019
Bauzeit: ca. 20.000 Stunden
Modellfläche: 9 m²
Figuren: ca. 15.000
LEDs: ca. 100.000
Kirmesbuden & Fahrgeschäfte: ca. 150

Monaco & die Provence
Geplante Eröffnung: Ende 2020
Bauphase: Mai 2018 bis Ende 2020
Modellfläche: 63 m²
Figuren: ca. 50.000
LEDs: über 10.000
Bäume: über 7.500
Züge: ca. 50

Südamerika
Rio | Patagonien | Regenwald | Iguazú | Peru | Bolivien | Chile
Geplante Eröffnung: Ende 2021
Modellfläche: ca. 200-220 m²
Bauzeit: ca. 190.000 Stunden
Gleislänge: ca. 1.600 Meter
Gebäude: ca. 500
Züge: ca. 115
LEDs: ca. 50.000
Bäume: ca. 32.000
Figuren: ca. 60.000

Die Welt von Oben
Geplante Eröffnung: Ende 2021

Mittelamerika & Karibik
Geplante Eröffnung: Ende 2023
Modellfläche: ca. 140-160 m²
Bauzeit: ca. 90.000 Stunden
Gleislänge: ca. 1.100 Meter
Gebäude: ca. 300
Züge: ca. 180
LEDs: ca. 40.000
Bäume: ca. 15.000
Figuren: ca. 50.000

Asien (Teil 1)
Geplante Eröffnung: Ende 2026
Modellfläche: ca. 150 m²

Die Zukunft ab 2027
An Ideen hat es im Wunderland noch nie gemangelt. Ob aber weitere Teile Asiens, Afrikas oder doch England, vielleicht wird eher die Niederlande oder etwas ganz anderes gebaut, das Miniatur Wunderland will sich heute noch nicht festlegen. Fest steht: Die echte Welt bietet so unendlich viel Inspiration und wenn es nach dem Miniatur Wunderland Hamburg geht, hören sie nie auf zu bauen.


Im Miniatur Wunderland bereits seit 2013 zu bestaunen:
Die Elbphilharmonie in Hamburgs HafenCity!
© Miniatur Wunderland Hamburg

Zahlen & Fakten

ÜBER DIE ANLAGE


Fläche
Mietfläche Miniatur Wunderland: 7.000 m²
Modellfläche: 1.499 m²
Welten: 9

Bauzeit
Bauzeit: 923.000 Arbeitsstunden
Baukosten: 35 Millionen Euro
Mitarbeiter: 360

Anlagendaten
Gleislänge: 15.400 Meter
Züge: 1.040
Waggons: über 10.000
Längster Zug: 14,51 Meter
Signale: 1.380
Weichen: 3.454
Computer.: 50
Knopfdruckaktionen: 210
LEDs: 389.000
Häuser & Brücken: 4.340
Figuren: 263.000
– davon handgefertigt: über 15.000
Autos: 9.250
– davon fahrend: 280
Flugzeuge: 52
– davon fliegend: 42
Schiffe: 467
Bäume: 130.000
Wasser: 30.000 Liter

miniatur-wunderland.de