„Das Literarische Quartett“ im ZDF mit Ulrich Matthes als Gast

Ulrich Matthes, Christine Westermann, Volker Weidermann und Thea Dorn - Ulrich Matthes war am 16.06.2017 schon einmal zu Gast in der Sendung „Das Literarische Quartett“. (© ZDF und Svea Pietschmann)

Volker Weidermann lädt am Freitag, 7. Dezember 2018, 23.00 Uhr, im ZDF gemeinsam mit Christine Westermann und Thea Dorn zum Gespräch über Bücher. Zu Gast beim „Literarischen Quartett“ ist dieses Mal der Schauspieler Ulrich Matthes. Im Rang-Foyer des Berliner Ensembles diskutieren die vier über Werke von Sebastian Barry, Hilmar Klute, Minna Rytisalo und Marina Stepanova.

© ZDF

„Tage ohne Ende“ von Sebastian Barry:
„Tage ohne Ende“ ist der achte Roman des vielfach ausgezeichneten, irischen Schriftstellers Sebastian Barry. „Also, wie sie in Missouri ’ne Leiche aufbewahren, das schießt wirklich den Vogel ab.“ So beginnt die Geschichte von zwei bettelarmen Jungs, die zunächst in Frauenkleidern in einem Salon als Tanzmädchen auftreten, später als Soldaten gegen Indianer kämpfen und der Grausamkeit des Tötens erliegen. Was sie rettet, ist ihre Liebe, denn Thomas und John sind schwul.

„Was dann nachher so schön fliegt“ von Hilmar Klute:
Das Ruhrgebiet in den 80er Jahren: Der Ich-Erzähler ist zwanzig und pflegt als Zivildienstleistender inkontinente Bewohner eines Altenheims. In jeder freien Minute schreibt er Gedichte, möchte Lyriker werden. Er geht nach Berlin, tritt in seinen Tagträumen als literarischer Held der Gruppe 47 auf, kippt an der Bar mit Heiner Müller einen Whisky und verliebt sich umständlich in Katja. Diese Coming-of-Age-Story ist das Debüt des Sprachakrobaten Hilmar Klute, der bei der SZ die Seite-Eins- Glosse „Das Streiflicht“ verantwortet.

„Lempi, das heißt Liebe“ von Minna Rytisalo:
Auf Finnisch heißt Lempi Liebe. Und Lempi heißt auch die Hauptfigur im Roman der finnischen Bloggerin Minna Rytisalo. Vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs im Baltikum erzählt sie die Geschichte der rätselhaften Lempi. Als Lempis Mann, ein Bauer, aus dem Krieg zurückkehrt, ist sie verschwunden. Voller Liebe und Melancholie erinnert er sich an sie. Die Sicht der eifersüchtigen Magd auf Lempi sieht völlig anders aus, und Lempis Zwillingsschwester bringt noch eine weitere Version ins Spiel. Drei unterschiedliche Annäherungen an eine Frau und die Frage: Was heißt Liebe?

„Nach dem Gedächtnis“ von Maria Stepanova:
Als „Ein wahrhaftes Ereignis – für alle, die noch zu lesen verstehen“ wird in Russland „Nach dem Gedächtnis“ gefeiert. Autorin ist die vielfach ausgezeichnete Lyrikerin und Essayistin Maria Stepanova. Sie verschmilzt in ihrem Roman Liebesgeschichten und Reiseberichte, Reflexionen über Erinnerung und Trauma zu einer spannungsvollen Erzählung. Im Zentrum steht ihre weitverzweigte jüdisch-russisch-europäische Familie, die in unzivilisierten, gewaltgeprägten Zeiten ein stilles, unspektakuläres Leben führen wollte. Haben die Familienmitglieder genau wegen ihrer Unauffälligkeit überlebt?

„Das Literarische Quartett“ wird im Rang-Foyer des Berliner Ensembles mit Publikum aufgezeichnet. Die nächste Sendung findet am 1. März 2019, 23.45 Uhr, statt.

Bücherliste:
Sebastian Barry: „Tage ohne Ende„, Steidl Verlag
Hilmar Klute: „Was dann nachher so schön fliegt„, Galiani Berlin Verlag
Minna Rytisalo: „Lempi, das heißt Liebe„, Hanser Verlag
Marina Stepanova: „Nach dem Gedächtnis„, Suhrkamp Verlag

dasliterarischequartett.zdf.de