„Das Literarische Quartett“ im ZDF mit Svenja Flaßpöhler als Gast

Das Literarische Quartett: Thea Dorn, Volker Weidermann, Christine Westermann (© ZDF und Svea Pietschmann)

Volker Weidermann lädt am Freitag, 9. August 2019, 22.55 Uhr, im ZDF gemeinsam mit Christine Westermann und Thea Dorn zum Gespräch über Bücher. Zu Gast beim „Literarischen Quartett“ ist die Philosophin und Publizistin Svenja Flaßpöhler. Die vier diskutieren über Neuerscheinungen von Sorj Chalandon, Norbert Gstrein, Brigitte Kronauer und Martin Simons.

„Am Tag davor“ von Sorj Chalandon
Für die französische Tageszeitung „Libération“ berichtete der französische Autor Sorj Chalandon aus Kriegsgebieten wie dem Irak und Afghanistan und schrieb über die IRA und den Barbie-Prozess. Für seine Reportagen erhielt er zahlreiche Preise. Mit seinem achten Roman ist Chalandon nun, wie er selbst sagt, in die Keimzelle seines engagierten Schreibens zurückgekehrt. In „Am Tag davor“ erinnert er an die größte Bergwerkskatastrophe der französischen Nachkriegszeit, in der 42 Kumpel ums Leben kamen. Ein Roman über Schuld und Rache, Verdrängung und Vergessen.

„Als ich jung war“ von Norbert Gstrein
„Als ich jung war, glaubte ich an fast alles, und später an fast gar nichts mehr, und irgendwann in dieser Zeit dürfte mir der Glaube, dürfte mir das Glauben abhandengekommen sein“, sagt Franz, der Held in Norbert Gstreins neuem Roman „Als ich jung war“. Franz kehrt in seine Tiroler Heimat zurück, um herauszufinden, was in seiner Jugend wirklich geschah und was ein geraubter Kuss, eine tote Braut und der Selbstmord eines Professors miteinander zu tun haben. Eine Geschichte über die schwierige Suche nach der Wahrheit und die zerstörerische Kraft von Gerüchten, Verdächtigungen und Denunziation.

„Das Schöne, Schäbige, Schwankende“ von Brigitte Kronauer
Im Alter, sagte Brigitte Kronauer in einem Interview, werde das Erregungspotential keineswegs geringer. Und das Wahrnehmen von Natur und von Menschen nehme nicht ab. Im Gegenteil, es verschärfe sich. Wie scharf, komisch, böse, mitleidslos und doch voller Sympathie ihr Blick auf die Welt und die Menschen war und wie meisterhaft sie diese Beobachtungen in Sprache verwandelte, zeigt ihr letzter Roman „Das Schöne, Schäbige, Schwankende“. Noch in diesem Jahr arbeitete Brigitte Kronauer an den „Romangeschichten“, die am 9. August 2019 posthum erscheinen. Die große Schriftstellerin, Essayistin und Büchner-Preisträgerin ist am 22. Juli 2019 mit 78 Jahren gestorben.

„Jetzt noch nicht, aber irgendwann schon“ von Martin Simons
An einem grauen Dezembertag verliert Martin Simons die Kontrolle über seinen Körper. Er findet sich auf einer Intensivstation wieder. Die Ärzte stellen eine Hirnblutung fest, die sich jederzeit wiederholen und sein Leben beenden kann. Mit akribischer Präzision, als wäre er selbst gar nicht beteiligt, schildert er in „Jetzt noch nicht, aber irgendwann schon“ die Zustände im Krankenhaus, das Elend der anderen Patienten, sein Verhältnis zu seiner Familie, vor allem aber zu sich selbst. Durch die Erfahrung der Vergänglichkeit gerät sein Gefühlspanzer in Bewegung, und nichts ist mehr, wie es vorher war.

„Das Literarische „Quartett“ wird im Rang-Foyer des Berliner Ensembles mit Publikum aufgezeichnet. Die nächste Sendung wird von der Frankfurter Buchmesse am Freitag, 18. Oktober 2019, 23.00 Uhr, ausgestrahlt.

Bücherliste
„Am Tag davor“ von Sorj Chalandon, dtv Verlag
„Als ich jung war“ von Norbert Gstrein, Hanser Verlag
„Das Schöne, Schäbige, Schwankende“ von Brigitte Kronauer, Klett-Cotta Verlag
„Jetzt noch nicht, aber irgendwann schon“ von Martin Simons, Aufbau Verlag

Das Plakat mit den Buchtiteln als Download: dasliterarischequartett.zdf.de