Das Jahr 2019 an der Komischen Oper Berlin

La Bohème ~ Komische Oper Berlin ~ Mimi (Nadja Mchantaf), Marcello (Günter Papendell), Musetta (Vera-Lotte Böcker) ~ Foto: Iko Freese / drama-berlin.de

Die Komische Oper Berlin blickt zum Jahresende auf ein facettenreiches und erfolgreiches 2019 zurück. Barrie Kosky steuerte eine Neuproduktion des Puccini-Klassikers La Bohème bei, die auch in Los Angeles überzeugte, sowie eine von Presse und Publikum gefeierte monumentale Inszenierung von Henzes The Bassarids unter der Leitung von Vladimir Jurowski. Mit Poros erlebte das Haus die erfolgreiche Rückkehr seines ehemaligen Chefregisseurs Harry Kupfer, Moritz Eggert steuerte mit M – Eine Stadt sucht einen Mörder in einer Inszenierung von Barrie Kosky eine viel diskutierte Uraufführung bei. Und in Roxy und ihr Wunderteam gab es nicht nur ein Wiedersehen mit den Geschwistern Pfister, sondern auch die erste szenische Neuproduktion einer Paul-Abraham-Operette seit Ball im Savoy.

Große Erfolge feierte die Komischen Oper Berlin auch auf ihren weltweiten Gastspielen: Ob mit Die Zauberflöte in Auckland, Perth oder New York oder mit Jewgeni Onegin in Edinburgh – überall gab es Ovationen, Kritikerlob und in Australien sogar die renommierten Helpmann-Awards in insgesamt drei Kategorien.

Gelebte Vielfalt wird im Haus an der Behrenstraße nach wie vor groß geschrieben: Die Programme Selam Opera! und Oper jung! wurden auch mit großem Erfolg weitergeführt, mit zahlreichen Auftritten des Opern-Dolmuş, mehr als 350 Workshops für Kinder, Jugendliche und Familien sowie erfolgreichen Sonderprojekten wie dem Berliner Sing-Along und Jobs@opera. Im Dezember konnte sich das Haus zudem über eine Zusage für eine Projekt-Förderung durch die Kulturstiftung des Bundes im Rahmen des »Fonds Digital« gefreut.

Auch die Besucher*innenzahlen geben weiterhin Anlass zur Freude. Mehr als 227.000 Menschen besuchten die 241 Vorstellungen im Kalenderjahr 2019. Damit lag die Gesamtauslastung bei mehr als 87%. Neuproduktionen und Repertoire waren gleichermaßen beliebt. Regelmäßig (nahezu) ausverkauft waren die Produktionen Poros, La Bohème, West Side Story, Ein Sommernachtstraum im Rahmen des Tango-Festivals, Die Perlen der Cleopatra, Anatevka, Xerxes, My Fair Lady, Ball im Savoy, Der Zauberer von Oz, Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, Dschainah sowie Eine Frau, die weiß, was sie will!


Spielplan-Ausblick ~ Highlights im Januar und Februar 2020

Eine Premiere, zwei Sinfoniekonzerte, drei Wiederaufnahmen, »Flucht II« und ein Berlin-Liederabend – das und mehr erwartet die Zuschauer*innen der Komischen Oper Berlin bis zum 6. März.

Mi, 1. Jan, 16:00 Uhr: »All that Jazz!« | Neujahrskonzert

Schon die Jazz-Komponistin Daisy Darlington in Ball im Savoy wusste: Die Musiker*innen des Orchesters der Komischen Oper Berlin sind »so sexy, so naughty, so pervers, dass sie einfach alles spielen können!« Zum Jahresauftakt stellen sie dies erneut unter Beweis. Durch das Programm mit Jazz-Kompositionen von George Gershwin, Duke Ellington, Leonard Bernstein, Harold Arlen, John Kander und anderen führt – singend und moderierend – die österreichische Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin Ruth Brauer-Kvam. Am Pult: Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis.

So, 12. Jan, 18:00 Uhr: »Farges mikh nit« | Jiddische Operettenlieder

Ein Abend, der bisher nicht nur das Berliner Publikum begeisterte, sondern auch die Zuschauer*innen in Stuttgart und Edinburgh. Die US-amerikanische Mezzosopranistin Helene Schneiderman und unser in Tel Aviv geborenes Ensemblemitglied Alma Sadé präsentieren zum letzten Mal in dieser Spielzeit gemeinsam mit Intendant Barrie Kosky am Klavier diesen Abend zwischen unbändiger Freude und bodenloser Traurigkeit, der der fast vergessenen jiddischen Operette gewidmetet ist.

Mo, 13. Jan, 19:30 Uhr: »Ein ganz besonderer Saft« | Salon über das Blut

Das Blut zieht seine Spuren wie ein roter Faden durch Kunst, Wissenschaft und Medizin. Lyrik voller Herzblut, blutrünstige Vampirfilme, Techniken des Blutdopings beim Sport oder die Erforschung von Blutstammzellen in der Medizin – der flüssige Stoff ist in unserem Leben vielfach gegenwärtig. Welchem Wandel unterliegt die Bedeutung des Bluts in Künsten und Wissenschaft? Welche Spielräume sieht in ihm die moderne Medizin – oder hat das Blut seine Magie längst verloren? Um diese und andere Fragen geht es im nächsten Salon der Komischen Oper Berlin und der Schering Stiftung.

Sa, 25. Jan, 18:00 Uhr: Frühlingsstürme | Premiere

Die »letzte Operette der Weimarer Republik« kehrt zurück. Das Werk des zu seiner Zeit überaus erfolgreichen jüdisch-tschechischen Komponisten Jaromír Weinberger wurde am 20. Januar 1933 im Berliner Admiralspalast uraufgeführt – knapp einen Monat nach Paul Abrahams Ball im Savoy und zehn Tage vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten . In den Hauptrollen: Richard Tauber als japanischer Offizier Ito und Jarmila Novotná als russische Generalswitwe Lydia Pawlowska. Am 12. März 1933 fiel endgültig und unwiderruflich der Vorhang. Fast 87 Jahre später wird das Werk erstmals seitdem wieder auf einer Berliner Bühne zu sehen sein, neu orchestriert und in einer Inszenierung von Barrie Kosky.

So, 26. Jan, 19:00 Uhr: »Flucht II« – Vom Einwandern | Konzert-Trilogie

Nach dem großen Erfolg des ersten Teils der Trilogie, die dem Auswandern gewidmet war, dreht sich dieser Abend rund um das Einwandern. Im Mittelpunkt stehen dieses Mal die Band Safar, der fast vergessene Komponist Alexander Maria Schnabel und das Babylon Orchestra.

Fr, 31. Jan, 20:00 Uhr: Alondra de la Parra und Jan Vogler | Konzert

Einmal Paris-USA und zurück: Die gefeierte Dirigentin Alondra de la Parra und Weltklasse-Cellist Jan Vogler laden zu einem musikalischen Kontinentalflug zwischen alter und neuer Welt. Auf dem Programm: Werke von Claude Debussy, Camille Saint-Saëns, Erich Wolfgang Korngold und George Gershwin.

Fr, 7. Feb, 19:30 Uhr: Rigoletto | Wiederaufnahme

Barrie Kosky entspinnt in seiner Inszenierung aus dem Jahr 2009 einen fantastischen Albtraum rund um Rigoletto und seine Tochter Gilda. Die Titelpartie übernimmt Nikoloz Lagvilava, als Gilda ist Hera Hyesang Park zu erleben. Die musikalische Leitung übernimmt Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis.

Fr, 14. Feb, 20:00 Uhr: Rubiķis & Steinbacher mit Korngold & mehr | Konzert

In seinem Violinkonzert zitiert Erich Wolfgang Korngold zahlreiche Themen aus seinen genreprägenden Filmmusiken. Umrahmt von zwei weltbekannt gewordenen Broadway-Melodien wird das Konzert von Arabella Steinbacher, einer der führenden Geiger*innen unserer Zeit, interpretiert. Nach der Pause schwelgt das Orchester der Komischen Oper Berlin unter seinem Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis dann mit zwei für Sergej Djaghilews Ballets Russes geschriebenen Kompositionen in den spielerischen Melodien und duftigen Klängen des französischen Impressionismus: Debussys Jeux und Maurice Ravels Daphnis et Chloé.

Do, 20. Feb, 19:30 Uhr: Don Giovanni | Wiederaufnahme

Er ist wieder da! Herbert Fritschs Don Giovanni aus dem Jahr 2016 kehrt voller Ensemblepower auf die Bühne zurück. Günter Papendell ist wieder in der Titelpartie zu erleben, in weiteren Rollen: Nadja Mchantaf als Donna Anna, Karolina Gumos als Donna Elvira und Evan Hughes als Leporello.

Fr, 28. Feb, 19:30 Uhr: Anatevka | Wiederaufnahme

Barrie Koskys Erfolgsinszenierung des Musicals von Jerry Bock ist wieder da! Mit dabei unter anderem wieder Max Hopp (im Wechsel mit Markus John) als Tevje und Dagmar Manzel als Golde. Die musikalische Leitung liegt in den bewährten Händen von Koen Schoots, der gerade erst an der Opéra national du Rhin große Erfolge feierte, wo diese Produktion als Un violon sur le toit in einer Übernahme zu erleben ist.

Fr, 6. Mrz, 19:30 Uhr: Ich wollt‘, ich wär‘ ein Huhn! | Premiere

»Ich wollt’, ich wär’ ein Huhn«, »Ich steh’ im Regen …«, »Nur nicht aus Liebe weinen« – zeitlose Melodien auf absurd-skurrile und sachlich-romantische Texte sind das Markenzeichen der Berliner Schlager der 1920er und 30er Jahre. Das Schicksal ihrer Verfasser hätte unterschiedlicher nicht sein können: Während die einen aufgrund ihrer Abstammung oder Überzeugung verfolgt wurden, arrangierten sich andere mit dem faschistischen Regime. Ihre musikalischen Wurzeln aber haben sie alle im legendär-libertären Berlin. Dargeboten werden sie von der schwedischen Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter, die auch dieses Genre virtuos beherrscht und ein gern gesehener Gast an der Komischen Oper Berlin ist – diesmal mit Schauspieler Wolfram Koch an ihrer Seite. Das Jazz-Operetten-Dream-Team Barrie Kosky und Adam Benzwi zeichnet für Regie bzw. musikalische Leitung verantwortlich.

Kartentelefon (030) 47 99 74 00 | Mo bis Sa: 9 bis 20 Uhr, So und Feiertage: 14 bis 20 Uhr
karten@komische-oper-berlin.de
komische-oper-berlin.de