Das Hessische Staatstheater Wiesbaden muss Spielbetrieb einstellen

Hessisches Staatstheater Wiesbaden ~ Kolonnaden Großes Haus (Foto: Sven-Helge Czichy)

Das Hessische Staatstheater Wiesbaden muss kurzfristig den Spielbetrieb einstellen, weil das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst die Durchführung der Vorstellungen nach Maßgabe des durch das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Wiesbaden genehmigten Hygienekonzepts für das Hessische Staatstheater Wiesbaden untersagt hat.

Betroffen davon sind alle Aufführungen vom 25. bis einschließlich 27. September: »Die Hochzeit des Figaro«, »Frankenstein Junior« (25. & 26.9.), das Kammerkonzert »Die Prinzessin auf der Erbse«, »Der Barbier von Sevilla« und »Szenen einer Ehe«. Auch der Vorverkaufsstart für das diesjährige Weihnachtsstück »Kleiner König Kalle Wirsch«, der eigentlich für Samstag, den 26. September, um 10 Uhr vorgesehen war, muss ausgesetzt werden.

Das Hessische Staatstheater Wiesbaden arbeitet zeitnah an einer Lösung, um auch die anstehende Opern-Premiere von Dmitri Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk am 2. Oktober 2020 durchführen zu können.


Umgang mit bereits gekauften oder reservierten Karten

Alle Karten der abgesagten Vorstellungen werden automatisch storniert, wenn Zuschauer*innen ihre Kontodaten hinterlegt haben. Der Betrag wird auf die hinterlegte Bankverbindung erstattet. Für die Stornierung müssen Karteninhaber*innen nicht eigens an die Theaterkasse kommen.

Alle Besucher*innen, deren Kontodaten nicht hinterlegt sind, oder die per Kreditkarte bzw. PayPal gekauft haben, wenden sich bitte an die Theaterkasse. Das geht vor Ort oder telefonisch unter Vorlage des Tickets bzw. Nennung der Auftragsnummer, damit die Eintrittskarten rückerstattet werden können. Karteninhaber*innen müssen sich auch nicht sofort melden und werden gebeten, sich immer an die Verkaufsstelle zu wenden, bei der die Karten erworben wurden.

Wenn als Gruppe gebucht wurde, ist das Gruppenbüro zuständig und telefonisch unter 0611.132 300 oder per E-Mail an gruppenticket@staatstheater-wiesbaden.de zu erreichen.

Abonnent*innen erhalten automatisch eine Rücküberweisung der ausgefallenen Vorstellung, wenn die Kontodaten hinterlegt sind. Wenn stattdessen ein Umtauschschein gewünscht ist, wird gebeten, sich an das Abonnementbüro zu wenden. Abonnent*innen erreichen bei Fragen das Abonnementbüro telefonisch unter 0611.132 340 oder per E-Mail an abonnement@staatstheater-wiesbaden.de.

staatstheater-wiesbaden.de


Statement von Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn zur Absage von Vorstellungen des Staatstheaters Wiesbaden durch die Theaterleitung

Wiesbaden. Zur Absage von Vorstellungen des Staatstheaters Wiesbaden durch die Theaterleitung erklärt Hessens Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: „Die Behauptung der Leitung des Staatstheaters Wiesbaden, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst habe die Durchführung von Vorstellungen am Staatstheater Wiesbaden untersagt, ist falsch. Das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Wiesbaden hat dem Theater auch keine Sitzordnung genehmigt, die einen geringeren Mindestabstand als die vorgeschriebenen 1,50 Meter nach allen Seiten zulässt. Eine solche Genehmigung widerspräche der Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung (CoKoBev) des Landes und damit geltendem Recht. Das Gesundheitsamt hat dieses dem Theater gegenüber auch heute in einem gemeinsamen Gespräch zwischen HMWK, Gesundheitsamt und Theaterleitung unmissverständlich klargestellt. Es ist die ureigene Aufgabe der Leitung eines Staatstheaters, den Spielbetrieb unter Einhaltung aller geltenden Gesetze und Verordnungen zu gewährleisten.“

„Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat die Theaterleitung nach Erscheinen der Pressemitteilung des Staatstheaters vom 18. September 2020 auf den Widerspruch zur geltenden Rechtslage hingewiesen“, so Ministerin Dorn weiter. „Es hat gemeinsam mit dem Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Wiesbaden versucht, sie bei der Suche nach Wegen zu unterstützen, unter Einhaltung der zum Schutz vor der Corona-Pandemie nötigen Verordnung vor möglichst vielen Zuschauern spielen zu können. Die Theaterleitung hat diese Unterstützung nicht angenommen. Eine Absage der anstehenden Aufführungen war dabei ausdrücklich keine Option, weil sie den größtmöglichen Schaden für das Publikum, die Kulturschaffenden und die Kultur anrichtet. Die Theaterleitung missachtet mit ihrer Entscheidung ausdrückliche Anweisungen des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, das den Vorgang und seine Konsequenzen zeitnah prüfen wird. Wir bedauern, dass diese Entscheidung so einseitig auch zu Lasten der vielen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Staatstheaters Wiesbaden getroffen wurde.“

hessen.de