Daniil Trifonov interpretiert beim En Suite Kammerkonzert Bach im Festspielhaus Baden-Baden

Daniil Trifonov (© Dario Acosta)

Der Pianist Daniil Trifonov interpretiert am Freitag, 20. August 2021, 20 Uhr im Festspielhaus Baden-Baden Johann Sebastian Bachs „Die Kunst der Fuge“ und weitere herausragende Werke des Komponisten.

Mit ihren Konzerten am vergangenen Wochenende haben Bomsori Kim in Begleitung von Julia Okruashvili sowie das Aris Quartett die En Suite Kammerkonzerte 2021 in ausgewählten Spielstätten Baden-Badens eröffnet. Am Freitag, 20. August 2021, 20 Uhr setzt Daniil Trifonov die Konzertreihe mit einem musikalischen Spiegelkabinett im Festspielhaus fort.

Zu seinem 10-jährigen Festspielhaus Jubiläum: Debüt für Daniil Trifonov

Vor 10 Jahren debütierte der heute weltweit gefeierte Pianist Daniil Trifonov auf der Festspielhaus-Bühne in Baden-Baden. Sein Beitrag zum Tschaikowsky Wettbewerb 2011 beeindruckte Dirigent Valery Gergiev so sehr, dass er das neue Talent im selben Jahr zum traditionsreichen Gastspiel des Mariinsky Theaters nach Baden-Baden einlud. Dies markierte den Anfang einer außergewöhnlichen Karriere und enger Verbundenheit mit dem Festspielhaus und Baden-Baden.

„Es ist eine Kurstadt. Das macht den Aufenthalt für einen Künstler sehr angenehm. Es gibt viele Sehenswürdigkeiten und Wanderwege – wenn man die Zeit dafür hat, ist das gut für das allgemeine Wohlbefinden und man spielt dann besser,“ erklärte Trifonov 2016 in einem Interview für das Festspielhaus-Magazin. Der Pianist ist seit seinem Debüt immer wieder ein gern gesehener Gast an der Oos. Zuletzt konzertierte er 2018 als Solist in Alexander Skrjabins vierter Sinfonie „Le poeme de l’extase“, gemeinsam mit dem Mariinsky Orchester unter Valery Gergiev. Über die Jahre interpretierte der russische Pianist in Baden-Baden Werke zahlreicher Komponisten wie Schumann, Puccini, Tschaikowsky, Schubert und Rachmaninow – Johann Sebastian Bach jedoch noch nicht. Mit „Die Kunst der Fuge“ und weiteren Werken von Bach feiert Daniil Trifonov zehn Jahre nach seinem ersten Konzert auf der Festspielhaus-Bühne und dem Beginn einer außergewöhnlichen Karriere, erneut ein Debüt in Baden-Baden.

„Die Kunst der Fuge“ – ein wunderschönes Spiegelkabinett

Ägyptens Pyramiden, Da Vincis „Mona Lisa“, Tolstois „Krieg und Frieden“: drei zufällig ausgewählte Klassiker, kulturelle Einzelereignisse, die Kriterien aufwerfen, an denen sich andere Kunstwerke messen lassen müssen. Die „Kunst der Fuge“ aus Bachs Todesjahr, sein letztes, unvollendet gebliebenes Werk, ist ebenfalls eine solche „Pyramide“.

Doch was überhaupt ist eine Fuge? Etwas ähnliches wie ein Kanon. Eine melodische Linie begleitet sich selbst. Man könnte auch an einen Gegenstand und seinen Schatten denken. In einer Fuge kann ein „Gegenstand“ jedoch viele „Schatten“ werfen, auch folgen Stellen, die weder Gegenstand noch Schatten sind, aber beiden ähneln. Die Schatten machen manchmal Kopfstände und erscheinen in verschiedenen Ableitungen und Größen. Was in diesem Wirrwarr ist dann Gegenstand, was Schatten? Die Metapher mag verdeutlichen, warum die Fuge zu den schwierigsten, aber auch reizvollsten musikalischen Formen gehört. Und Bachs „Kunst der Fuge“ transzendiert diese Schwierigkeiten noch, sie ist so etwas wie eine Fugen-Bibel. Die größte Kunst an der „Kunst der Fuge“ jedoch ist, dass die Musik wunderschön klingt. Wie in einem Spiegelkabinett mag der Hörer abwechselnd die Orientierung verlieren und wiederfinden – ein ausgesprochen sinnliches Vergnügen, das Ausnahmekünstler wie Daniil Trifonov bedarf, die einen durch die Spiegelkabinette hindurchführen.

Reservierung und Beratung: T 07221 3013-101

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