Concerto Köln realisiert Projekt »Storytelling – Kommunikationswege aus der Krise«

Erste Online-Veröffentlichung am 15. März 2021

Concerto Köln setzt Akzente in der durch die Corona-Pandemie forcierten Diskussion zur Zukunft der klassischen Musik. Mit dem Projekt „Storytelling – Kommunikationswege aus der Krise“ konfrontiert das Alte-Musik-Ensemble sein künstlerisches Schaffen mit der Frage nach der gegenwärtigen Relevanz alter Werke und deren Aufführung. Anhand von sechs selbstgewählten Themenfeldern nimmt das Ensemble darauf Bezug. Ergebnisse und Prozess dieser Auseinandersetzung wurden in Videos und Digitorials dokumentiert. Das erste Teilprojekt „Copy & Paste“ wird am 15. März veröffentlicht auf concerto-lab.de.

Wie kann die Bedeutung und Relevanz historischer Werke heute kommuniziert werden? Welche Themen und Kommunikationswege können dabei gesetzt und beschritten werden? Viele der Probleme, mit denen wir heute konfrontiert werden, sind bei genauerem Hinsehen gar nicht neu, sondern stellten sich bereits in früheren Epochen und wurden in der Kunst aufgegriffen. Insbesondere Diskurse über Themen wie Freiheit, Gleichheit, Religion und Traditionen haben eine sehr lange Vorgeschichte.

Das verbindende Element des in Teilprojekte gegliederten Vorhabens ist das Storytelling, das Alte-Musik, gegenwärtiges Zeitgeschehen und wissenschaftliche Forschung zueinander in Bezug setzt. Die einzelnen Themenfelder wurden vom Ensemble im Lockdown vorbereitet, recherchiert und geprobt. Die Themenfelder sind: „Copy & Paste – Plagiat, Fälschung oder Hommage?“, „Mirrors – Händels Opernfiguren im Spiegel“, „Anna Maria di Venezia – Muse oder Meisterin – Frauen in der Musik“, „Dialogo – Von antiker Rhetorik zur musikalischen Debatte“, „Sérénade romantique – Musik im Spannungsfeld von Freiheit und Mäzenatentum“ und „Profiling Pisendel – Auf der Suche nach einem barocken Charakterkopf“.

Den Anfang der 6-teiligen Veröffentlichung macht das Projekt „Copy & Paste“. Dabei geht es in der ersten Zusammenarbeit von Concerto Köln mit dem jungen franko-amerikanischen Cembalisten Justin Taylor um ein experimentelles Nachvollziehen der Annäherungsweise von Barockkomponisten an die Stücke ihrer Kollegen. Justin Taylor spielt selbst arrangierte Cembalo-Concerti nach Werken für Violine von Antonio Vivaldi. Dieses Adaptionsverfahren wirft Fragen auf zum Verhältnis von „Original“ und „Plagiat“ – heute wie damals.

Finanziell ermöglicht wird das Projekt „Storytelling – Kommunikationswege aus der Krise“ durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Rettungs- und Zukunftsprogramms NEUSTART KULTUR und mit freundlicher Unterstützung der Freunde von Concerto Köln.