Clemens J. Setz erhält Merck-Kakehashi-Literaturpreis 2018 ~ Uraufführung von »Die Abweichungen« am Schauspiel Stuttgart

Am heutigen Donnerstag, den 15. November erhält der österreichische Theaterautor und Romancier Clemens J. Setz im Rahmen einer Festveranstaltung in Tokyo den Merck-Kakehashi-Literaturpreis 2018.

Der Merck-Kakehashi-Literaturpreis ist ein Preis des führenden Wissenschafts- und Technologieunternehmens Merck und des Goethe-Instituts Tokyo für Autoren und Übersetzer, der im Herbst 2018 zum dritten Mal verliehen wird. Mit dem Preis soll die deutschsprachige Gegenwartsliteratur in Japan stärker gefördert und die besondere Leistung der Übersetzungsarbeit gewürdigt werden. Die mit je 10.000 Euro sowohl für den Autor als auch für seinenÜbersetzer dotierte Auszeichnung wird alle zwei Jahre vergeben.

Unter den sieben Bewerbungen fiel die Entscheidung der Jury auf den österreichischen Autor Clemens J. Setz und seine japanische Übersetzerin Ayano Inuakai, die den vieldiskutierten Roman Indigo von Clemens J. Setz zur Übersetzung vorgeschlagen hat.

Jurypräsident, Prof. Hiroshi Yamamoto, begründet seine Entscheidung: „Clemens J. Setz gilt als einer der innovativsten Schriftsteller seiner Generation und wird im deutschsprachigenFeuilleton seit Jahren zurecht als literarischer Shootingstar gefeiert. Der österreichische Schriftsteller beschäftigt sich selbst als ‚Nerd‘ mit zahlreichen gesellschaftlichen Aspekten des digitalen Zeitalters und entwickelt in seinen Texten kuriose Geschichten, die von detailversessenen Recherchen in wissenschaftlichen und quasiwissenschaftlichen Bereichen und von einer teils exzentrischen Vorstellungskraft leben.“

Peter Anders, Leiter des Goethe-Instituts Tokyo, fügt hinzu: „Das Digitale hat unsere Welt nachhaltig verändert. Was bedeutet das für die Zukunft der Literatur? Clemens Setz gibt uns Hoffnung, dass wir darauf eine Antwort finden und Inuaki-san bereitet den Dialog vor, den wir darüber in Japan führen müssen.“

Die Jury des Merck-Kakehashi-Literaturpreises besteht aus dem Jury-Präsident Hiroshi Yamamoto (Waseda Universität Tokyo) und den Jury-Mitgliedern Masahiko Tsuchiya (Städtische Universität Nagoya), Hiroaki Sekiguchi (Meiji Universität Tokyo), Kaoru Noguchi, (Prof. em. Chuo Universität) und Ilma Rakusa (Schriftstellerin CH), Dr. Ralf Annasentz (Geschäftsführer von Merck Ltd. in Japan) und Peter Anders (Direktor, Goethe-Institut Tokyo). Fachliche Beratung leistet Heike Friesel, Leiterin des Bereichs Literatur-und Übersetzungsförderung, Goethe-Institut München.

Clemens J.Setz hat mit Die Abweichungen sein zweites Theaterstück vorgelegt. Am kommenden Sonntag, den 18. November wird es im Rahmen der Intendanzeröffnung am Schauspiel Stuttgart uraufgeführt. Regie führt Elmar Goerden. Aufgrund seines Japan-Aufenthalts anlässlich der Verleihung des Merck-Kakehashi-Literaturpreises kann Clemens J.Setz bei der Stuttgarter Uraufführung von Die Abweichungen leider nicht persönlich anwesend sein.

Am Mittwoch, den 19.Dezember ist Clemens J. Setz dann am Schauspiel Stuttgart zu Gast. In der Reihe Kammer Lesung liest er im Kammertheater aus bisher unveröffentlichten Texten.

Der Schriftsteller und Übersetzer Clemens J. Setz, 1982 in Graz geboren, studierte Mathematik und Germanistik. Für seinen 2011 erschienenen Erzählband Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes wurde er mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Sein Roman Indigo stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2012 und wurde mit dem Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft 2013 ausgezeichnet. Der 2015 erschienene Mammutroman Die Stunde zwischen Frau und Gitarre erhielt den Wilhelm- Raabe-Literaturpreis. Sein Theaterstück Vereinte Nationen wurde 2017 zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. 2018 erschien sein fiktiver Interviewband Bot. Gespräch ohne Autor. Sein neustes Stück Die Abweichungen wird am 18. November am Schauspiel Stuttgart in der Regie von Elmar Goerden uraufgeführt.


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